Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multimedia Generation 2004 gekürt: Wirtschaftsminister Döring übergibt Preise

17.02.2004


Ein Marathonläufer braucht neben einer gehörigen Portion Ehrgeiz vor allem einen langen Atem. Mindestens die gleichen Qualitäten waren beim Softwarewettbewerb Multimedia Transfer des Rechenzentrums der Universität Karlsruhe (TH) gefragt, der in diesem Jahr in die neunte Runde ging: Von der erstmöglichen Bewerbung bis zur Preisverleihung vergingen neun Monate. Am Donnerstag vergangener Woche zeichnete Wirtschaftsminister Döring - gemeinsam mit den Sponsoren und dem Rechenzentrum - die insgesamt sieben Preisträger aus.



Bis zum Siegertreppchen hatten die Autorinnen und Autoren der rund 130 eingereichten Beiträge einige Hürden zu überwinden. So begutachtete eine 55-köpfige Jury, besetzt mit Vertretern aus Wissenschaft und Forschung, alle Arbeiten in einem mehrstufigen Verfahren. Die besten 20 Autorenteams präsentierten vom 10. bis 13. Februar ihre Arbeiten am Gemeinschaftsstand Forum Multimedia Transfer im Rahmen der Bildungsmesse Learntec in Karlsruhe. Dort wählte die Jury in einer letzten Bewertungsrunde die besten sieben Beiträge aus.

... mehr zu:
»Nachwuchspreis »Transfer


Frauen erreichten im Wettbewerb 2004 Spitzenplätze

Der mit 4.000 Euro dotierte Hauptpreis von EnBW ging an Kaja Bartel, Alexandra Lubk und Tine Pleines von der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig. Das Projekt "TAKlearnstation" ist eine digitale Schulmappe für den Einsatz von neuen Medien im Grundschulunterricht. Ziel des Entwurfes ist es, die Stärken der neuen Medien für das Lernen zu nutzen. Der Jury gefielen besonders der hohe Innovationsgehalt sowie die didaktische Konzeption.

Seit drei Jahren verleiht IBM Deutschland den "Women’s Special" über 2.500 Euro an Arbeiten, die Frauenthemen multimedial aufbereiten. Bemerkenswert ist, dass sich der Frauenanteil unter den Teilnehmerinnen seitdem fast verdoppelt hat. Dieser Preis blieb in Karlsruhe, genau genommen wechselte er in die unmittelbare Nachbarschaft: Die Sieger heißen Anke Thede, Daniela Grebe und Frederik Hermann von der Universität Karlsruhe (TH). Die Einreichung "Automatisierung des Mädchen-Techniktages" beschreibt den Mädchen-Techniktag (MTT) der eigenen Universität, der das Ziel hat, technische Studiengänge und Berufszweige Schülerinnen der gymnasialen Oberstufe näher zu bringen, um sie zu einem technischen Studium zu ermutigen. Das Urteil der Jury: "Ein positives Beispiel für die Verknüpfung von praktischem Nutzen und technischer Informatik". Über eine Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum denkt das Autorenteam derzeit nach.

Judith Konz von der Köln International School of Design gewann den Preis der Commerzbank über 2.000 Euro. "Perceptual Maps" ist eine Art Browser. Momentaufnahmen werden hier in ihrem Erlebniskontext dynamisch abgebildet und können durch verschiedene Darstellungen erfahren werden. Zielgruppe sind Menschen, die gerne digitale Bilder verwalten möchten, und zwar über eine Listenverwaltung hinaus. Aus Jurysicht ist der Beitrag eine schöne Idee mit umfangreichen Möglichkeiten, um Wahrnehmungen und Bilder zu dokumentieren und zu kommunizieren.

