Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preise für neue, vielversprechende Funktionsschichten

14.11.2003


Wassertropfen auf einer schaltbar ultrahydrohob ausgerüsteten Teflon-Oberfläche: vollständige Benetzung nach Kontakt mit saurem Wasser (a) und Ultrahydrophobie nach Kontakt mit Toluen (b)


Beispiel einer mittels Laserstrahl definiert strukturierten Funktionsschicht


Innovationspreis für Oberflächen mit schaltbarer Ultrahydrophobie - Doktorandenpreis für frei strukturierbare Funktionsschichten für Mikroreaktoren


Am 14. November 2003 vergeben das Institut für Polymerforschung und der Verein zur Förderung des Institutes für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) erneut den von der Dresdner Bank AG in Dresden gestifteten Innovationspreis sowie den Doktorandenpreis des Fördervereins.

Den Innovationspreis erhält eine fünfköpfige Forschergruppe um Herrn Dr. Sergiy Minko für die Entwicklung von schaltbar ultrahydrophoben Oberflächen. Den Wissenschaftlern gelang es, zwei bekannte und bereits technisch realisierbare Phänomene zu einem neuen Konzept für funktionelle Oberflächen zusammenzuführen: einerseits die Ultrahydrohobie - also die extrem wasserabweisende Beschaffenheit einer Oberfläche - und andererseits die Schaltbarkeit von Benetzungseigenschaften zwischen wasserabweisend und benetzbar (hydrophob bzw. hydrophil). Die Forschungsarbeiten führten in bemerkenswert kurzer Zeit von ersten Ideen zu anwendungsnahen Lösungen: Mit der von den Wissenschaftlern entwickelten Methode können Materialoberflächen so ausgerüstet werden, dass sie in Abhängigkeit einer äußeren Steuergröße ultrahydrophob bzw. hydrophil reagieren. Interessant ist dies für eine Reihe technischer Probleme wie beispielsweise die Konstruktion von Ventilen ohne bewegte Teile.


Mit dem Doktorandenpreis wird Herrn Dr. Felix Braun ausgezeichnet. Im Rahmen seiner Dissertation entwickelte er UV-sensitive Funktionsschichten, die als Trägerschicht in Mikroreaktoren zum Einsatz kommen können. Dank ihrer Eignung für negative bzw. positive Bildgebungsverfahren lassen sich die Schichten aus Diazosulfonaten bzw. geschützten Aminen mittels eines UV-Laserstrahls im Submikrometerbereich frei - d. h. ohne Verwendung einer Maske - strukturieren. Auf den entstehenden Mikrostrukturen lassen sich die Bestandteile von Mikroreaktoren, wie z. B. DNA-Stränge, anbinden und definiert anordnen. Das wiederum ist eine Grundvoraussetzung, um Nanomaschinen zu schaffen, die - ähnlich wie ihre Vorbilder aus der Natur, die Zellen - quasi als winzige Fabriken sehr komplexe Funktionen übernehmen.

In der Begründung der Preisvergabe wird hervorgehoben, dass es Herrn Dr. Felix Braun beispielhaft gelungen ist, die Ergebnisse seiner sehr guten synthetischen Arbeiten in interdisziplinärer Kooperation mit anderen Arbeitsgruppen gründlich und effektiv auf ihre Eignung für das vorgesehene Einsatzgebiet zu testen und somit sehr anwendungsnahe Lösungen mit einem beträchtlichen Einsatzpotential vorzulegen.

Zur Preisverleihung am 14. November, 14 Uhr, im Konferenzsaal des Instituts für Polymerforschung Dresden e. V., Hohe Str. 6, 01069 Dresden, sind Presse und Öffentlichkeit herzlich eingeladen.


Kerstin Wustrack | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipfdd.de/research/gnsm/projects/brushes.htm
http://www.ipfdd.de/whatsnew/teil04.pdf

Weitere Berichte zu: Innovationspreis Mikroreaktor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie