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EU sucht nach Ausweg aus der Fettsucht

20.01.2004


11,7 Mio. Euro Finanzspritze für Adipositasforschung



Die steigende Zahl Übergewichtiger in Europa hat die EU dazu veranlasst, mehr Geld für die Adipositasforschung auszugeben: Aus dem 6. Europäischen Rahmenprogramm werden nun 11,7 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, um die Forschung in diesem Bereich voranzutreiben, berichtet das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), das federführend am Projekt beteiligt ist, heute, Dienstag.

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Die deutschen Forscher wollen gemeinsam mit den anderen 24 europäischen Partnern innerhalb von fünf Jahren weitere Moleküle identifizieren, mit deren Hilfe neue Medikamente zur Behandlung von Adipositas, aber auch Typ-2-Diabetes, entwickelt werden können. Das DIfE wird in Untersuchungen Nahrungsaufnahme, Energieverbrauch und Aktivität bei übergewichtigen Versuchstieren exakt messen, um genauere Rückschlüsse zu ziehen. Dabei sollen auch relevante Botenstoffe und Rezeptoren im Gehirn charakterisiert werden, um daraus neue Mechanismen zur Regulation der Körperfettmasse abzuleiten.

Die Botenstoffe und Proteine, die bei der Regulierung der Körpermasse eine Rolle spielen, wollen die Forscher so weit ergründen, dass gezielte medikamentöse Hilfen zum Abnehmen entwickelt werden können. Gelingt es, neue Angriffspunkte und Medikamente zu finden, die in den komplizierten Regulationsmechanismus für das Körpergewicht effektiv, anhaltend und vor allem ohne unerwünschte Nebenwirkungen eingreifen, so wäre dies für die Behandlung von Übergewicht und seinen Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus ein Meilenstein, berichtet das DIfE. Bis heute sind etwa die Steuerung von Hunger und Sättigung, aber auch die Anlage von Energiereserven in Form von Fettgewebe nicht in allen Einzelheiten erforscht.

Die Signalwege aus dem Verdauungstrakt oder dem Fettgewebe an das Gehirn und von dort wieder zurück unterliegen zahlreichen Einflüssen und bilden Regelkreise, deren Stellgrößen erst zum Teil verstanden sind. "Nach jüngsten Forschungsergebnissen gibt es Hinweise darauf, dass der menschliche Körper so programmiert ist, dass er einmal angesammelte Reserven nicht mehr hergeben will. Bei Übergewichtigen kommt es so zu einer Sollwertverstellung, die unter anderem den bei Diäten auftretenden Jo-Jo-Effekt erklären kann", erklären die DifE-Experten.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.dife.de
http://www.physiology.gu.se/endo/additional/framework_6.htm

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