Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Richtiger Riecher mit "künstlichen Nasen": 1. und 2. Platz für Ingenieure der Saar-Uni bei "innovartio"

01.12.2004


Mit ihren herausragenden Entwicklungen auf dem Gebiet der Gassensorsysteme, sogenannter "künstlicher Nasen", haben die beiden Wissenschaftler Thomas Kammerer und Harald Nagel des Saarbrücker Lehrstuhls für Messtechnik (Fachrichtung Mechatronik) von Prof. Andreas Schütze beim bundesweiten Wettbewerb für Gebäudesicherheit und -komfort innovartio die ersten beiden Plätze belegt. Die Ehrung fand im Rahmen der SECURITY 2004, der weltweiten Leitmesse für Sicherheitstechnik, statt.

... mehr zu:
»GaSTON »Messtechnik

Der mit 5000 Euro dotierte erste Preis ging an Thomas Kammerer für seine Arbeit GaSTON (Gas Sensor T-Cycle Operating Unit), einem universellen Werkzeug zur Entwicklung neuartiger Gassensorsysteme. Bislang werden bei sog. "künstlichen Nasen" einzelne Sensoren unterschiedlicher Selektivität zu einem Sensorarray zusammengefasst. Nach einem Training der künstlichen Nase können aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Sensorreaktionen Rückschlüsse auf aktuell vorhandene Gase gezogen werden. Die Innovation GaSTON verwendet dagegen das Prinzip des virtuellen Multisensors, bei dem ein einziger Sensor im zyklischen Temperaturbetrieb die Funktion mehrerer Einzelsensoren nachbildet. Durch die temperaturabhängige Empfindlichkeit der Sensorschicht kann der Informationsgehalt der Sensorsignale durch Einstellung unterschiedlicher Betriebstemperaturen gesteigert werden.

Ähnlich wie bei herkömmlichen Sensorarrays kann dadurch die Selektivität des gesamten Sensorsystems erhöht werden. Mit Hilfe von GaSTON lassen sich somit sowohl der Leistungsverbrauch als auch der gerätetechnische Aufwand bei Gasmessungen reduzieren. Darüber hinaus ermöglicht die Innovation bei Verwendung neuartiger mikrostrukturierter Gassensoren eine erhebliche Steigerung der Klassifizierungsgeschwindigkeit.


Anwendbar ist GaSTON in fast jedem Bereich, in dem schnelle Aussagen über die vorhandenen Gaskomponenten erforderlich sind. Beispielhaft hierfür ist insbesondere die Detektion von brennbaren oder explosiven Gasen im Bergbau oder die Erkennung von giftigen Gasen im intelligenten Brandmelder im Rahmen der Sicherheitstechnik. Weitere denkbare Einsatzfelder sind die Komforttechnik (z.B. Steuerung einer Lüftungsklappe im PKW), die Prozessanalyse in der Lebensmittelindustrie und die Medizintechnik (z.B. bei der Lungenkrebserkennung).

Mit dem zweiten Preis in Höhe von 3000 Euro wurde Harald Nagel für die Konstruktion eines Brandmessplatzes ausgezeichnet. Bei dieser Neuentwicklung handelt es sich um eine Anlage zum Testen von Gassensoren, in der Miniaturbrände erzeugt und die dabei entstehenden Brandgase analysiert werden können. Bisher mussten derartige Tests in einem größeren Brandraum durchgeführt werden, so dass die Messungen mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden waren. Mit Hilfe des Messplatzes ist es nunmehr möglich, die Brände sowohl schneller als auch wesentlich günstiger durchzuführen.

Der Wettbewerb für Gebäudesicherheit und -komfort innovartio wurde von dem Neusser Unternehmen für Gebäudetechnik NOVAR GmbH veranstaltet. Ausschlaggebend für die Auszeichnung der Arbeiten von Thomas Kammerer und Harald Nagel war insbesondere ihre Bedeutung für die Verbesserung der Brandschutztechnik. Die heutzutage eingesetzten Brandmelder, die nach dem thermischen oder optischen Prinzip arbeiten verursachen immer noch Fehlalarme und können gewisse Brände, insbesondere Schwelbrände nur schlecht oder gar nicht erkennen. Die Branderkennung anhand einer Analyse der entstandenen Brandgase, wie sie durch die Entwicklungen der Saarbrücker Wissenschaftler ermöglicht wird, bietet deshalb eine vielversprechende Alternative.

Überreicht wurden die Preise durch Prof. Dr.-Ing. Heinz Luck von der Universität Duisburg-Essen, der zusammen mit dem renommierten Architekten Prof. Peter Kulka, Prof. Wolfgang Knoll als Direktor des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung sowie Klaus Beckmann als Stellvertretender Vorsitzender des Design-Zentrums Nordrhein-Westfalen e.V. die Jury bildete. Der Wettbewerb innovartio wurde unterstützt durch Hannelore Kraft - Ministerin für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen - als Schirmherrin, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den VDI nachrichten.

Sie haben Fragen? Bitte wenden Sie sich an
Dipl.-Ing. Thomas Kammerer
Lehrstuhl für Messtechnik an der Universität des Saarlandes
Tel.: 0681/302 4522
E-Mail: t.kammerer@lmt.uni-saarland.de

Dipl.-Ing. Harald Nagel
Lehrstuhl für Messtechnik an der Universität des Saarlandes
Tel.: 0681/302 2469
E-Mail: h.nagel@lmt.uni-saarland.de

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.lmt.uni-saarland.de/de/index.htm
http://www.lmt.uni-saarland.de

Weitere Berichte zu: GaSTON Messtechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

nachricht Förderung Technologietransfer im technologischen Ressourcenschutz mit über 500.000 Euro
20.04.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten