Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäischer Forschungspreis für Jenaer Herzchirurgen

28.11.2003


Prof. Dr. Thorsten Wahlers (r.) gratuliert dem "Dos Santos"-Preisträger Dr. Justus Strauch nach seiner Rückkehr.


Nachwuchsforscher von der Universität Jena mit "Reynaldo Dos Santos-Preis" ausgezeichnet


Der Mediziner Dr. Justus Strauch von der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde als erster Wissenschaftler aus den neuen Bundesländern mit dem Europäischen Forschungspreis "Reynaldo Dos Santos" geehrt. Der Preis wird jährlich von der Europäischen Gesellschaft für Kardiovaskuläre Chirurgie (ESCVS) für herausragende Leistungen von Nachwuchsforschern auf dem Gebiet der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie verliehen. Anlässlich der 52. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Herz-Thorax-Chirurgie (EACTS), die im November in Istanbul, Türkei, stattfand, konnte Dr. Strauch den mit 2.500 Euro dotierten Preis entgegennehmen.

Er wurde für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Aneurysmachirurgie geehrt. Aneurysmen sind krankhafte Erweiterungen der menschlichen Hauptschlagader. Die Wandausbuchtungen der arteriellen Blutgefäße im Brustkorb oder im Bauchraum werden für Patienten dann lebensbedrohlich, wenn der Durchmesser des Gefäßes 5 cm überschreitet. Hauptursache für Aneurysmen ist die so genannte Arterienverkalkung. Aneurysmen bleiben oft unerkannt, da sie im Normalfall keine Beschwerden nach sich ziehen. Bei Blutdruckanstieg oder ungewöhnlichen körperlichen Belastungen können sie jedoch platzen. Dann ist Gefahr im Verzug. Alleinige Therapiemöglichkeit ist meist die rechtzeitige Diagnostik, gefolgt von einer Operation, bei der die gesamte Körperschlagader ersetzt wird. Begleitrisiken des chirurgischen Eingriffs sind jedoch Querschnittslähmungen.


Dr. Justus Strauch arbeitet nun daran, wie die zugrunde liegenden Durchblutungsstörungen des menschlichen Rückenmarks vermieden werden können. Der 35-Jährige betreibt Ursachensuche und erprobt den Einsatz neuer Präventionsmethoden im Rahmen operativer Eingriffe. Besondere Erfolge erzielte er auf dem Gebiet des Rückenmarksschutzes zur Verhinderung einer Querschnittslähmung bei Eingriffen an der menschlichen Hauptschlagader.

Die Abteilung für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Klinikums der Universität Jena unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten Wahlers konzentriert sich seit Jahren sowohl in der Krankenversorgung als auch in der Forschung auf Erkrankungsbilder der Blutgefäße. Im Rahmen einer engen Kooperation der Jenaer Uniklinik mit dem Mount Sinai Medical Center in New York City, verbrachte Dr. Strauch einen 2-jährigen Forschungsaufenthalt in den USA. Dort erarbeitete er im Tierversuch experimentelle Techniken, um die Operationsmethoden zu verbessern. "Ich bin stolz darauf, einen derart ausgewiesenen Wissenschaftler und Arzt in meiner Abteilung zu beschäftigen", sagt Prof. Wahlers. "Für eine Vielzahl von Patienten werden Dr. Strauchs Forschungsarbeiten das Risiko operativer Eingriffe deutlich senken."

Kontakt:
Prof. Dr. Thorsten Wahlers
Abteilung für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie
am Klinikum der Universität Jena
Bachstr. 18, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 934801
E-Mail: Thorsten.Wahlers@med.uni-jena.de

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.escvs2003istanbul.org/sub/board_prizes.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie