Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bakterium als Aminosäure-Fabrik optimiert

07.11.2003


Dr. Christoph Wittmann vom Institut für Technische Biochemie der UdS wurde anlässlich der 12. Europäischen Tagung der Biotechnologen in Basel der Young Scientist Award 2003 der European Federation of Biotechnology verliehen.


Von links: Dipl.-Biol. Jens Krömer, Dr. Christoph Wittmann, Prof. Dr. Elmar Heinzle



Jährlich werden weltweit bis zu zwei Millionen Tonnen Aminosäuren in der Pharma-, Lebens- und Futtermittelindustrie benötigt. Die Säuren dienen z.B. als Geschmacksverstärker in Fertiggerichten (Glutamat) oder als Zusatzstoffe in Futtermitteln, die die gesunde Entwicklung von Nutztieren unterstützen (Lysin). Hauptproduzenten der Aminosäuren sind im Erdreich lebende Mikroorganismen.



In den winzig kleinen, aber höchst komplexen Bio-Reaktoren laufen bis zu mehrere tausend Stoffumwandlungen ab. Und genau die sind das Spezialgebiet von Dr. Christoph Wittmann. Das Bodenbakterium Corynebacterium glutamicum hat er jetzt genauer untersucht, um dessen Lysin-Stoffwechsel für die industrielle Produktion zu optimieren.

Sein Beitrag wurde auf der 12. Europäischen Tagung der Biotechnologen in Basel aus über 800 Arbeiten ausgewählt und mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Wittmann führte die preisgekrönten Analysen im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit Dipl.-Biol. Jens Krömer und Professor Dr. Elmar Heinzle vom Institut für Technische Biochemie der Universität des Saarlandes sowie der Firma Axaron GmbH in Heidelberg durch. "Mit Hilfe der in unserer Gruppe entwickelten und eingesetzten Methoden erhält man detaillierte und faszinierende Einblicke in das komplexe Innenleben der Mikroorganismen," erklärt Wittmann, der derzeit an seiner Habilitation zur quantitativen Charakterisierung biologischer Systeme arbeitet. Hintergrund des Ganzen: Hat man erst einmal herausgefunden, welche Enzyme welche Prozesse bewirken, kann man gezielt in die Schaltzentrale der Bakterien eingreifen, also Gene, die bestimmte Enzyme steuern, verstärken oder abschalten. Damit lassen sich die Bakterien in hocheffiziente Mini-Fabriken umwandeln.


Sie haben Fragen?
Wenden Sie sich bitte an Dr. Christoph Wittmann, Institut für Technische Biochemie der Universität des Saarlandes, Tel. (0681) 302-2205, E-Mail: c.wittmann@mx.uni-saarland.de

Hochschul- Presseteam | idw

Weitere Berichte zu: Bakterium Biochemie Biotechnologie Mikroorganismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie