Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frau hilft Frauen: ein Siemens-Nachwuchspreis für bessere Brustkrebsbestrahlung

07.11.2003


Martina Hub, Diplomandin von Prof. Ulrich Lübbert aus der angewandten Physik in Greifswald, erhielt den begehrten "Siemens-Nachwuchspreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Medizinischen Physik" am 4. Oktober 2003, und zwar auf der 34. wissenschaftlichen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) in Heidelberg.



Martina Hub forscht in der Abteilung Medizinische Physik im Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) im Forschungsschwerpunkt "Innovative Krebsdiagnostik und -therapie" (Leiter: Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Schlegel) für ihre fast fertiggestellte Diplomarbeit zur "Evaluierung und Optimierung eines Differenzbildverfahrens (DBV) zur Positionierung von Patientinnen mit Mammakarzinom".

... mehr zu:
»DKFZ »Physik


Findet eine Ärztin, ein Arzt einen Tumor in einer Brust, ortet sie/er ihn durch Computertomographie genau und gibt eine Dosisempfehlung für eine Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger, der hochenergetische Photonen zwischen 6 und 15 MeV erzeugt. Dazu muß man die Dosisverteilung dem Karzinom möglichst gut anpassen und das Strahlenfeld möglichst genau positionieren, um nicht unnötig gesundes Gewebe um den Krankheitsherd herum zu zerstören. Bestrahlt werden soll nur das Isozentrum des Tumors, und dieses Zielfeld muß im Schnittpunkt der Drehachse des Patientinnentischs und des Beschleunigerkopfes des Bestrahlungsgerätes liegen. Nun atmen aber die Menschen, und damit wandert das Isozentrum ständig aus und durch den "Brennpunkt".

Preisträgerin Martina Hub arbeitet für ihre Diplomarbeit natürlich mit gesunden Probandinnen. In Laborversuchen verfolgt sie die durch die Atmung bedingte Bewegung der Brust im optischen "Trackingsystem". Sie versucht eine Verbesserung der Positionierung, um den fehlbestrahlten Rand klein zu halten. Dazu verwendet sie eine Methode, die sich "gating" nennt. Zuerst gibt es ein Referenzbild der Brust und ihres Karzinombereichs. Ein mit strukturiertem Laserlicht arbeitendes Differenzbildmodul hilft, die jeweilige Position der Patientin (bzw. ihrer Brust) in Echtzeit nachzuvollziehen und den Positionsfehler gegenüber dem dem Bestrahlungsplan zugrundeliegenden Ort zu bewerten und zu verringern. Am Ende wird das Bestrahlungsgerät nur dann für den Bruchteil einer Sekunde seine Dosis in das Brustgewebe abgeben, wenn das Karzinomzentrum gerade im Strahlenfokus liegt. Bis das Gerät, bis die Methode einsatzbereit ist, vergehen noch einige Versuchsreihen. Aber der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik hat das intelligente und aussichtsreiche Vorgehen von Martina Hub so gefallen, daß es den von Siemens gestifteten Preis eben nach Greifswald vergab.

Info: Martina Hub, z. Z. DKFZ, Tel. 06221-42-2439,
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Lübbert, Institut für Physik, angewandte Physik, Jahn-Str. 16, 17487 Universität Greifswald, Tel 03834-86-4720, Fax 03834-86-4712, e-mail: luebbert@physik.uni-greifswald.de

Dr. Edmund von Pechmann | idw

Weitere Berichte zu: DKFZ Physik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften