Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung : EU finanziert Projekte in Höhe von 5 Mrd. Euro

17.11.2003


Mehr als 100 000 Teilnehmer aus mehr als 50 Ländern antworteten mit nahezu 12 000 Projekten auf die ersten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen des Sechsten EU?Forschungsrahmenprogramms (RP 6 2002?2006), das mit Mitteln in Höhe von 20 Mrd. Euro ausgestattet ist. Die erste Runde der Aufforderungen im Rahmen des RP 6 ist in diesem Jahr zu Ende gegangen. Die Reaktion auf diese ersten Aufforderungen, für die ein Budget von rund 5 Mrd. Euro vorgesehen ist, war eine homogene Beteiligung quer durch alle Themen und Förderinstrumente - neue wie herkömmliche -, wobei Partner aus den Beitritts- und Kandidatenländer sich an fast 40 % der Vorschläge beteiligten. Zur Zeit werden die Verträge für Projekte verhandelt, die so unterschiedliche Themen wie Allergien, Informations- und Kommunikationstechnologien, Meereswissenschaften, die Nanotechnologie und Kohlenstoffsequestrierung betreffen.



„Die deutliche und ausgewogene Reaktion auf diese ersten Aufforderungen für die Einreichung von Vorschlägen ist ermutigend: sie zeigt, dass die europäische Wissenschaft und Wirtschaft dynamisch ist und die Bereitschaft hat, Ressourcen auf europäischer Ebene zusammenzuführen,“ sagte das für Forschung zuständige Mitglied der Europäischen Kommission, Philippe Busquin. „Allerdings macht unsere Forschungsförderung, auch wenn sie bedeutend ist, nur 5 % der europäischen Forschungsausgaben insgesamt aus. Es obliegt den EU-Mitgliedstaaten und der Wirtschaft, sich zusammenzuschließen und die derzeitige Situation zu überwinden, die sich dadurch auszeichnet, dass die Ressourcen nicht gebündelt werden. Das jüngste EU?Forschungsrahmenprogramm kann diese Bemühungen dadurch unterstützen, dass ein Beitrag dazu geleistet wird, in wissenschaftlichen Schlüsselbereichen die erforderliche kritische Masse zu erreichen.“



Die weltweit größte Forschungsförderung

Mit einem Budget von 17,5 Mrd. Euro (20 Mrd. Euro mit den Beiträgen aus den Beitritts- und assoziierten Ländern) ist das RP 6 eines der weltweit größten Forschungsprogramme. Durch die Förderung von Projekten in ausgewählten strategischen Bereichen wird es die Schaffung des Europäischen Forschungsraums, eines echten Binnenmarkts für Wissen und Wissenschaft, fördern. Zum ersten Mal gibt es auch Projekte, die darauf abzielen, die Koordinierung nationaler Programme und Konzepte zu fördern. Die erste Runde der Aufforderungen für die Einreichung von Vorschlägen im Wege des RP 6 wurde am 17. Dezember 2002 veröffentlicht und im März-April 2003 beendet.

Fast 12 000 Vorschläge

Die 11 596 Vorschläge, die eingegangen sind, müssen nun von unabhängigen Sachverständigen bewertet werden; für die Projekte, die für eine Förderung ausgewählt wurden, finden derzeit Vertragsverhandlungen statt. Im Folgenden sind die Hauptergebnisse aufgeführt (vgl. Anlage 1 - Tabelle mit der Zahl der Vorschläge und Teilnehmer für die einzelnen Bereiche des RP 6 und das MEMO/03/230 zu einigen Projektbeispielen mit Hintergrundinformationen über das Sechste Rahmenprogramm):

· 11 596 Vorschläge gingen ein, an denen 106 117 Teilnehmer aus mehr als 50 Ländern beteiligt sind.

· Zu allen Themen, die im RP 6 als vorrangige Themenbereiche ausgewiesen waren, wurden Vorschläge eingereicht, und die Qualität der Vorschläge war hoch.

· Die integrierten Projekte waren die beliebtesten neuen Förderinstrumente.

· Es war eine relativ geringe Beteiligung der Industrie an den Exzellenznetzen zu verzeichnen; hier haben einige Vorschläge gezeigt, dass noch nicht allen Partnern klar ist, wie dieses Instrument verwendet werden soll. Die Kommission unternimmt Schritte, um für ein besseres Verständnis zu sorgen.

· Das große Interesse an der ersten Aufforderung bedeutet, dass wahrscheinlich nur nur jedes sechste Projekt gefördert werden kann; eine genauere Ausrichtung künftiger Aufforderungen und ein vermehrter Rückgriff auf das zweistufige Einreichungsverfahren werden hier Abhilfe schaffen.

Mehr Teilnehmer, vor allem aus Beitritts- und Drittländern

· Die Teilnehmerzahl pro Vorschlag ist gegenüber dem RP 5 gestiegen und beträgt je nach Thema und Förderart zwischen 14 und 53 gegenüber einer durchschnittlichen Teilnehmerzahl von insgesamt nur sieben im RP 5.

· Die Beitritts-/Kandidatenländer waren an 40 % der Vorschläge beteiligt. Zur Zeit werden Maßnahmen getroffen, um die Informationen über das RP 6 in diesen Ländern zu verbessern, wodurch die Zahl der Koordinatoren in der nächsten Runde erhöht werden soll. Ferner wird die Bewertung einer speziellen Aufforderung für diese Länder in Kürze abgeschlossen sein.

· Die assoziierten Staaten waren an 24 % der Vorschläge und andere Länder von außerhalb der EU an 19 % der Vorschläge beteiligt.

· Bei den in den vorrangigen Themenbereichen für Vertragsverhandlungen ausgewählten Projekte entfielen 13 % der Förderung und 17 % der Teilnehmer auf kleine und mittlere Unternehmen.

· Eine zweite Runde von Aufforderungen für die Einreichung von Vorschlägen, die auf den Ergebnissen der ersten Aufforderungen und dem Rat der RP 6?Beratungsgruppen beruhen, werden derzeit im Hinblick auf die Veröffentlichung vorbereitet. Einzelheiten zu allen Aufforderungen können auf den Internet-Seiten der Kommission Europa und CORDIS abgerufen werden.

Fabio Fabbi | EU
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/comm/research/fp6/calls_en.cfm
http://fp6.cordis.lu/fp6/calls.cfm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften