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MHH unterstützt Wissenschaftlerinnen mit Nachwuchskrippe

10.12.2004


Abteilungsdirektorinnen und -direktoren spendeten für Projekt bislang 60.000 Euro



Eine erfolgreiche Initiative von Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann: Der Präsident der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hatte die Abteilungsdirektorinnen und -direktoren der Hochschule aufgerufen, für eine Wissenschaftlerinnen-Nachwuchskrippe (WINK) Geld zu spenden. Bis Anfang Dezember 2004 kamen so 60.000 Euro zusammen. Nun kann WINK ab Januar 2005 mit zunächst zehn Plätzen für Kinder im Alter von acht Wochen bis zu drei Jahren starten, später soll nach einer Evaluation die Zahl auf 14 Plätze erhöht werden. Voraussetzung für diesen Schritt war die Neufassung der Kindertagesstätten-Ordnung der MHH, die gestern von Personalrat und Präsidium unterschrieben wurde. Professor Bitter-Suermann hatte die Spenden-Rallye bei seiner Amtseinführung im Mai 2004 eröffnet, indem er selbst 5.000 Euro für WINK zu Verfügung stellte. "Aufgrund der Finanznot der Hochschule waren wir gezwungen, die notwendige Ausstattung durch Spenden sicherzustellen", sagt Professor Bitter-Suermann. WINK wird in die bereits bestehende Kindertagesstätte der MHH integriert, die bislang vor allem Kinder von Pflegekräften und nichtwissenschaftlichem Personal betreut.

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Der MHH-Präsident dankte heute allen Spendern und betonte, warum ihm dieses Projekt so wichtig ist: "Üblicherweise können Mitarbeiterinnen im öffentlichen Dienst bei unkündbarem Arbeitsverhältnis die Berufs- und Nachwuchsplanung gut miteinander kombinieren. Die Elternzeit-Regelung erlaubt auch nach Jahren eine Rückkehr auf den gleichen Arbeitsplatz in der Verwaltung, Pflege und im medizinisch-technischen Dienst. Dadurch bricht eine Karriere nicht ab."

Bei befristet eingestellten Ärztinnen oder Wissenschaftlerinnen sehe dies aber dramatisch anders aus: Bei ihnen setzt erst nach Abschluss des Studiums mit etwa 25 Jahren die im Regelfall fünf- bis sechsjährige Weiterbildung in einer medizinischen Fachdisziplin ein und gleichzeitig die Ausbildungsphase in einem wissenschaftlichen Forschungsgebiet. "Die dann folgenden Jahre bis Ende 30 sind für eine Karriere in ärztlichen und wissenschaftlichen Leitungspositionen das eigentliche Nadelöhr - für Männer wie für Frauen. Eine Unterbrechung in dieser entscheidenden Entwicklungsphase bedeutet in aller Regel einen schwer wieder gutzumachenden Karriereknick", sagt Professor Bitter-Suermann. Ein nahtloses Wiederanknüpfen an die Forschungsfront ist verloren gegangen, die Konkurrenzfähigkeit um Drittmittel nicht mehr gegeben.

"Um den besten Wissenschaftlerinnen in der Medizin, die eine Doppelbelastung von Erfolg in Beruf und Familie auf sich nehmen, diesen Weg zu erleichtern, soll WINK ein Zeichen der Fürsorge und Unterstützung setzen und eine problemfreie Wiedereingliederung frühestens zwei Monate nach der Geburt des Kindes ermöglichen", sagt Professor Bitter-Suermann.

Dr. Arnd Schweitzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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