Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU fördert erstes Europäisches Exzellenznetzwerk für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

27.05.2004


Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit fünf Millionen Todesfällen im Jahr (2002) die häufigste Todesursache in Europa. Das heißt, 50 Prozent aller Menschen sterben an den Folgen von Herz-Kreislauf-Problemen. Darüber hinaus ist mit dem Altern der Bevölkerung (die meisten Patienten mit Herzversagen gehören den über 65-Jährigen an) die Häufigkeit von Herzversagen in ganz Europa und der EU auf alarmierende Weise angestiegen.



Die Europäische Kommission stellt daher neun Millionen Euro für das erste und einzige europäische Exzellenznetzwerk auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Forschung zur Verfügung. Das European Vascular Genomics Network (EVGN) wird aus der thematischen Priorität Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit des RP6 gefördert. Das Konsortium aus 25 Hochschul- und Forschungseinrichtungen aus neun europäischen Ländern und Israel will den Wissenstransfer in der Biologie fördern und beschleunigen, um die Diagnose und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern.



"Die ist eine einzigartige Gelegenheit, das wissenschaftliche Potenzial der europäischen Forschung auf dem Gebiet der Gefäßbiologie zusammenzuführen", sagte Alain Tedgui, der Projektleiter von Inserm-Transfert in Frankreich. "Die Ausrichtung auf ein gemeinsames Forschungsprogramm und die Errichtung einer Kommunikationsplattform erleichtert nicht nur den Austausch von Daten und Forschungsmaterial, sondern ermöglicht auch die Einführung von wissenschaftlichen Trainings- und Austauschprogrammen."

80 Prozent aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Folge von Atherosklerose, einem Vorgang, bei dem sich Blutfette an der Gefäßwand der Arterie ablagern. Es handelt sich um eine Krankheit mit vielen Faktoren für die eine Anzahl von Risikofaktoren festgemacht wurden wie zum Beispiel erhöhter Blutdruck, erhöhter Cholesterinspiegel, Rauchen, Diabetes und Altern. Allerdings legen zunehmende Beweise nahe, dass die individuelle Belastung durch diese Herz-Kreislauf-Risikofaktoren nicht der einzige ausschlaggebende Aspekt der Krankheit sind.

Daher besteht der dringende Bedarf an einer umfassenderen Kenntnis der wesentlichen, an der Atherosklerose und ihren Komplikationen beteiligten Mechanismen, um neue Ansätze für eine Diagnose und Therapie zu entwickeln, die auf die Vermeidung bzw. Begrenzung des Fortschreitens der Krankheit sowie auf die Förderung der funktionalen Erholung der durch Ischämie verletzten Organe abzielen.

Das EGVN verbindet neue post-genomische Forschungsansätze mit herkömmlichen biomedizinischen und biotechnologischen Ansätzen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Hoffnung ist, dass dieses Konzept die Umwandlung von Forschungsergebnissen in konkrete gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Vorteile durch Identifizieren neuer Diagnoseverfahren und Entwickeln neuer pharmakologischer, genetischer und zellbasierter Therapien optimiert.

Das EVGN-Netzwerk möchte den Technologietransfer zwischen den teilnehmenden Zentren erleichtern und den Austausch neuartiger Konzepte, experimenteller Methoden und Techniken ermöglichen. Das EVGN will außerdem ein europäisches Fortbildungsprogramm in Gefäßbiologie für Doktoranden, insbesondere Studenten aus osteuropäischen Ländern, entwickeln.

Ferner "wird das EVGN angesichts der Sorge der Öffentlichkeit bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen seine bedeutendsten Forschungsergebnisse und deren Folgen auch dem breiten Publikum für Laien verständlich mitteilen via [...] die EVGN-Website [...und] eine koordinierte Reihe von Vorträgen an ausgewählten, öffentlich zugänglichen Orten", berichtete Dr. Tedgui.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.evgn.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert für weitere drei Jahre Forschungen zu Kieselalgen
22.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Effiziente Tools für bildgebende Studien
21.03.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie