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Max-von-Laue-Preis 2004 an Physiker der TU Dresden

09.03.2004


Der diesjährige Max-von-Laue-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kristallographie (DGK) wird am 15. März 2004 an den Dresdner Physiker Dirk C. Meyer verliehen. Mit dem Preis, der auf der Jahrestagung der DGK - die in diesem Jahr in Jena stattfindet - überreicht wird, werden besonders hervorragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Kristallographie geehrt.



Dirk C. Meyer erhält den Preis in Würdigung vielfältiger Arbeiten auf dem Gebiet der strukturellen Charakterisierung von Nanoschichtsystemen. Diese Form von Festkörpern, die aus dünnen Filmen von nur wenigen Atomlagen besteht, hat eine enorme technische Bedeutung. Nanoschichtsysteme sind, neben ihrer außerordentlichen Stellung in der Halbleiter-Chip-Produktion, unerlässlich für vielfältige Anwendungen in Speichermedien, für neuartige optische Systeme aber auch beispielsweise bei Implantaten als Mittler zwischen der unbelebten Materie und der biologischen Umgebung im Körper. Dabei kommt den Atomen, die unmittelbar an der Grenzfläche sitzen, eine entscheidende Bedeutung für die nutzbaren Eigenschaften zu. Erst wenn man die Atomanordnung in den Schichten kennt, die nur etwa ein Millionstel eines Millimeters dick sind, lassen sich diese besonderen Eigenschaften auch verstehen.

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Ein Schwerpunkt der Arbeiten, die Dirk C. Meyer am Lehrstuhl für Kristallographie des Instituts für Strukturphysik der TU Dresden in einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Peter Paufler durchführte, bestand in der Weiterentwicklung von Röntgenanalysenverfahren, mit denen die Struktur einzelner Atomlagen oder kleinster Partikel aus einer Hand voll Atomen in Nanoschichtsystemen vermessen werden kann. Ein wichtiger und international beachteter Schritt war dabei die Vereinigung der Beugung der Röntgenstrahlen mit deren spektroskopischer Charakterisierung in einem Experiment. Die wichtigsten Experimente führt die Arbeitsgruppe dabei regelmäßig am Hamburger Synchrotronstrahlungslabor des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) durch.

Max von Laue, dem mit der jährlichen Vergabe des Preises gedacht wird, gelang mit seinen Mitarbeitern im Jahre 1912 die erste erfolgreiche Realisierung der Beugung von Röntgenstrahlen an Kristallen. Seither ist dieses Verfahren, für das Max von Laue 1914 den Nobelpreis für Physik erhielt, das wichtigste Werkzeug zur ’Vermessung’ der Atomanordnung in Festkörpern und Molekülen, d. h. deren atomarer Struktur.

| idw

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