Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FARBE & LACK-Preis 2004 geht an BASF-Forscher

29.09.2004


Beitrag über wässrige Nanokomposite als neue Bindemittel für Anstriche ausgezeichnet


Der von der gleichnamigen Fachzeitschrift gestiftete FARBE & LACK-Preis wurde in diesem Jahr an zwei Forscher der BASF vergeben: Dr. Franca Tiarks und Dr. Jörg Leuninger, Polymerforschung und Entwicklung Anstrichrohstoffe in der Geschäftseinheit Klebstoff- und Bauindustrie Europa. Die Preisverleihung fand während der diesjährigen Vortragstagung der Fachgruppe Anstrichstoffe und Pigmente (APi) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in Ulm statt. Ausgezeichnet wurden Franca Tiarks und Jörg Leuninger für einen Beitrag mit dem Titel Wässrige Nanokomposite – Dispersionen nanostrukturierter Silica-Acrylat-Partikel – Eine neue Bindemittelgeneration, an dem auch die Co-Autoren Dr. Harm Wiese aus der BASF-Polymerforschung und Dr. Bernhard Schuler, Leiter der Entwicklung Anstrich und Bauchemie, maßgeblich beteiligt waren.

„Originalität, wissenschaftliche Bedeutung, Praxisrelevanz und Anschaulichkeit Ihrer Arbeit haben die Jury-Mitglieder überzeugt; Ihr Beitrag hat mit einem deutlichen Abstand die höchste Punktzahl bekommen“, sagt Dr. Dirk Meine, Wissenschaftsredakteur bei FARBE & LACK und Jury-Mitglied.


„Wir wollen unser Portfolio bewährter Anstrichmittelrohstoffe für unsere Kunden attraktiver machen, indem wir es gezielt durch Spezialitäten ergänzen. Die Arbeiten von Franca Tiarks, Jörg Leuninger und anderen tragen entscheidend dazu bei, neue Produkte in den Markt einzuführen und, wie mit der vorliegenden Untersuchung, neue Ansätze für innovative Produkte von morgen zu entwickeln “, erklärt Ralph Schweens, Leiter der Geschäftseinheit Klebstoff- und Bauindustrie Europa. „Die Verleihung des FARBE & LACK-Preises, über die wir uns natürlich sehr freuen, zeigt, dass unser gesamtes Anstrichteam hervorragende Arbeit leistet und wir auch andere davon überzeugen konnten.“

Filme auf Nanokompositbasis mit vorteilhaftem Eigenschaftsprofil

Organische Polymere wie Reinacrylat oder Styrolacrylat sind in Form wässriger Dispersionen ein wesentlicher Rohstoff für die Herstellung umweltfreundlicher Farben und Lacke auf Wasserbasis. Sie haben hier die Funktion eines Bindemittels: Nach dem Auftragen der Farbe verdunstet das Wasser, die Polymerteilchen mit einem Durchmesser von 100 bis 150 Nanometer rücken zusammen und bilden einen flexiblen und vor allem transparenten Film. Grundlegende Idee war nun die Verbesserung der Filmeigenschaften durch Zugabe anorganischer Hartphasen, in diesem Fall Silicapartikel mit einem Durchmesser von 10 bis 20 Nanometer. Wie sich gezeigt hat, können Verbesserungen nur dann erzielt werden, wenn die anorganischen Silicateilchen in dem organischen Polymerteilchen der wässrigen Dispersion bereits homogen verteilt sind. Mit Hilfe der BASF-Forschung ist es gelungen, derartige Nanokomposit-Dispersionen über das Verfahren der sogenannten Emulsionspolymerisation herzustellen. Ergebnis: Die Polymerfilme auf Nanokompositbasis zeigen ein deutlich verbessertes Eigenschaftsprofil:

Erhöhung der Eindringhärte

hohe Dehnbarkeit trotz hohem Silica-Anteil

kein Erweichen oder Fließen des Polymers bis etwa 150°C

schnelles Trocknen nach Wasseraufnahme

keine Quellung bei Wasserbelastung und dementsprechend hohe Weißanlaufresistenz

hohe Wasserdampfdurchlässigkeit

brennbar, aber dabei nicht abtropfend

Ideale Bindemittel für Holzlasuren oder Fassendenfarben

„Mit dem Eigenschaftsprofil dieser neuen Bindemittelgeneration eröffnet sich für unsere Kunden in der Anstrichindustrie die Möglichkeit, Endprodukte wie zum Beispiel Holzlasuren oder Fassadenfarben weiter zu verbessern“, sagt Dr. Alexander Haunschild, verantwortlich für das Marketing Anstrichrohstoffe in der Geschäftseinheit. So habe man eine Holzlasur auf Nanokompositbasis formulieren können, die über eine bessere Frühblockfestigkeit verfüge und zugleich eine höhere Dehnbarkeit aufweise. Für die Anwendung in Fassadenfarben seien insbesondere die hohe Wasserdampfdurchlässigkeit und die ausgezeichnete Schmutzresistenz von Vorteil.

„Unsere derzeitigen Standardprodukte haben sich für die Herstellung hochwertiger Lacke und Farben bestens bewährt und sind im Markt entsprechend etabliert. Aber wir wollen neue Standards setzen, Innovationen, mit denen unsere Kunden erfolgreicher werden können. Erst kürzlich konnten wir einige neue Spezialitäten für Hochglanzlacke und Buntsteinputze in den Markt einführen. Mit den Nanokomposit-Dispersionen haben wir sogar eine ganz neue Bindemittelgeneration in der Pipeline“, erklärt Alexander Haunschild.

Als führender Anbieter für die Bau- und Anstrichindustrie entwickelt, produziert und vermarktet die BASF weltweit Polymerdispersionen, -pulver und -lösungen auf der Basis von Acrylaten, Styrol und Butadien. Sie werden zum Beispiel für die Herstellung von Putzen, Spachtelmassen, Betonfließmitteln, Dachbeschichtungen oder Fliesenklebstoffen verwendet. In Lacken und Anstrichen dienen sie als Bindemittel. Besondere Stärken der BASF sind ihre leistungsfähige Forschung, Entwicklung und Anwendungstechnik. Das Geschäft ist Teil des Unternehmensbereichs Veredlungspolymere im BASF-Segment Veredlungsprodukte.

| BASF News
Weitere Informationen:
http://www.basf.com

Weitere Berichte zu: Bindemittel Dispersion Nanokompositbasis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie