Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Max-von-Laue-Preis 2004 an Physiker der TU Dresden

08.03.2004


Der diesjährige Max-von-Laue-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kristallographie (DGK) wird am 15. März 2004 an den Dresdner Physiker Dr. Dirk C. Meyer verliehen. Mit dem Preis, der auf der Jahrestagung der DGK - die in diesem Jahr in Jena stattfindet - überreicht wird, werden besonders hervorragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Kristallographie geehrt.


Dirk C. Meyer erhält den Preis in Würdigung vielfältiger Arbeiten auf dem Gebiet der strukturellen Charakterisierung von Nanoschichtsystemen. Diese Form von Festkörpern, die aus dünnen Filmen von nur wenigen Atomlagen besteht, hat eine enorme technische Bedeutung. Nanoschichtsysteme sind, neben ihrer außerordentlichen Stellung in der Halbleiter-Chip-Produktion, unerlässlich für vielfältige Anwendungen in Speichermedien, für neuartige optische Systeme aber auch beispielsweise bei Implantaten als Mittler zwischen der unbelebten Materie und der biologischen Umgebung im Körper. Dabei kommt den Atomen, die unmittelbar an der Grenzfläche sitzen, eine entscheidende Bedeutung für die nutzbaren Eigenschaften zu. Erst wenn man die Atomanordnung in den Schichten kennt, die nur etwa ein Millionstel eines Millimeters dick sind, lassen sich diese besonderen Eigenschaften auch verstehen.

Ein Schwerpunkt der Arbeiten, die Dirk C. Meyer am Lehrstuhl für Kristallographie des Instituts für Strukturphysik der TU Dresden in einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Peter Paufler durchführte, bestand in der Weiterentwicklung von Röntgenanalysenverfahren, mit denen die Struktur einzelner Atomlagen oder kleinster Partikel aus einer Hand voll Atomen in Nanoschichtsystemen vermessen werden kann. Ein wichtiger und international beachteter Schritt war dabei die Vereinigung der Beugung der Röntgenstrahlen mit deren spektroskopischer Charakterisierung in einem Experiment. Die wichtigsten Experimente führt die Arbeitsgruppe dabei regelmäßig am Hamburger Synchrotronstrahlungslabor des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) durch.


Die Dresdener Wissenschaftler berichten regelmäßig auf internationalen Konferenzen, u.a. in den USA und Japan, oft zugleich über die Untersuchungsmethoden und zu den die untersuchten Materialien betreffenden Strukturinformationen, die für die Entwicklung neuartiger Anwendungen oder die Optimierung von technisch nutzbaren Eigenschaften benötigt werden. Dass dieses Wissen einen Vorsprung darstellt, belegen Patentanmeldungen der Arbeitsgruppe auch zu neuen Verfahren der Herstellung von Nanoschichten und deren technischer Nutzung.

Max von Laue, dem mit der jährlichen Vergabe des Preises gedacht wird, gelang mit seinen Mitarbeitern im Jahre 1912 die erste erfolgreiche Realisierung der Beugung von Röntgenstrahlen an Kristallen. Seither ist dieses Verfahren, für das Max von Laue 1914 den Nobelpreis für Physik erhielt, das wichtigste Werkzeug zur ’Vermessung’ der Atomanordnung in Festkörpern und Molekülen, d.h. deren atomarer Struktur.

Informationen für Journalisten: Dr. Dirk Meyer, Tel. 0351 463-32536, E-Mail: dirk.meyer@physik.tu-dresden.de

Birgit Berg | idw

Weitere Berichte zu: Kristallographie Physik Röntgenstrahl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie