Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technische Geräte einfach und bequem mit Sprache steuern

25.02.2004


Förderung in Millionenhöhe für EU-Projekt TALK



Wer kennt das nicht: Bevor man endlich ein neu erworbenes Gerät - Video, Fotoapparat, Handy, Navigator - in Betrieb nehmen kann, muss man sich durch Menüs und Bedienungsanleitungen kämpfen, neue Tastenkombinationen, Kommandos, PIN-Nummern lernen. Die anfängliche Hochstimmung kann schnell in Frust umschlagen, wenn man die Palette von tollen technischen Möglichkeiten nicht einmal ansatzweise benutzen kann. Was im Haushalt lediglich ärgerlich macht, kann im Automobil gefährlich sein - sind Sie im Mietauto auch schon einmal mit beschlagener Heckscheibe gefahren, weil Sie die Steuerung für den Wischer oder die Heizung nicht finden konnten?

... mehr zu:
»Talk »UdS


Hilfe ist in Sicht: Am 16. und 17. Februar 2004 wurde an der Universität des Saarlandes das EU-Verbundprojekt TALK (Tools for Ambient Linguistic Knowledge) eröffnet. Am Kick-off-Meeting nahmen 28 Wissenschaftler aus Spitzenforschungsinstituten und Industrieunternehmen von fünf Ländern teil.

Sie diskutierten das gemeinsame Vorgehen zum Erreichen des Projektziels: Natürliche Kommunikation zwischen Mensch und komplexem Gerät. Der Schlüssel wird in der Kombination von menschlicher Sprache mit grafischer Ein- und Ausgabe und konventioneller Tastenbedienung liegen, und zwar inhaltsorientiert - der Benutzer sagt, was er will; flexibel - der Benutzer sagt es, wie er es will, statt Tasten zu drücken oder Kommandos zu verwenden, die das Gerät erwartet; adaptiv - die Bedienung stellt sich ein auf das Wissen und die Fertigkeit des Benutzers sowie auf den Kontext - im Auto beispielsweise auf die Verkehrssituation, die mal eine hohe, mal eine weniger hohe Aufmerksamkeit des Fahrers erfordert.

Das TALK-Projekt gehört zu den 14 erfolgreichen Projekten unter 68 Anträgen im Bereich "multimodale Interaktion" im 6. Rahmenprogramm der EU. Wie der offizielle Vertreter der EU-Kommission beim Saarbrücker Treffen mitteilte, war TALK bei der Begutachtung "der Star unter den Projekten" in diesem Bereich. Dementsprechend wurden die beantragten Mittel voll bewilligt: Sie belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro für drei Jahre, davon stammen ca. 4,4 Millionen Euro aus EU-Förderung, der Rest wird anteilig von den Industrieunternehmen beigesteuert.

Beteiligt sind die Universitäten Edinburgh, Göteborg, Cambridge und Sevilla sowie die Firmen BMW Forschung und Technik GmbH und Robert Bosch GmbH, die als Fahrzeughersteller bzw. -zulieferer die Umsetzung der Forschungsresultate im Automobil unterstützen werden, etwa bei der Navigation oder der Bedienung von Audio- und Freisprechanlage. Neben der UdS ist das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) beteiligt, das seine Expertise im Bereich multimodaler Interaktion einbringen wird, und über einen Unterauftrag die Startup-Firma CLT Sprachtechnologie, die durch mehrere Projekte mit BMW Erfahrung in der Dialogmodellierung im Automobil besitzt. Linguamatics, eine britische Sprachtechnologie-Firma, wird Anwendungen von Dialog im "intelligenten Haus" untersuchen.

Koordinator des Gesamtprojekts ist Manfred Pinkal, Professor für Computerlinguistik an der Universität des Saarlandes und Leibniz-Preisträger des Jahres 2000. Pinkal war bereits an einer Serie von EU-Projekten beteiligt, die mit dem Konzept des "Information State Update" (ISU) wichtige wissenschaftliche Voraussetzungen für das TALK-Projekt erarbeitet haben. Die Grundidee: Alle Informationen über den Ablauf des Mensch-Maschine-Dialogs werden im "Informationszustand" des Systems gespeichert. Aus dieser Information und der aktuellen Äußerung des menschlichen Benutzers berechnet das System die jeweils angemessene Reaktion und erweitert gleichzeitig seinen Informationszustand entsprechend.

Für den Standort Saarbrücken werden mit TALK Mittel für die Neuanstellung von insgesamt fünf Wissenschaftlern vorhanden sein. Einer der neuen Kollegen an der UdS kommt von einem renommierten US-amerikanischen Forschungsinstitut (Universität Rochester) - ein Indikator für den internationalen Stellenwert des Projektes für den Wissenschaftsstandort Saarland im Bereich Sprache und Informatik.

Die Koordination von TALK wird kompetent unterstützt durch das European Project Office der Universität des Saarlandes.

Sie haben Fragen? Wenden Sie sich bitte an Sabine Burgard, FR 4.7 Computerlinguistik, Universität des Saarlandes, 66041 Saarbrücken, Tel. (0681) 302 4352, Fax (0681) 302 4351, E-Mail: sburgard@coli.uni-sb.de

| idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-sb.de

Weitere Berichte zu: Talk UdS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Wirtschaftspreis für Forschung in Gesundheitsökonomik
21.08.2017 | Joachim Herz Stiftung

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Studie für Patienten mit Prostatakrebs: Einteilung in genomische Gruppen soll Therapie präzisieren

21.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz