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22,7 Millionen Euro für Niedersachsens Forschungsstätten

29.11.2004


VolkswagenStiftung unterstützt Forschungseinrichtungen des Landes im Rahmen des "Niedersächsischen Vorab".


Im Jahr 2004 insgesamt rund 42 Millionen Euro im "Vorab" bewilligt.
Die VolkswagenStiftung vergibt einen Teil der zur Verfügung stehenden Fördermittel vorweg an Forschungseinrichtungen des Landes Niedersachsen - gemeinhin als "Niedersächsisches Vorab" bezeichnet. Über die Vergabe dieser Stiftungsmittel entscheidet das Kuratorium der VolkswagenStiftung auf der Grundlage von Vorschlägen der Niedersächsischen Landesregierung.

Nach § 8 Abs. 2 der Satzung der VolkswagenStiftung setzt sich das "Vorab" aus drei Teilen zusammen: Es umfasst zum einen den Gegenwert der jährlichen Dividende auf nominal 77,3 Millionen Euro VW-Aktien, der der VolkswagenStiftung aus der Beteiligung des Landes Niedersachsen an der Volkswagen Aktiengesellschaft zusteht, ferner den Ertrag aus der Anlage von 35,8 Millionen Euro aus einem Vertrag mit dem Land Niedersachsen von 1987 sowie zehn Prozent der übrigen zur Verfügung stehenden Mittel.

Das Kuratorium der VolkswagenStiftung hat jetzt im Rahmen des Niedersächsischen Vorab für 68 Vorhaben Mittel in Höhe von rund 22,7 Millionen Euro bewilligt. Nach Wissenschaftsbereichen getrennt betrachtet dominieren dabei die Biowissenschaften mit 18 Bewilligungen über insgesamt 5,5 Millionen Euro und die Naturwissenschaften mit 14 Bewilligungen über rund neun Millionen Euro vor den Ingenieurwissenschaften mit 14 Bewilligungen über rund 3,8 Millionen Euro. Die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften erhalten bei vier Bewilligungen rund eine Million Euro. Die Wissenschaftsbereiche übergreifend werden für 18 Vorhaben gut 3,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Insgesamt hat die VolkswagenStiftung damit im Jahr 2004 rund 42 Millionen Euro im Rahmen des Niedersächsischen Vorab bewilligt.

Zwei der aktuellen Bewilligungen in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften betreffen neue Vorhaben. So erhält das Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit, Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit an der Universität Osnabrück rund 268.000 Euro für das Projekt "Intellektuelle Kommunikation im Ostseeraum im Spiegel personalen Gelegenheitsschrifttums". Dieses Schrifttum wird jetzt in rund zwanzig Bibliotheken und Archiven des Baltikums, Polens und Russlands erfasst und erschlossen. Erstmals unterstützt wird auch das vom Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen und dem Landeskirchlichen Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover gemeinsam getragene Forschungsvorhaben "Edition der Urkunden des Klosters Loccum" - und zwar zunächst mit 64.000 Euro.

Eine der aktuellen Bewilligungen innerhalb der wissenschaftsbereichsübergreifenden Förderungen - 564.000 Euro - geht an den "Forschungsverbund Windenergie Oldenburg/Hannover". Die dort beteiligten Wissenschaftler beschäftigen sich zum einen mit drängenden Fragen des Einsatzes von Windenergieanlagen im Offshore-Bereich. Zum anderen soll der Verbund dazu beitragen, notwendige Strukturen für langfristige Grundlagenforschung aufzubauen und einen Forschungsschwerpunkt von internationaler Bedeutung zu etablieren. Wichtig hierfür ist die angestrebte Verknüpfung ingenieur- und naturwissenschaftlicher Kompetenzen. Mit der weiteren Erforschung der Windenergie soll eine wettbewerbsfähige Option etabliert werden für eine zukunftsgerichtete, die natürlichen Ressourcen schonende Energieversorgung. Des Weiteren wurden im Rahmen der wissenschaftsbereichsübergreifenden Förderungen rund 1,4 Millionen Euro für neun niedersächsisch-israelische Gemeinschaftsvorhaben zur Verfügung gestellt.

In der Folge eine Auswahl an einzelnen Hochschulen geförderter Vorhaben:

Braunschweig:

Der Technischen Universität Braunschweig werden für das neu gegründete Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik mit den Schwerpunkten Sicherheit der Transportmittel, Transportleit- und Umschlagtechnik weitere 350.000 Euro zur Verfügung gestellt. Das neue Institut ergänzt sich mit dem ebenfalls neuen Institut für Verkehrsführung und Fahrzeugsteuerung in Braunschweig.

Das Institut für Netzwerktheorie und Schaltungstechnik an der Technischen Universität Braunschweig erhält 431.000 Euro zur Anschaffung von Großgeräten. 500.000 Euro wurden dem Institut für Halbleitertechnik der Hochschule bewilligt - unter anderem für die Beschaffung einer Trockenätzanlage.

Ebenfalls an der Technischen Universität Braunschweig gefördert wird mit rund 810.000 Euro der Forschungsbereich "Integration gen- und verfahrenstechnischer Methoden zur Entwicklung biotechnologischer Prozesse".

Braunschweig-Wolfenbüttel:

Der Forschungsschwerpunkt "Gesamt-Energiemanagement in Kraftfahrtzeugen" am Institut für Fahrzeugbau der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel wird mit 139.000 Euro unterstützt.

Für den Forschungsschwerpunkt "Leichtbauwerkstoffe im Automobilbau" an der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel wurden dem Institut für Recycling am Standort Wolfsburg 150.000 Euro bewilligt.

Braunschweig und Göttingen:

Im DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik an den Forschungsstandorten Braunschweig und Göttingen wurde die neue Abteilung "Technische Strömungen" geschaffen. Für die Stärkung dieses Standorts und das dort angesiedelte Projekt "Lärmimmission und Aerodynamik von Fahrzeugen" stellt die Stiftung weitere 460.000 Euro bereit.

Für dringend benötigte Forschungsinfrastruktur erhält das Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Göttingen 1,6 Millionen Euro; des Weiteren stehen für Kleingeräte 106.000 Euro zur Verfügung.

Das Geowissenschaftliche Zentrum Göttingen (GZG) der Universität Göttingen erhält 280.000 Euro für die Bereiche Angewandte Geologie, Strukturgeologie und Geodynamik, Geobiochemie und Sedimentologie -angeschafft werden unter anderem ein WAP-Cluster und ein Textur-Goniometer. Ferner erhält das Mineralogisch-Kristallographische Institut der Hochschule rund 54.000 Euro für Geräte.

Um die niedersächsischen Aktivitäten zur Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathie (TSE) stärker zu bündeln und zu vernetzen, wurde eine TSE-Koordinierungsstelle an der Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin etabliert und eine Forschergruppe eingerichtet, die sich auf die "Mechanismen der Aufnahme und Ausbreitung des Erregers der Prion-Krankheit im Körper" und die "Mechanismen der Krankheitserzeugung einer Prion-Krankheit und deren sensitiven Nachweis" konzentriert. Für beide Vorhaben erhält die Abteilung Neuropathologie noch einmal gut 330.000 Euro. Weitere 54.000 Euro für BSE-Forschung erhält das Tierärztliche Institut der Universität Göttingen.

Das Zentrum Hygiene und Humangenetik, Abteilung Zelluläre und Molekulare Immunologie der Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin erhält rund 500.000 Euro zur Verbesserung seiner Forschungsinfrastruktur. Für das neu einzurichtende Transkriptomanalyselabor wird am selben Ort die Abteilung Biochemie im Zentrum Biochemie und Molekulare Zellbiologie unterstützt, und zwar - wie auch im Vorjahr - mit 243.000 Euro.

Die Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin und die Max-Planck-Gesellschaft haben vor drei Jahren ein in Deutschland bislang einmaliges Verbundprojekt gestartet zur klinischen Forschung mit Blick auf den Einsatz von Magnetresonanz-Tomografie und Spektroskopie bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen - und werden dafür mit weiteren 440.000 Euro unterstützt.

Das vor zwei Jahren neu konzipierte Max-Planck-Institut für Strömungsforschung in Göttingen erhält weitere 5,47 Millionen Euro als Anschubfinanzierung für den Aufbau der theoretischen und der beiden experimentell arbeitenden Abteilungen.

Mit Forschungsfragen der Kognitiven Neurowissenschaften befasst sich die gleichnamige Abteilung am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen - von der Stiftung jetzt erneut gefördert mit rund 52.000 Euro. Forschungsschwerpunkt ist der Einfluss von Aufmerksamkeit auf die Verarbeitung sensorischer Informationen. Ziel ist es, das Verständnis der neuronalen Grundlagen komplexer Leistungen von Nervensystemen zu verbessern.

250.000 Euro erhält das Göttinger Experimentallabor XLAB, eine Einrichtung der Universität Göttingen. Es soll mit einem umfangreichen Angebot an Praktika bei Schülern der Sekundarstufen I und II das Interesse für Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik wecken. XLAB schlägt somit eine Brücke zwischen universitärer Forschung und dem künftigen wissenschaftlichen Nachwuchs.

Universität Hannover:

Die Max-Planck-Gesellschaft wird die in Hannover ansässige Außenstelle des Potsdamer Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik ausbauen und die Zusammenarbeit mit dem Institut für Atom- und Molekülphysik der Universität Hannover vorantreiben. Die VolkswagenStiftung unterstützt dies jetzt erneut, und zwar mit rund 800.000 Euro.

Fachhochschule Hannover:

138.000 Euro erhält der Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule Hannover für den Forschungsschwerpunkt "Automatisierung umwelt- und bioverfahrenstechnischer Prozesse und Systeme".

Medizinische Hochschule Hannover:

Das Institut für Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Hochschule Hannover erhält 150.000 Euro für ein Mehrfarbendurchflusszytometer mit Zellsortiereinrichtung. Mit 250.000 Euro wird der Aufbau einer Arbeitsgruppe "Pharmako- und Toxikogenomics" am Zentrum Pharmakologie und Toxikologie der Hochschule unterstützt.

Fachhochschule Hildesheim-Holzminden-Göttingen:

Der Fachbereich Physik, Mess- und Feinwerktechnik der Fachhochschule Hildesheim - Holzminden - Göttingen erhält weitere rund 110.000 Euro für seinen Forschungsschwerpunkt "Laser- und Plasma-Oberflächenbehandlung von Holz".

Hameln:

Das Institut für Solarenergieforschung in Hameln erhält 552.000 Euro für die Anschaffung von Geräten zu Forschungszwecken - darunter ein Infrarot-Kamerasystem und eine Plasmaätzanlage.

Lüneburg:

Mit knapp 300.000 Euro gefördert wird am Institut für Umweltkommunikation der Universität Lüneburg das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben "Nachhaltige Entwicklung im Kontext universitärer Aufgabenstellungen".

Oldenburg:

Zur Verbesserung der Forschungsinfrastruktur erhält der Fachbereich Biologie der Universität Oldenburg rund 54.000 Euro, mit 174.000 Euro unterstützt wird an der Hochschule die seit 2001 arbeitende Forschergruppe "BioGeoChemie des Watts" - und 100.000 Euro erhält der Forschungsbereich "AVACS - Automatic Verification and Analysis of Complex Systems".

Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven:

An der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven wird mit rund 147.000 Euro am Institut für Umwelttechnik der Forschungsschwerpunkt "Biologische Bodensanierung" unterstützt; 175.000 Euro erhält der Fachbereich Sozialwesen am Standort Emden für den Forschungsschwerpunkt "Entwicklung von Modellen und Standards integrativer Versorgung im Bereich der Rehabilitation von Patienten mit motorischen Störungen".

Den neuen Forschungsschwerpunkt "Dynamische optische 3D-Messtechnik" am Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven unterstützt die Stiftung zunächst mit rund 171.000 Euro. Mit rund 193.000 Euro gefördert wird der neue Forschungsschwerpunkt "Applikationen für massiv parallele Rechnercluster" am Fachbereich Technik - Abteilung Elektrotechnik und Informatik der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven.

Osnabrück:

An der Universität Osnabrück wird derzeit ein europawissenschaftliches Zentrum eingerichtet, unter dessen Dach das European Legal Studies Institute (ELSI) Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Rechtsvergleichung und Rechtsvereinfachung bündeln wird. Die Stiftung bewilligt hierfür jetzt rund 600.000 Euro. Des Weiteren erhält das Institut für Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung der Universität Osnabrück zur Unterstützung des Projekts "Study Group on a European Civil Code" 53.700 Euro.

Für dringend benötigte Geräte erhält der Fachbereich Physik - Experimentalphysik (Schwerpunkt: Lokale Sonden) der Universität Osnabrück 350.000 Euro; angeschafft werden können davon unter anderem ein Ultra-Hochvakuum-Raster-Kraft-Mikroskop, Kraftmikroskope für Messungen bei variablen und sehr tiefen Temperaturen, Kryoeinrichtungen, eine Analysekammer mit Transfersystem.

Mit rund 160.000 Euro unterstützt wird an der Universität Osnabrück im Fachbereich Mathematik/Informatik die Professur "Wissensbasierte Systeme - Informatik"; darüber hinaus erhält der Fachbereich der Hochschule weitere 80.000 Euro zur Stärkung der Professur "Stoffstrom-Management". Und rund 56.000 Euro dienen dem dortigen Fachbereich Humanwissenschaften zur Beschaffung von Kleingeräten für die elektrophysiologischen Messplätze und die psychophysischen Labore.

Das 2001 eingerichtete, fachübergreifend und interdisziplinär arbeitende Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück nimmt sich Fragen der künstlichen Intelligenz, der Linguistik, Computer- und Psycholinguistik, der Kognitionspsychologie und Philosophie der Kognition, der Neuroinformatik und Neurobiologie an - und erhält dafür rund 677.000 Euro.

Der Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Osnabrück erhält rund 300.000 Euro für Geräteausstattung; das dortige Institut für Chemie - ebenfalls für die Anschaffung von Geräten - weitere 630.000 Euro, und zwar für ein Transmissions-Elektronenmikroskop und ein Röntgen-Pulverdiffraktometer mit Parallel-Detektor.

Mit rund 200.000 Euro gefördert wird an der Fachhochschule Osnabrück, Fachbereich Agrarwissenschaften - Fachgebiet Umweltschonende Pflanzenproduktion, der neue Forschungsschwerpunkt "’Precision Farming’ als Instrument der interdisziplinären potenzialorientierten Landnutzung".

Eine Broschüre zu 40 Jahren Förderung im Niedersächsischen Vorab ist erhältlich unter seeliger@volkswagenstiftung.de

Kontakt:

VolkswagenStiftung
Niedersächsisches Vorab
Telefon: 05 11/83 81 - 256
E-Mail: hof@volkswagenstiftung.de

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse04/29112004.pdf

Weitere Berichte zu: Forschungsinfrastruktur Humanmedizin

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