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Verstopfte Dieselmotoren ade? Shell-Preis für FU-Physikerin

04.12.2003


Erdöl hat bei niedrigen Temperaturen die unangenehme Eigenschaft, wachsartig zu erstarren. Pipelines und Dieselmotoren verstopfen deshalb im Winter sehr leicht. Das kann nicht nur für die Fahrer von Dieselfahrzeugen sehr ärgerlich sein, Betreibern von Erdölförderanlagen verursachen verstopfte Pipelines jährlich Schäden in Millionenhöhe. Ursache ist, wie bei allen Flüssigkeiten, die Bildung von Kristallen, die bei Alkanen, den Hauptbestandteilen von Erdöl, an der Oberfläche der Flüssigkeit stattfindet. Bei Kontakt mit Luft bilden Alkane sogar schon oberhalb ihres Schmelzpunktes eine feste Schicht aus. Wie dies mit einfachen Mitteln verhindert werden könnte, zeigte Dr. Inez Weidinger aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Helmut Baumgärtel am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie an der Freien Universität Berlin. Für ihre Dissertation erhielt für die sie am 2. Dezember in Hamburg den zweiten Preis des Shell-She-Study Awards.

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Inez Weidinger untersuchte das Gefrierverhalten von Alkanen mit Hilfe einer elektrodynamischen Falle. Die Methode erlaubt es, einzelne geladene Tropfen lange Zeit in der Schwebe zu halten. Für die Entwicklung dieser Methode erhielt Wolfgang Paul 1989 den Physiknobelpreis. Da die Tropfen keinen Wandkontakt besitzen, ist es möglich, sie stark zu unterkühlen. Gewöhnliche Wassertropfen, wie sie in Wolken vorkommen, können auf diese Weise bis auf -37°C abgekühlt werden, ohne zu gefrieren. Denn für die meisten Flüssigkeiten gilt, dass ihr Erstarren an einem Kristallisationskeim beginnt, der sich an einer Wandfläche bildet. Im Gegensatz dazu verhalten Alkane sich grundlegend anders, sie gefrieren von der Oberfläche her und lassen sich deshalb nicht unterkühlen. Weidingers Arbeit zeigt jedoch, dass durch die Zugabe von oberflächenaktiven Substanzen wie Lösungsmitteln das Erstarren der Oberflächen herabgesetzt, das Verstopfen von Pipelines und Motoren somit womöglich verhindert werden kann.

Der Shell-She-Study Award wurde in diesem Jahr zum siebten Mal verliehen. Die Shell Gesellschaften Deutschland, Österreich und Schweiz verleihen den Förderpreis für herausragende und zukunftsweisende Studienarbeiten junger Frauen rund um die Bereiche Mineralöl, Erdgas, Chemie und Erneuerbare Energien. Da die Erdöl-Industrie noch immer fast ausschließlich eine Männerdomäne ist, soll durch gezielte Frauenförderung die Begeisterung junger Frauen für natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge gestärkt werden.


Weitere Informationen:

Dr. Inez Weidinger
Institut für Physikalische und Theoretische Chemie
Takusstr. 3, 14195 Berlin
E-Mail: weidinge@chemie.fu-berlin.de
Tel: 030/8385-5348, Fax: -6612

Isabel Pasch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

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