Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jenaer Physiker erhält höchstdotierten deutschen Förderpreis

06.12.2004


Prof. Dr. Andreas Tünnermann für seine Arbeiten zu Faserlasern ausgezeichnet


Ein mit den Seltenerden Praseodym und Ytterbium dotierter Faserlaser im Institut für Angewandte Physik der Universität Jena. Seine weiße Farbe entsteht durch die Überlagerung mehrerer sichtbarer Laserlinien. Im Prisma zerfallen die Farben wieder und sind einzeln als Rot, Grün und Blau zu erkennen.
Foto: Zellmer/FSU



"Ich bin hocherfreut über die Anerkennung meiner Forschungsleistungen, die die DFG durch diesen Preis signalisiert", ist die erste Reaktion von Prof. Dr. Andreas Tünnermann. Der Jenaer Physiker ist heute von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2005 bestimmt worden. Tünnermann gehört damit als einziger ostdeutscher zu den insgesamt zehn deutschen Wissenschaftlern, denen am 2. März des kommenden Jahres in Berlin der mit 1,55 Millionen Euro höchstdotierte deutsche Forschungsförderpreis feierlich überreicht wird.

... mehr zu:
»DFG »IOF »Physik


Prof. Tünnermann, der an der Universität Jena das Institut für Angewandte Physik und in Personalunion das Jenaer Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) leitet, wird für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Entwicklung von Hochleistungs-Faserlasern ausgezeichnet. Er legte "damit die Grundlage für die Fertigung einfacher, kompakter und robuster Laser mit hoher Strahlqualität", heißt es in der Begründung der DFG. Auf Grund der geringen Nutzleistung bekannter Faserlaser war ihr Einsatzgebiet bisher auf die Verstärkung von Signalen in Kommunikationsnetzen beschränkt. Durch Tünnermanns Arbeiten gelang es, mit Faserlasern sowohl kontinuierliche Laserausgangssignale hoher Leistung als auch ultrakurze Pulse höchster Strahlqualität zu erzeugen. "Entscheidende Pionierarbeiten gelangen ihm auch bei der Verbesserung der optischen Eigenschaften von Glasfasern zur Lichterzeugung und damit ihrer Funktionalität als Lasermedium", so die DFG weiter. Erstmals stehen damit Konzepte für hocheffiziente Laserquellen zur Verfügung, die als Bauelemente in der integrierten Optik einsetzbar sind.

Faserlaser bestehen aus optischen Fasern, in die geringe Mengen eines aktiven Materials eingebettet worden sind. Dabei handelt es sich meist um Selten Erd-Metalle. Speist man in eine solche Faser Licht ein, werden diese Teilchen angeregt und geben Energie über stimulierte Emission ab, Laserstrahlung wird emittiert.

"Mit der Fördersumme können wir in den kommenden fünf Jahren nicht nur unsere Arbeitsbedingungen weiter verbessern und herausragende Nachwuchswissenschaftler nach Jena holen", sagt Prof. Tünnermann. "Vor allem ist die Vergabe des Preises auch ein Zeichen, dass die Exzellenz unseres Schwerpunkts in der Ultraoptik wissenschaftlich anerkannt ist", unterstreicht der 41-jährige Physiker, der bereits mit zahlreichen wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet wurde.

"Die Auswahl als Leibniz-Preisträger ist eine hohe Anerkennung für die wissenschaftliche Leistung von Professor Tünnermann", betont Universitäts-Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke. "Zugleich bestätigt sie den vorausschauenden Blick der Universität, ihn bereits im Alter von 34 Jahren auf den Lehrstuhl für Angewandte Physik berufen zu haben", so Dicke weiter. "Und nicht zuletzt stärkt der Preis das Jenaer Netzwerk in der Ultraoptik und setzt damit bundesweit ein Zeichen, dass es sich für Wissenschaft und Wirtschaft lohnt, mit hiesigen Physikern zusammenzuarbeiten", bekräftigt der Rektor.

"Mit einer solchen Motivation lässt es sich gut in die Zukunft sehen", sagt Prof. Tünnermann, der sich das ambitionierte Ziel gesetzt hat, "unseren Vorsprung auf dem zukunftsweisenden Feld der mikro- und nano-strukturierten Optik, zu der auch der Faserlaser gehört, weiter auszubauen". Gemeinsam mit der Industrie wird derzeit an der Verwertung der Innovationen gearbeitet, damit in Zukunft optische Systeme zur Verfügung stehen, die maßgeschneidertes Licht bestimmter Intensität oder Wellenlänge bereitstellen.

"Die Forschungsarbeiten, die ausgezeichnet wurden, entstanden im Rahmen der Projekt-Förderung durch die DFG, das BMBF und den Freistaat Thüringen sowie der Programm-Förderung des BMBF "Zentrum für Innovationskompetenz ,Ultraoptics’", das seit letztem Jahr als eines von sechs Forschungszentren in Deutschland gefördert wird", sagt Tünnermann. Er dankt ausdrücklich den Förderinstitutionen für das entgegengebrachte Vertrauen. Wesentlich zum Erfolg beigetragen hat aber auch die enge Zusammenarbeit von Kollegen, Mitarbeitern und Studenten an der Universität und dem Fraunhofer IOF. "Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank. Der Leibniz-Preis wird unsere weiteren Forschungsaufgaben stimulieren", stellt der Preisträger fest.

Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Tünnermann
Institut für Angewandte Physik der Universität Jena
Max-Wien-Platz 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 657640
E-Mail: tuennermann@iap.uni-jena.de

Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik
Albert-Einstein-Str. 7, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 807201
E-Mail: tuennermann@iof.fraunhofer.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.iof.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: DFG IOF Physik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik