Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FU-Physiker Alexander Schnegg erhält den Carl-Ramsauer-Preis

09.06.2004


Dr. Alexander Schnegg ist der Preisträger der FU Berlin bei der diesjährigen Verleihung des Carl-Ramsauer-Preises. Der Preis wird seit 1988 jährlich für hervorragende Dissertationen, die auf dem Gebiet der Physik, Elektrotechnik und verwandter wissenschaftlicher Gebiete an den drei Berliner Universitäten und der Universität Potsdam entstanden sind, vergeben. Die Ehrung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro verbunden. Benannt wurde der Preis nach dem ersten Leiter des AEG Forschungsinstituts, dem Experimentalphysiker Prof. Dr. Carl Ramsauer.



Die Verleihung der Carl-Ramsauer-Preise findet am Donnerstag, dem 17. Juni 2004, um 17.00 Uhr, an der Technischen Universität im Hörsaal PN 201, Hardenbergstraße 36, statt.

... mehr zu:
»Dissertation »Physik »Protein


Alexander Schnegg arbeitete in seiner Dissertation "Hochfeld-EPR an Elektronentransferproteinen" mit der Methode der elektron-paramagnetischen Resonanz (EPR). Das ist eine spektroskopische Technik, die u.a. eingesetzt wird, um Photosyntheseprozesse zu analysieren. Sie untersucht, wie sich Elektronenspins in einem Magnetfeld ausrichten. Elektronenspins können als empfindliche Sonden im Inneren von Proteinen verwendet werden.

Zum Hintergrund: Wie die für die Photosynthese verantwortlichen Moleküle bei Pflanzen und Bakterien aufgebaut sind, ist bekannt. Physikalisch unklar ist jedoch, warum die Elektronentransferprozesse der Photosynthesereaktion nur in eine Richtung ablaufen. Die räumliche Anordnung von Elektronen in einem Protein liefert darum wichtige Hinweise, wie dieser für die Photosynthese so essenzielle Elektronentransfer abläuft. Schneggs Forschungen bedeuten einen wichtigen Schritt in Richtung einer Antwort auf diese Frage. Anhand von photosyntheseaktiven Proteinen galt es herausfinden, ob die Elektronendichteverteilung variiert, wenn man das Protein geringfügig gentechnisch verändert. Mit der EPR-Methode konnte er diesen Nachweis erbringen. Schneggs Verdienst war es überdies, das technische Knowhow des EPR-Gerätes, mit dem er und seine Arbeitsgruppe solche elektroparamagnetischen Resonanzmessungen vornehmen, entscheidend weiterzuentwickeln. Unter anderem entwickelte er eine neue phasenempfindliche Mikrowellenbrücke, die es erlaubt die schnellen Reaktionen des Elektronentransfers in Echtzeit zu verfolgen.

Alexander Schnegg (Jahrgang 1969) studierte ab 1989 an der Freien Universität Berlin Physik. Seit 1998 arbeitet Schnegg als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Klaus Möbius am Institut für Experimentalphysik. Während seiner Promotionszeit nahm er ein zweijähriges Aufbaustudium in medizinischer Physik auf, das er mit dem Prädikat "Sehr gut" beendete. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Frankreich, Israel und Russland. Im November 2003 verteidigte er seine Dissertation mit dem Prädikat "summa cum laude".

Nähere Informationen: Dr. Alexander Schnegg, Institut für Experimentalphysik der Freien Universität Berlin, Tel.: 030/ 838 56 045, E-Mail: alexander.schnegg@physik.fu-berlin.de

Anke Assig | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

Weitere Berichte zu: Dissertation Physik Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops