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Neue Grafik-Displays für Blinde: caesar erhält Forschungspreis

13.12.2004


Zeichnung eines einzelnen Moduls mit 10 x 10 Metallfolien. Grafik: caesar


Gezeichneter Schnitt durch Formgedächtnis-Schichtverbund und Tastfläche. Grafik: caesar


Wissenschaftler des Bonner Forschungszentrums caesar von spanischer Stiftung ONCE ausgezeichnet

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Die Arbeitsgruppe Mikrorobotik des Forschungszentrums caesar hat kürzlich einen der drei Forschungspreise erhalten, die von der Stiftung ONCE in Madrid in diesem Jahr verliehen wurden. Die Stiftung ONCE setzt sich für die soziale Integration behinderter, insbesondere blinder Menschen ein. Mit dem mit 60.000 Euro dotierten Preis würdigt die spanische Organisation das von den Forschern Dr. Bernhard Winzek, Dr. Sam Schmitz und Roman Vitushinsky erfundene Funktionsprinzip für Grafik-Displays für Blinde und fördert damit deren technische Umsetzung. Die spanische Ministerin für Bildung und Wissenschaft María Jesús San Segundo und der Präsident der Stiftung ONCE Carlos Rubén Fernández überreichten den Wissenschaftlern den Preis im historischen Auditorium der Universität Complutense Madrid. An der feierlichen Preisverleihung nahm auch der deutsche Botschafter in Spanien Georg Boomgaarden teil.

Die Displays sollen aus metallischen Folien mit verschiedenen Formgedächtnislegierungen bestehen, die mit den Methoden der Halbleitertechnologie Schicht für Schicht auf Silizium-Scheiben hergestellt werden. Bildpunkte entstehen, wenn die Metallfolie partiell in einen anderen Krümmungszustand umschlägt, vergleichbar den Bimetall-Schnappscheiben in Temperaturschaltern. Die Bewegung der Folien wird dann über Kunststoff-Stifte an die Tastfläche weitergegeben und damit für den Anwender ertastbar. Neu ist vor allem die Kombination der Formgedächtnislegierungen, die es ermöglichen soll, mit unterschiedlichen Wärmepulsen die Folie in stabile Positionen zu schalten, ohne permanent Energie nachführen zu müssen. Dadurch erfordert lediglich der Schaltvorgang Strom, nicht aber das Halten des Zustands.


Die Vorteile gegenüber herkömmlichen Blindenschriftdarstellungen liegen in dem durch die Dünnschichttechnik kompakten Aufbau der Displays und den damit verbundenen geringeren Kosten pro Schriftpunkt bzw. Pixel. Besonders die Kosten, die durch die hohe Zahl an benötigten Bildpunkten verursacht werden, machen zurzeit die grafische Darstellung von Informationen für Blinde unerschwinglich. Mit den neuen Displays leisten die Wissenschaftler einen Beitrag zur Barrierefreiheit von Behinderten im Alltag.

Das internationale Forschungszentrum caesar (center of advanced european studies and research) hat 1999 die Arbeit aufgenommen. Mit inzwischen 220 Mitarbeitern forschen interdisziplinäre Teams in den Bereichen Medizintechnik, Biotechnologie und Nanotechnologie. Forschung und industrielle Anwendung gehen Hand in Hand: caesar entwickelt innovative Produkte und Verfahren und unterstützt die Wissenschaftler bei Firmenausgründungen.

Francis Hugenroth | Forschungszentrum caesar
Weitere Informationen:
http://www.caesar.de

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