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Forschungspreise für zahlreiche UKE-Wissenschaftler

27.05.2004


Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben in den vergangenen Wochen Preise für ihre Forschungsarbeiten erhalten.



Prof. Dr. Dr. Thomas J. Jentsch, Institut für Molekulare Neuropathobiologie, hat den mit 10 000 Euro dotierten Adolf-Fick-Preis erhalten, die höchste und angesehenste Auszeichnung auf dem Gebiet der Physiologie im deutschsprachigen Raum. Sie wird nur alle fünf Jahre verliehen. Mit dem Preis werden die Forschungen seiner Arbeitsgruppen zu Chlorid- beziehungsweise Kaliumkanälen honoriert. Durch diese Arbeiten konnten mehrere Erbkrankheiten, die auf Mutationen in Chloridkanälen beruhen, aufgeklärt werden - so zum Beispiel bestimmte Nierenerkrankungen, die Myotonie (Muskelsteifigkeit) und eine Form der Osteopetrose (Marmorknochenkrankheit), bei der eine zu starke Verknöcherung vorliegt, die zu leichten Knochenbrüchen führt. Die Forscher hatten zudem zeigen können, dass Mutationen in bestimmten Kaliumkanälen zu einer seltenen erblichen Neugeborenenepilepsie führen und Mutationen in einem anderen Kaliumkanal zu einer langsam fortschreitenden Taubheit.



Für die Arbeiten auf dem Gebiet der Nierenphysiologie hat Professor Jentsch außerdem den Gottschalk Lecture Award der Renal Section der American Physiological Society erhalten.

Prof. Dr. Michael Amling, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, hat den mit 7500 Euro dotierten Hans-Liniger-Preis der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie erhalten. Die Untersuchungen seiner Arbeitsgruppe tragen zum besseren Verständnis von Krankheiten des Knochens (wie zum Beispiel der Osteoporose) bei und eröffnen neue Ansätze für die Suche nach Therapiestrategien. Ausgezeichnet wurden Arbeiten zum Skelettumbau sowie zur Regulation der Knochenmasse durch knochenabbauende und knochenbildende Zellen Die Forscher konnten zeigen, dass die Knochenmasse über einen Regelkreis, der Teile des Gehirns einschließt, auch zentral gesteuert wird, und nicht nur, wie bisher angenommen, rein lokal reguliert wird.

Dr. Marko Fiege, Klinik für Anästhesiologie, hat den 1. Preis des Writing Award der Malignant Hyperthermia Association of the United States erhalten. Das Preisgeld beträgt 2000 US-Dollar. Ausgezeichnet wurde seine Forschungsarbeit zu Zusammenhängen von Ecstasy und der so genannten "Malignen Hyperthermie". Maligne Hyperthermie ist eine vererbbare Muskelerkrankung, die sich normalerweise nur selten bemerkbar macht, unter Narkose jedoch eine schwere Stoffwechselentgleisung zur Folge haben kann. Wird so eine Maligne-Hyperthermie-Krise nicht sofort erkannt und behandelt, kann sie innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen. Die Arbeitsgruppe von Dr. Fiege hat nun entdeckt, dass auch Ecstasy ein Auslöser der malignen Hyperthermie zu sein scheint: Für Patienten, die die Veranlagung für diese Krankheit in sich tragen, besteht bei Ecstasy-Konsum höchste Lebensgefahr. Die Forscher konnten zudem zeigen, dass die bei maligner Hyperthermie angewandte Therapie auch bei einer Ecstasy-Vergiftung wirksam sein kann.

Dr. Karsten Wursthorn, Medizinische Klinik I, hat den mit 1000 Euro dotierten Posterpreis der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin sowie den mit 500 US-Dollar dotierten Travel Award der American Association for the Study of Liver Diseases erhalten. Die Auszeichnungen bekam er für Forschungsarbeiten im Rahmen einer klinischen Pilotstudie zur Behandlung der chronischen Hepatitis-B-Infektion mit einer neuartigen Wirkstoffkombination. Dabei wurde mit einer am UKE mitentwickelten Methode untersucht, welche Auswirkungen die Therapie auf das zentrale Molekül des Hepatitis-B-Virus in den Leberzellen hat. Die Kombinationsbehandlung scheint hierbei in größerem Umfang als bislang bekannt dieses Molekül zu unterdrücken. Für einen Patienten mit einer zusätzlichen HIV-Infektion führte dies zu einer in diesem Fall sehr seltenen Ausheilung der Virushepatitis.

Diplom-Biochemiker Alexander Laatsch, Institut für Biochemie und Molekularbiologie II, hat den mit 1000 Euro dotierten Young Investigator Award der Europäischen Atherosklerosegesellschaft erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm für seine Arbeit zum Fettstoffwechsel verliehen. Laatsch hatte untersucht, welche Mechanismen der Aufnahme von Fetten in die Leber zugrundeliegen. Damit die nicht-wasserlöslichen Fette im Blut keine "Augen" bilden, werden sie in "Körbchen" (aus Apolipoproteinen) transportiert. Die Leber "angelt" sich mit einem bestimmten Protein (LRP) diese fetthaltigen Körbchen aus dem Blut. Laatsch fand heraus, dass die Leber über einen speziellen Mechanismus zur Wiederverwertung dieser "Körbchen" verfügt und so für deren ständigen Nachschub sorgt. Reicht die Anzahl der auf der Zelloberfläche sitzenden Proteine nicht aus (zum Beispiel direkt nach der Nahrungsaufnahme), holt sich die Leberzelle aus ihrem Inneren Verstärkung.

Sarah Liese, Doktorandin in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, hat den mit 1000 US-Dollar dotierten Young Investigator Award der American Society of Bone and Mineral Research erhalten. Sie bekam die Auszeichnung für eine Arbeit, die dazu beiträgt, den Knochenstoffwechsel besser zu verstehen und somit neue Ansätze zur Therapie der Osteoporose zu finden. Sarah Liese untersucht mit alpha-GCRP und Calcitonin zwei Eiweiße (Proteine), die von demselben Gen gebildet werden. Ihre Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Protein alpha-GCRP eine knochenaufbauende Wirkung hat. Im Gegensatz dazu hemmt Calcitonin die Knochenneubildung. Beide Ergebnisse waren bisher unbekannt. Die Nachwuchswissenschaftlerin gehört zu den ganz wenigen, die diese Auszeichnung schon während des Studiums erhalten haben.

Dr. Hajo Reißmann, Klinik für Anästhesiologie, wurde mit einem zweiten Posterpreis der European Society of Intensive Care Medicine ausgezeichnet. Den Sachpreis im Wert von rund 300 Euro erhielt er für die Darstellung eines von UKE-Wissenschaftlern mitentwickelten Verfahrens zur schonenderen Beatmungstherapie von Patienten mit akutem Lungenversagen.

Dr. Dr. Max Heiland, Klinik für Zahn-, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, hat den mit 250 Euro dotierten Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie erhalten. Die Auszeichnung wurde für die Bemühungen seiner Arbeitsgruppe um eine patientenschonendere Methode zur Erstdiagnose von Knochenbrüchen im Gesicht verliehen.

Dr. Marion Schafft | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

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