Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMBF investiert in innovative Geotechnologien

24.11.2003


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Förderrichtlinien für neue Forschungsvorhaben im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms (FuE) GEOTECHNOLOGIEN bekannt gegeben. Die Forschungsschwerpunkte "Erkundung, Nutzung und Schutz des Unterirdischen Raumes" und "Methan im Geo/Biosystem" orientieren sich gezielt an zukünftigen gesellschaftlichen Bedürfnissen. Gleichzeitig soll mit der Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gestärkt werden. Die Förderrichtlinien sind im Bundesanzeiger Nr. 213 veröffentlicht und unter www.geotechnologien.de einzusehen.



Zukünftige Forschungsarbeiten zur "Erkundung, Nutzung und Schutz des unterirdischen Raumes" nehmen den Untergrund ins Visier. Im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Landnutzung kann die Verlagerung von Industrie- und Verkehrsanlagen in den Untergrund zum Beispiel den Flächenverbrauch an der Erdoberfläche und die Lärmbelastung deutlich reduzieren. Jüngste Erfahrungen zeigen jedoch, dass entsprechende Bauvorhaben noch mit großen finanziellen und technischen Risiken behaftet sind. Insbesondere unzureichende Kenntnisse über die Beschaffenheit des Baugrundes verursachen immer wieder enorme Mehrkosten. Wissenschaftler und Anwender wollen daher gezielt neue Technologien für eine sichere und zuverlässige Erkundung des Baugrundes entwickeln. "Wir erwarten damit zukünftige Risiken zu minimieren, die Baukosten zu senken und der Bauwirtschaft neue Impulse zu geben", erläutert Volker Mosbrugger, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Aufsichtsrates für das FuE-Programm GEOTECHNOLOGIEN. Ein ebenso nachhaltiges Forschungsfeld soll mit der Entwicklung und Bewertung innovativer Verfahren zur unterirdischen Speicherung des Treibhausgases CO2 "bestellt" werden. Die Kohle wird in Deutschland, auch zukünftig eine voraussichtlich maßgebliche Rolle im Energiemix spielen. Um die Anforderungen des globalen Klimaschutzes erfüllen zu können, müssen die energiebedingten CO2-Emissionen jedoch drastisch reduziert werden. Die CO2-Abscheidung und -Speicherung wird von vielen Experten als eine Schlüsseltechnologie angesehen, dieses Ziel zu erreichen. Aus Sicht des Rates für Nachhaltige Entwicklung könnte sie eine "wichtige Brücke für die Nutzung fossiler Energieträger ins Zeitalter der regenerativen Energien bauen". "Vor einer großtechnischen Anwendung sind jedoch noch eine Reihe von Fragen zu klären, die sich insbesondere auf die sichere CO2-Speicherung fokussieren", erklärt Ludwig Stroink, Leiter des Koordinierungsbüros des FuE-Programms GEOTECHNOLOGIEN.

... mehr zu:
»BMBF »FuE-Programm »Gashydrat


Ein sehr viel stärkeres Treibhausgas als CO2 ist Methan (CH4). In der Atmosphäre kann es 30 mal intensiver als Kohlendioxid zum Treibhauseffekt beitragen. Weltweit bedeutende Methanträger sind Gashydrate, die in großen Mengen an den Rändern der Kontinente und in der Arktis auftreten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat 2000 im Rahmen des FuE-Programms GEOTECHNOLOGIEN von BMBF und DFG konkrete Maßnahmen zur Erforschung der natürlichen Gashydrate in Gang gesetzt. Deutschland besitzt auf diesem Gebiet inzwischen ein weltweit anerkanntes wissenschaftliches und technologisches Know-how. Die existierenden Ansätze sollen nun im Rahmen des Forschungsschwerpunktes "Methan im Geo/Biosystem" gezielt weiterentwickelt werden. "Detaillierte Kenntnisse über die Bildung, Verbreitung und Zersetzung von Gashydraten sind für realistische Prognosen über die Klimawirksamkeit und das Gefahrenpotenzial von Gashydraten von entscheidender Bedeutung", so noch einmal Volker Mosbrugger. Gashydrate wirken am Meeresboden zum Beispiel wie eine Art Zement, der die lockeren Sand- und Tonablagerungen verkittet. Dies ist besonders wichtig an den steilen Abhängen zur Tiefsee, da die lockeren Sedimente auf diese Weise verfestigt und stabilisiert werden. Würde sich dieser natürliche "Kitt" - zum Beispiel durch die prognostizierte globale Erwärmung - einmal auflösen, reichten bereits geringste Erschütterungen aus, um Teile der Kontinentalabhänge zu destabilisieren und schlagartig abrutschen zu lassen. Für die großen Ölkonzerne, deren Rohrleitungen und Ölplattformen sich hauptsächlich an den Kontinenträndern konzentrieren, ein handfestes Gefahrenpotenzial.

Weitere Informationen zu den Bekanntmachungen und dem Programm GEOTECHNOLOGIEN sind unter www.geotechnologien.de einzusehen oder direkt im Koordinierungsbüro GEOTECHNOLOGIEN (Tel. 0331/288-1071, e-mail: geotech@gfz-potsdam.de, Ansprechpartner: Dr. Ludwig Stroink/Dr. Alexander Rudloff) zu erfragen.

Dr. Andreas Gundelwein | idw
Weitere Informationen:
http://www.geotechnologien.de

Weitere Berichte zu: BMBF FuE-Programm Gashydrat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik