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Philipps-Universität Marburg vergibt Behring-Preis an Ruslan M. Medzhitov

18.11.2004


Der US-Amerikaner Ruslan M. Medzhitov erhielt heute einen der höchst dotierten deutschen Medizin-Auszeichnungen für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der angeborenen und der erworbenen Immunantwort. Die Universität Marburg vergibt den Emil von Behring-Preis im Andenken an seinen ehemaligen Professor für Hygiene. Der erste Nobelpreisträger für Medizin wirkte bis zu seinem Tode 1917 in Marburg.



Die Philipps-Universität verlieh heute den Emil von Behring-Preis 2004 an Professor Dr. Ruslan M. Medzhitov. Der Immunbiologe wird damit für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der angeborenen und der erworbenen Immunantwort geehrt. Dem Wissenschaftler ist es gelungen, eine Klasse von wenigen Molekülen zu definieren, die in konstanter Form auf Immunzellen vorhanden ist (Toll Like Rezeptor/TLR) und mit ebenfalls konstant vorhandenen Komponenten von Pathogenen interagiert. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit, auf viele Erreger unmittelbar und ohne Zeitverlust mit einer adäquaten Immunantwort zu reagieren. Medzhitov konnte zeigen, dass der von ihm klonierte Rezeptor eine Verbindung zwischen angeborener und erworbener Immunität darstelle und das Rezeptoren der angeborenen Immunität das erworbene Immunsystem kontrollieren, erklärte der Laudator Professor Dr. Michael Lohoff die Verdienste des Preisträgers.

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Der 1966 in der Sowjetunion geborene und an der Universität Moskau promovierte Medzhitov forscht und lehrt seit 1993 an der amerikanischen Yale Universität in New Haven. Im Rahmen des dies academicus des Fachbereichs Medizin überreichte ihm Universitätspräsident Professor Dr. Volker Nienhaus die Auszeichnung, die die Philipps-Universität zum Andenken an Behring gestiftet hat: Der erste Nobelpreisträger für Medizin (1901), der das Diphterie-Serum entdeckte und die Serumtherapie begründete, arbeitete von 1895 bis zu seinem Tode im Jahre 1917 als Professor der Hygiene in Marburg. Für bedeutende wissenschaftliche Leistungen auf seinen Arbeitsgebieten vergibt die Philipps-Universität alle zwei Jahre den Preis, der eine Medaille mit dem Bildnis von Emil von Behring und einen Geldbetrag von derzeit 25 000 Euro umfasst - beides gestiftet vom Marburger Impfstoffhersteller Chiron Vaccines. Der Emil von Behring-Preis gehört damit zu den derzeit attraktivsten Medizinpreisen einer deutschen Hochschule.

Dr. Viola Düwert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de

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