Erstmals vier Nachwuchspreise vergeben

Bereits bei den ersten drei Preisen wird deutlich: Im Wettbewerb 2004 haben die Teilnehmerinnen die männliche Konkurrenz überholt. Erst bei den Nachwuchspreisen bekommen diese ein Stück vom "Kuchen" ab. Insgesamt wurden vier Nachwuchspreise im Wert von jeweils 500 Euro verliehen. Alle Preisstifter sind Finalisten des Vorjahres und haben inzwischen in der IT-Branche erfolgreich Fuß gefasst. Mit den Nachwuchspreisen möchten sie die nächste Multimedia Generation motivieren und gleichzeitig zeigen, dass eine Bewerbung beim Multimedia Transfer der Startschuss für die eigene Karriere sein kann. "Dabei ist es weniger wichtig, einen Preis zu gewinnen. Viel effizienter sind sämtliche Kontakte, die während der Messe geknüpft werden können", so die einhellige Meinung unter den vier Nachwuchspreisstiftern. Beispielsweise entstand die Stuttgarter Firma Korion, nachdem sich die jetzigen Geschäftspartner auf der Learntec des letzten Jahres kennen gelernt hatten.

Gewinner der vier Förderpreise - gestiftet von den Firmen Korion, PHP Nuke, Speak+Play und Archimedix - sind: Alexander Brandl von der Fachhochschule Hagenberg; Nanna Beyer von der Köln International School of Design; Robert Ladstätter von der FH Joanneum Graz; Alexander Hornung, Benno Grützmacher und Richard Wagner von der RWTH-Aachen und der Kunsthochschule für Medien, Köln.

Thema Barrierefreiheit im Fokus

Im aktuellen Wettbewerb wurden kreative Multimedia-Projekte aus den Bereichen Creative Design, E-Learning, Webtechnologien, Hot Trends, Tools und Women’s Special ausgezeichnet. Zu dem in der IT-Branche derzeit vielfältig diskutierten Thema Barrierefreiheit konnten erstmals Beiträge eingereicht werden. Am Mittwoch, 11. Februar, diskutierten sechs Fachleute im Rahmen eines Expertenforums. Themenschwerpunkte waren u.a. rechtliche Rahmenbedingungen für die Gestaltung von Webseiten sowie multimediales Lernen für Blinde und Sehbehinderte. Die beiden Wettbewerbsteilnehmer zum Thema Barrierefreiheit präsentierten außerdem ihre Arbeiten, das Gebärdensprachenlexikon "SignLex.org" gewann heute einen Nachwuchspreis. Als Praxisbeispiel führte Jurymitglied Henrike Gappa vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT.LIFE) einen Accessability Checker vor. Dass diese Veranstaltung sehr gut besucht war, hatte einen guten Grund: Auf Bundesebene sollen ab 2005 alle bestehenden Internet-Auftritte barrierefrei sein. Für neue Internet-Seiten gilt dies bereits jetzt. "Dabei gibt es ein Bewusstseinsproblem", so Henrike Gappa. Die Technik, das Know-how und die Softwaretools seien vorhanden. Allerdings müssten die Institutionen das zur Umsetzung erforderliche Geld in ihren Budgets einplanen. Langfristig würden alle öffentliche Institutionen "barrierefrei" werden. Der Bund hat empfohlen, dies auch in die Privatwirtschaft zu übertragen. Rechtliche Vorschriften dafür bestehen bisher nicht. Henrike Gappa: "Dabei bringt Barrierefreiheit Vorteile für alle: die Seiten sind schneller und besser lesbar".

Jubiläum in 2005

Ziel des Wettbewerbs Multimedia Transfer ist es, qualifizierten, akademischen Nachwuchs mit Unternehmen zusammenzuführen, damit das Know-how aus den Hochschulen in die Praxis umgesetzt werden kann. Namhafte Firmen wie EnBW, Commerzbank und IBM unterstützen den Wettbewerb. Schirmherr ist der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Als Medienpartner fungiert die Zeitschrift Computerwoche.

Im Jahr 2005 wird der Multimedia Transfer das 10-jährige Jubiläum feiern.

Kontakt:

Multimedia Transfer 2004 (MMT)
Rechenzentrum Universität Karlsruhe (TH) Zirkel 2
76128 Karlsruhe
Petra Böck, Anne Habbel
Tel. 0721 / 608-4873 oder -6113
Fax 0721 / 69 56 39
E-Mail: mmt@rz.uni-karlsruhe.de

Petra Böck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-karlsruhe.de

Weitere Berichte zu: Nachwuchspreis Transfer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise