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Neue Konzepte bei Lebererkrankungen

02.12.2004


Herstellung von Leberzellen: 600 000 € Förderung für Stammzellforschung


Ein neuartiges Verfahren zur Gewinnung von menschlichen Leberzellen wollen Forscher und Ärzte aus Niedersachsen jetzt mit Hilfe des BMBF-Förderschwerpunktes BioProfil "Funktionelle Genomanalyse" entwickeln. Die Zellen sollen im Reagenzglas aus Stammzellmaterial reifen und in Zukunft zur Behandlung schwerer Lebererkrankungen eingesetzt werden. An dem Vorhaben beteiligen sich ein Ärzteteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) um Professor Michael Manns und die Göttinger DeveloGen AG, ein Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Behandlung metabolischer Erkrankungen spezialisiert hat, darunter Diabetes und Fettleibigkeit (www.develogen.com). Das BioProfil "Funktionelle Genomanalyse" hat das Projekt zur Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) empfohlen. Die Fördersumme beträgt 600 000 Euro.

Viele schwere Lebererkrankungen können bisher nur unzureichend oder gar nicht behandelt werden. Trotz immenser Fortschritte bei der ursächlichen Behandlung, etwa bei Hepatitis C, kommt bei bereits fortgeschrittenen chronischen Lebererkrankungen, angeborenen Stoffwechselstörungen oder akutem Leberversagen die Transplantation einer gesunden Leber oft als einzige heilende Therapie in Frage. Hauptproblem dieser Behandlungsmethode ist der Mangel an Spenderorganen. So warten jährlich in Deutschland rund 1200 Patienten auf eine Lebertransplantation. Doch nur jeder Zweite kann operiert werden.


Ein viel versprechendes Konzept ist es, die genannten Erkrankungen durch die Übertragung funktionsfähiger Leberzellen zu behandeln. Im deutschsprachigen Raum könnten von solchen Verfahren nach Schätzungen der MHH potenziell 30 000 Patienten profitieren. Die als Produkt angestrebten menschlichen Leberzellen - auch "Hepatozyten" genannt - könnten zusätzlich in der Pharmaforschung für metabolische und toxikologische Untersuchungen neuer Wirkstoffe genutzt werden.

Bei der Herstellung menschlicher Leberzellen wollen die Wissenschaftler der MHH und der DeveloGen auf adulte Stammzellen zurückgreifen. Diese Vorläuferzellen sorgen für die Regeneration verschiedener Gewebetypen und können - im Gegensatz zu den embryonalen Stammzellen - aus erwachsenen Menschen gewonnen werden. Interessanterweise gelang es Wissenschaftlern bereits, aus adulten Stammzellen im Reagenzglas hepatozyten-ähnliche Zellen zu entwickeln, doch besaßen diese nicht die vollständige Funktionalität menschlicher Leberzellen. Die Förderung der niedersächsischen Projektpartner durch das BMBF ermöglicht die Entwicklung von Verfahren, die eine weitgehende Differenzierung adulter Stammzellen zu Leberzellen bewirken. Die Projektpartner MHH und DeveloGen haben - mit Hilfe besonderer Kultivierungsmethoden - im Tierversuch bereits erfolgversprechende Ergebnisse erzielt. Basierend auf diesen Erkenntnissen soll jetzt die Herstellung menschlicher Leberzellen in Angriff genommen werden.

Über das BioProfil

Das BioProfil "Funktionelle Genomanalyse" ist eine Initiative von Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen der Region Braunschweig, Göttingen, Hannover. Um wissenschaftliche Ergebnisse aus Infektions-, Neuro- und Stammzellbiologie wirtschaftlich nutzbar zu machen, stehen dem BioProfil Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Höhe von 15 Millionen Euro zur Verfügung. Koordiniert wird das BioProfil "Funktionelle Genomanalyse" von der BioRegioN GmbH.

Ihre Ansprechpartnerin:

Ilka Zajons
BioRegioN GmbH
Vahrenwalder Str. 7
30165 Hannover
Tel: +49-(0)511/9357-958
Fax:+49-(0)511/9357-963
presse@bioregion.de

Ilka Zajons | idw
Weitere Informationen:
http://www.bioregion.de

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