Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

European Young Investigator Award an Würzburger Sozialpsychologe

30.07.2004


Es ist nicht der erste Wissenschaftspreis, den er bekommt, aber der bislang wohl gewichtigste: Thomas Mussweiler (35), Sozialpsychologe an der Uni Würzburg, gehört zu den 25 jungen Wissenschaftlern, die 2004 mit dem "European Young Investigator Award" ausgezeichnet werden. Jeder Preisträger erhält für seine Forschungen rund eine Million Euro, wie gestern in Brüssel bekannt gegeben wurde.


Thomas Mussweiler



Mussweiler befasst sich mit der zentralen Rolle, die Vergleichsprozesse beim Fällen von Urteilen oder Entscheidungen spielen. "Wann immer wir ein Objekt, eine andere Person oder uns selbst beurteilen, so tun wir dies in einer relativen oder vergleichenden Weise", sagt der Psychologe. Soll ein Mensch seine Sportlichkeit einschätzen, dann fällt ihm das schwer - es gelingt ihm nur, wenn er Vergleiche anstellt. Sein Urteil hängt dann wiederum stark von den Standards ab, mit denen er sich verglichen hat. Beispiel: Ein 40 Jahre alter Mann, der hin und wieder Fahrrad fährt oder joggt, wird seine Sportlichkeit im Vergleich zu seiner 60-jährigen Großtante sicher ganz anders bewerten als im Vergleich zu dem fitnessbesessenen Studenten aus der Nachbarschaft.

... mehr zu:
»Investigator »Psychologie


Mussweiler: "Obwohl diese Relativität des Urteilens einen Grundpfeiler der psychologischen Forschung bildet, ist wenig darüber bekannt, wie der Mensch Vergleiche durchführt. Welche psychologischen Mechanismen liegen Vergleichsprozessen zugrunde? Welches Wissen über Urteilsobjekt und Standard wird für einen Vergleich herangezogen? Wie beeinflussen Vergleiche unsere Urteile und Entscheidungen, und wie verändern sie unsere Sichtweise der beteiligten Objekte und Personen? Diesen Fragen gilt das Hauptaugenmerk meiner Forschung."

Als Träger des "European Young Investigator Award" bekommt der junge Forscher nun die Möglichkeit, am Würzburger Institut für Psychologie seine eigene Nachwuchsgruppe mit vier Stellen für Doktoranden oder Postdoktoranden aufzubauen und zu leiten. Insgesamt waren für den Award 762 Anträge eingereicht worden, nur 133 davon gingen weiter in die internationale Begutachtung. Unter den 25 Preisträgern sind vier aus Deutschland.

Mussweiler, der 1969 in Wittlich in der Eifel geboren wurde, studierte Psychologie in Trier. Nach Würzburg kam er 1995 zusammen mit Professor Fritz Strack. Erst vor wenigen Wochen wurde er von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie mit dem Charlotte-und-Karl-Bühler-Preis ausgezeichnet: Mussweiler sei einer der produktivsten und international einflussreichsten Psychologen seiner Generation - so hieß es in der Laudatio. Diese Einschätzung dürfte durch die Verleihung des europäischen Forschungspreises nun bestätigt sein.

Der Preis für die Nachwuchsforscher wurde erstmals gemeinsam von europäischen Forschungsorganisationen unter dem Dach der "European Heads of Research Councils" (EUROHORCs) vergeben. Er soll den Karriereweg der kommenden Generation führender Forscher unterstützen und die Attraktivität des europäischen Forschungsraums erhöhen. Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und derzeitig auch Präsident der EUROHORCs, wird die Auszeichnungen am 26. August beim "EuroScience Open Forum" in Stockholm verleihen.

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Investigator Psychologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie
28.06.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Revolutionäres Desinfektionsverfahren und Referenzmaterial für Genanalysen sind UNIQUE-Sieger
28.06.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Supersensitive through quantum entanglement

28.06.2017 | Physics and Astronomy

X-ray photoelectron spectroscopy under real ambient pressure conditions

28.06.2017 | Physics and Astronomy

Mice provide insight into genetics of autism spectrum disorders

28.06.2017 | Health and Medicine