Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frost & Sullivan Technologie-Innovations-Preis an Berliner Biotechnologie-Unternehmen atugen verliehen

04.11.2004


Die atugen AG hat den diesjährigen Frost & Sullivan Preis für die therapeutische Entwicklung von RNA-Interferenz (RNAi) Technologien erhalten. Der Preis unterstreicht die Rolle der atugen AG als Technologieführer im funktionellen "Gene Silencing" und der therapeutischen Entwicklung von kurzen, synthetischen RNAi Molekülen (siRNA).


Dabei handelt es sich um eine neue Art von Wirkstoffen, die eine krankheitserzeugende Fehlfunktion in unserem Körper unwirksam machen können. Das Prinzip basiert darauf, dass die Übertragung der Geninformation auf Proteine als Werkzeuge der Körperfunktionen gehemmt wird. Hierbei hat das Unternehmen neue, synthetische siRNA-Strukturen für eine ganze Reihe von therapeutischen Anwendungen entwickelt. Frost & Sullivan heben dabei hervor, dass atugen neben den patentgeschützten siRNA-Wirkstoffen auch eine effiziente Delivery-Technologie entwickelt hat, mit der die siRNA-Moleküle in das Zielgewebe transportiert wird und dadurch die Funktionalität fördert. Frost & Sullivan wörtlich zum Vorteil der Technologie von atugen: "Dadurch wurden zwei große Herausforderungen der therapeutischen Anwendung von siRNAs - Stabilität und Delivery - in einem einzigen Schritt gemeistert."

In dem offiziellen Schreiben begründet Frost & Sullivan die Preisverleihung damit, dass "atugens proprietäre siRNA-Moleküle stabiler als konventionelle siRNA Moleküle sind. Die Stabilität wurde durch Synthese natürlich vorkommender Einheiten im siRNA-Molekül erreicht, die keine toxischen Produkte im Körper bilden sollten."


atugen wurde 1998 in Berlin gegründet und arbeitet seit mehr als 5 Jahren mit Kunden und Entwicklungspartnern der biopharmazeutischen Industrie zusammen, wobei das Unternehmen seine "Gene Silencing"-Technologien zur Targetidentifizierung und -validierung einsetzt. In diesem Jahr hat atugen auch neue Partnerschaften zur Erforschung und Entwicklung von auf siRNA basierenden Arzneimitteln geschlossen, so zum Beispiel die im September dieses Jahres bekannt gegebene Kollaboration mit Sanofi-Aventis.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates von atugen, Jeremy Curnock Cook, kommentierte den Erhalt des Preises: "Wir sind hoch erfreut, dass Frost & Sullivan die großen Fortschritte, welche die atugen AG in nur wenigen Jahren in ihrem therapeutischen siRNA-Programm in Richtung klinische Entwicklung gemacht hat, mit diesem Preis belohnt. Wir glauben, dass gerade die große Ähnlichkeit der Patienten-RNA mit atugens siRNA dazu führt, dass entsprechende Arzneimittel nicht nur effizient, sondern auch sicher in der Anwendung sind.

RNA-Interferenz (RNAi) steht für einen erst vor wenigen Jahren entdeckten Mechanismus, den viele Lebewesen und auch wir Menschen nutzen, um Körperfunktionen zu regulieren oder auch Virusinfektionen abzuwehren. Während traditionelle Arzneimittel fast ausschließlich an Proteinen, den eigentlichen Funktionsorten im Körper ansetzen, interferieren diese neuen Wirkstoffe mit der Ribonukleinsäure (RNA), d. h. mit der Informationsübertragung zur Herstellung dieser Proteine in unseren Zellen. Die dazu verwendeten Wirksubstanzen sind ebenfalls kurze Nukleinsäuremoleküle (siRNAs), die aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften viel spezifischer wirken können, als dies mit den bisher üblicherweise Arzneimitteln möglich ist. atugen hat nun diese siRNA-Moleküle dahingehend optimiert, dass diese an den Ort der Krankheit gebracht werden können um dort ihre Wirksamkeit zu entfalten. Damit ist eine neue Generation von Arzneimitteln entstanden, die auf dem Weg zur Anwendung im Menschen ist.

atugen AG

atugen AG, das biopharmazeutische Unternehmen für therapeutische RNAi, hat seinen Sitz in Berlin und beschäftigt zur Zeit ungefähr 40 Mitarbeiter. atugens therapeutischen RNAi Programme konzentrieren sich auf in vivo-Anwendungen in der Onkologie und bei Lebererkrankungen. Dabei kommen insbesondere die Erfahrung und Expertise der atugen AG in Oligonukleotid-Delivery sowie die patentgeschützten, chemisch stabilisierten siRNA-Strukturen (atuRNAi) zur Anwendung. Wichtige Meilensteine in diesem Jahr waren die ersten Proof-of-Concept Studien, die in einem Diabetes-Modell eindeutig zeigten, dass atugens atuRNAi Moleküle im Tier effizient eingesetzt werden können. Weitere erfolgreiche Tierstudien gab es auch mit mehreren Maus-Tumormodellen. Neben der Arzneimittelentwicklung hat atugen auch ein profitables Auftragsforschungsgeschäft, das unter anderem in vitro und in vivo Targetvalidierung anbietet. Im Laufe der Jahre ging die atugen größere Forschungskollaborationen mit mehr als zwei Duzend Pharma- und Biotechnologieunternehmen ein.

Kontakt:

Dr. Andre Lochter, Director Business Development
Tel: +49 30 9489 2804
Email: lochter@atugen.com

Frost & Sullivan

Frost & Sullivan wurde 1961 gegründet und ist heute eines der weltweit führenden Unternehmensberatungsunternehmen im Bereich der Hochtechnologie. Frost & Sullivan liefert seinen Kunden in allen Hochtechnologie-Branchen wichtige Daten für strategische Entscheidungen. Seminare, Konferenzen und Managementtrainings ergänzen das Angebot. Frost & Sullivan verfügt über eigene Büros in London, Paris und Frankfurt, sowie über eigene Forschungszentren in Kalifornien, London und Singapur. Der Frost & Sullivans Technologie-Innovations-Preis wird Unternehmen (oder Personen) verliehen, die innovative, wissenschaftliche Forschung betrieben haben, von welcher erwartet werden kann, dass sie die Wettbewerbslandschaft der jeweiligen Technologie-Sparte signifikant verändern wird.

Kontakt: Stacie Jones, +1 210 247 2450, Stacie.jones@frost.com

Christine Jahn | atugen AG
Weitere Informationen:
http://www.atugen.com
http://www.frost.com

Weitere Berichte zu: Arzneimittel Molekül Protein RNAi Technologie-Innovations-Preis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften