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Naturschutzpreis muna (Mensch und Natur) belohnt Engagement

12.11.2004


Wieder da: die Beutelmeise. Der Vogel mit der exotischen Nestbauweise lebt inzwischen wieder im Naturschutzgebiet Rhäden, das auf die Initiative Walter Gräfs zurückgeht. Foto: Udo Becker, Obersuhl.


Kampf für eine naturnahe Elbe: Aktivisten des Vereins Pro Elbe bei einem ihrer öffentlichkeitswirksamen Auftritte.


Gleich sechsmal wird in diesem Jahr die Auszeichnung muna (Mensch und Natur) vergeben: eine Fachjury befand fünf Ideen zum Naturschutz sowie ein Lebenswerk für preiswürdig.

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Der Preis für aktiven Umweltschutz von ZDF.umwelt und Deutscher Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeichnet zum dritten Mal Menschen und Initiativen aus, die ehrenamtlich und aus eigener Motivation Projekte zum Erhalt von Lebensräumen, Pflanzen- und Tierarten in Gang gebracht haben. Die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs, die sich über je 5.000 Euro freuen können, werden am Sonntag, 14.11., ab 13.15 Uhr in der Sendung "ZDF.umwelt" vorgestellt.

Lacoma e.V.: Kampf gegen Braunkohlebagger


Schauplatz: ein Ort nahe Cottbus. Die Braunkohlebagger rücken immer näher. Sie bedrohen eine europaweit bedeutende Teichlandschaft, in der auf 380 Hektar seltene Tier- und Pflanzenarten leben, darunter die stark gefährdete Rotbauchunke. Der Verein Lacoma e.V. (Cottbus) will sich damit nicht abfinden: seit über einem Jahrzehnt setzt er sich für den Schutz des Lacomaer Teichgebiets ein. Für dieses Engagement, das Alternativen zur Energieversorgung und Arbeitsplatzsicherung ebenso enthält wie die Kartierung von Flora und Fauna, erhält der Verein Lacoma die muna 2004 in der Kategorie Nachhaltigkeit.

Bürgerinitiative Pro Elbe: für eine naturnahe Elbe

Auch die Bürgerinitiative Pro Elbe (Magdeburg) kämpft. Ihr Ziel: ein ökologisch und ökonomisch sinnvoller Umgang mit der Elbe. Um künftig verheerende Hochwasser zu vermeiden, wehrt sich Pro Elbe gegen den Ausbau des Flusses und setzt sich für den Erhalt naturnaher Auen ein. Symbol dieses Kampfes ist der markante Domfelsen in der Elbe bei Magdeburg, der teilweise abgetragen werden soll, um Platz für zweispurigen Schiffsverkehr zu schaffen. Damit würde die Elbe breiter, der Wasserdurchfluss ansteigen und der durchschnittliche Wasserstand sinken. Die Folge: die nahe gelegene Weichholzaue würde austrocknen. Dabei sind diese seltener werdenden Lebensräume besonders wichtig für den Hochwasserschutz. Für ihr öffentlichkeitswirksames Engagement erhält Pro Elbe die muna 2004 in der Kategorie Kommunikation.

Jugendpreis: NAJU-Gruppe Voerde

Der muna-Jugendpreis geht an die Naturschutzjugend-Gruppe (NAJU) aus Voerde (NRW). 40 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren lernen hier praktischen Naturschutz. Sie sammeln Naturerfahrungen, lernen, was Biotop- und Artenschutz heißt und werden motiviert, auch außerhalb der NAJU aktiv zu werden. Zusätzlich kommt das Engagement nicht zu kurz: die Kinder basteln zum Beispiel Futtertöpfe für Vögel und verteilen diese in einem Seniorenheim, damit dessen Bewohner die heimische Vogelwelt beobachten können.

Nicolas Schetelig: ideenreich für Vögel

Gleich zwei Preise wurden in der Kategorie Idee vergeben. Der 20-jährige Nicolas Schetelig (Norderney) entwickelte das internetbasierte Vogel-Erfassungsprogramm "Ornalyzer". Die Internetseite will Naturfreunde motivieren, ihre Beobachtungen online zu registrieren. So soll eine stets aktuelle Kommunikationsplattform für Vogelkundler entstehen, damit Daten nicht ungenutzt in privaten Archiven verschwinden und für eine wissenschaftliche Auswertung verloren gehen. Bei flächendeckender Nutzung der Datenbank wären gezielte Schutzmaßnahmen schneller möglich.

Dr. Dorothea Elsner und Norbert Hirneisen: Artenschutz online

Ebenfalls in der Kategorie Idee prämiert wurden Dr. Dorothea Elsner und Norbert Hirneisen (Stuttgart). Auf ihrer Internetseite "science4you" können Artenfunde registriert, verglichen und so der Schutz von Arten mitgestaltet werden. Die gesammelten Daten können für wissenschaftliche Auswertungen und frühzeitige Prognosen genutzt werden.

Auszeichnung für das Lebenswerk: Walter Gräf

Der Preis für das Lebenswerk geht an Walter Gräf aus dem hessischen Wildeck-Obersuhl. Der 70-jährige ist seit mehreren Jahrzehnten treibende Kraft eines Projekts zur Renaturierung und Erhaltung des Feuchtgebiets Rhäden zwischen Hessen und Thüringen. Dank seiner Arbeit hat sich der Rhäden zu einem wichtigen Vogelschutzgebiet entwickelt. Nach der Wende gelang es Gräf, das ehemalige Sperrgebiet auf thüringischer Seite in das Schutzgebiet aufnehmen zu lassen.

Ansprechpartner: Dr. Uwe Fuellhaas, Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Tel.: 0541/9633-930, u.fuellhaas@dbu.de

Dr. Uwe Fuellhaas | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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