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1. Deutsche Krebshilfe Preis 2002 verliehen

08.12.2003


Engagement auf dem Gebiet der Psycho-Onkologie gewürdigt



Die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Frau Professor Dr. Dagmar Schipanski, verlieh heute, am 8. Dezember 2003, im Rahmen einer Feierstunde in der Bonner Redoute den Deutsche Krebshilfe Preis 2002, gestiftet von Dr. Wilhelm Hoffmann. Preisträgerin ist Frau Professor Dr. Almuth Sellschopp aus München. Sie wurde ausgezeichnet für ihre wegweisenden, international anerkannten Arbeiten auf dem Gebiet der Psycho-Onkologie. „Dank ihres Engagements ist die Psycho-Onkologie heute ein unverzichtbarer und zukunftsweisender Teil der onkologischen Versorgung in Deutschland“, sagte Frau Professor Schipanski bei der Preisübergabe. Die Deutsche Krebshilfe hat den Preis nun zum siebten Mal vergeben. Er ist in diesem Jahr mit 10.000 Euro dotiert.



„Frau Professor Dr. Almuth Sellschopp ist die ‚grande dame’ der deutschen Psycho-Onkologie“, sagte Professor Dr. Christoph Hürny, Mitglied des Medizinischen Beirates der Deutschen Krebshilfe in seiner Laudatio. „Mit menschlicher Fürsorge und Weitsicht, klinischer und wissenschaftlicher Erfahrung, mit gesundheitspolitischem Engagement und Kooperationsgeschick hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass die Psycho-Onkologie heute in Deutschland eine anerkannte professionelle Disziplin ist“, so Hürny. Eine der wichtigsten Etappen auf Sellschopps Weg war der Aufbau der von der Deutschen Krebshilfe geförderten und nach wie vor sehr aktiven psycho-sozialen Nachsorgeeinrichtung an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Außerdem ist sie Mitbegründerin des Krebsinformationsdienstes (KID) im Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Frau Sellschopp hat sich mit dem Thema „Wege und Ziele in der psycho-sozialen Krebsnachsorge“ habilitiert und ist seit 1992 C3-Professorin an der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität München. „Ihr Engagement ist auf die Integration psycho-onkologischer Versorgung in die onkologische Gesamtbehandlung ausgerichtet“, sagte Hürny.

„Die Deutsche Krebshilfe bewilligte im Januar diesen Jahres 200.000 Euro für ein Projekt von Frau Professor Sellschopp mit dem Ziel, die Psycho-Onkologie am Clinical Cancer Center in München zu etablieren“, sagte Frau Professor Schipanski bei der Preisverleihung. Diese Förderung reihe sich ein in eine Vielzahl von Projekten, die die Deutsche Krebshilfe im Rahmen ihrer Förderaktivitäten zur psycho-onkologischen Betreuung von Krebspatienten initiiert und unterstützt habe. „Wir finanzieren psycho-soziale Beratungsstellen, haben Multiplikatorenprogramme zur Vernetzung von Strukturen auf psycho-sozialem Gebiet aufgelegt und die Lebensqualität-Forschung gefördert“, so Schipanski. Die Psycho-Onkologie und die psycho-soziale Versorgung in Deutschland seien dadurch ein großes Stück voran gekommen, doch es gäbe nach wie vor viel zu tun.

„Die große Bedeutung der Psyche beim Umgang mit einer Krebserkrankung stellt heute niemand mehr in Frage. Doch die psycho-onkologische Forschung findet meist nur in wenigen und kleinen Arbeitsgruppen statt, die zudem mit der Krankenversorgung und Lehre schon stark ausgelastet sind“, sagte Professor Dr. Rolf Verres, Direktor der Abteilung für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Heidelberg, in seinem Festvortrag anlässlich der Preisverleihung. Er fordert daher die Gründung eines Lehrstuhls für Psycho-Onkologie. Damit könne die Psycho-Onkologie in Deutschland institutionalisiert und die Forschung auf dem Gebiet wesentlich verbessert werden.

Mit der Verleihung des Deutsche Krebshilfe Preis kommt die in Bonn ansässige Organisation dem letzten Wunsch der Familie Dr. Wilhelm Hoffmann nach, herausragende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung auszuzeichnen. Der Preis wird finanziert aus den Zinserträgen eines Vermächtnisses zu Gunsten der Deutschen Krebshilfe.

Die Psycho-Onkologie beschäftigt sich mit Menschen, die mit einer Krebserkrankung konfrontiert sind. Das sind nicht nur die Patienten selbst, sondern auch ihre Angehörigen sowie die behandelnden Ärzte und Schwestern. Das Arbeitsgebiet wird aufgeteilt in die Patientenversorgung, die Aus- und Weiterbildung sowie die Forschung. Wichtigstes Ziel der Psycho-Onkologie ist es herauszufinden, wie den Betroffenen bei der Bewältigung von Belastungen geholfen werden kann, welche die Krebserkrankung mit sich bringt. Psycho-Onkologie wird von Psychologen, Soziologen und Ärzten praktiziert.

| Deutsche Krebshilfe
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

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