Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationspreis Berlin/Brandenburg 2003: Hämoglobinsensor zur Qualitätskontrolle von Blutkonserven

28.11.2003


Die Laser- und Medizin-Technologie GmbH, Berlin (LMTB) hat den Innovationspreis


Hämoglobinsensor zur zerstörungsfreien Qualitätskontrolle von Blutkonserven



Berlin/Brandenburg 2003 für ein neues optisches Messverfahren zur Bestimmung der freien Hämoglobinkonzentration an ungeöffneten Blutkonserven erhalten. Der Hämoglobinsensor ermöglicht erstmalig eine objektive Qualitätskontrolle jeder Blutkonserve zur Entscheidung über die Verwendbarkeit zur Transfusion.



Die Haltbarkeit von Blutkonserven beträgt bei idealen Lagerungsbedingungen max. 49 Tage. Etwa 5 - 30 Prozent der Konserven kommen ungenutzt aus dem Operationssaal in die Blutbank zurück. Durch den Transport kann die Kühlkette unterbrochen werden, eine Qualitätssicherung findet derzeit nur durch Sichtkontrolle eines Facharztes statt, im Zweifelsfall wird die Blutkonserve verworfen. Statt dieser visuellen Kontrolle wird mit dem Hämoglobinsensor an einem mit dem Blutbeutel verbundenen Schlauch nach einer 24-stündigen Sedimentation der Erythrozyten eine optische Transmissionsmessung durchgeführt und die Hämoglobinkonzentration berechnet und angezeigt. Die vergleichenden Messungen im klinischen Labor an den geöffneten Blutkonserven haben eine sehr gute Übereinstimmung der Ergebnisse gezeigt.

Die Untersuchungen für das neue Messverfahren wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinische Physik und Lasermedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, durchgeführt. Eine Weiterentwicklung ist geplant, mit der das Verfahren deutlich beschleunigt wird.

Bei ca. 5 Mio. Blutkonserven im Jahr, die in Deutschland verbraucht werden, wird geschätzt, dass mit dem flächendeckenden Einsatz des Hämoglobinsensors mindestens 5 Prozent der Blutkonserven eingespart werden können. Dies wäre medizinisch und ökonomisch ein großer Nutzen, denn Blut ist ein knappes und wertvolles Gut. Die Spendenbereitschaft sinkt, es treten insbesondere in Ferienzeiten Versorgungsengpässe auf, und es muss aufgrund des veränderten Altersprofils und der größeren Bandbreite operativ zu behandelnder Erkrankungen mit einem steigenden Bedarf an Blutkonserven gerechnet werden.
Die Wissenschaftler der LMTB haben bisher einen Prototyp des Hämoglobinsensors entwickelt und das Verfahren in der Klinik erprobt. Für die klinische Evaluation und für die Weiterentwicklung und Produktion des Gerätes werden zur Zeit Partner gesucht.

Die Laser- und Medizin-Technologie GmbH, Berlin (LMTB) ist eine gemeinnützige Forschungs- und Entwicklungseinrichtung und bietet Dienstleistungen auf dem Gebiet der Medizintechnik und angewandten Lasertechnik an. Die LMTB bearbeitet mit ihren ca. 35 Mitarbeitern Fragestellungen aus der Klinik und der Industrie sowie anwendungsorientierte Forschungsprojekte. Mit den drei Berliner Universitäten bestehen Kooperationsverträge für die wissenschaftliche Zusammenarbeit. Darüber hinaus werden Schulungskurse für die medizinische und industrielle Laseranwendung und Beratung durch das Laser-Beratungs-Zentrum Berlin-Brandenburg und das Kompetenzzentrum MOTIV angeboten.

LMTB GmbH
Presse und Information
Ette Albrecht
Tel: 030/8449 2316
Fax:030/8449 2399
e-mail: e.albrecht@LMTB.de

Ette Albrecht | idw
Weitere Informationen:
http://www.LMTB.de

Weitere Berichte zu: Hämoglobinkonzentration Hämoglobinsensor LMTB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie