Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kratzfeste Transparenz für Kunststoffe

22.10.2003


Die Preisträger Dr. Norbert Kaiser, Peter Munzert und Dr. Ulrike Schulz (von links) vor ihrer Beschichtungsanlage. © Fraunhofer


Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2003: Displays und Linsen aus Kunststoff müssen gehärtet und entspiegelt werden. Bisher brauchte man dafür zwei Technologien. Bei dem AR-hard® genannten Verfahren genügt ein Arbeitsgang, um kratzfeste und reflexfreie Oberflächen zu erhalten.

... mehr zu:
»Kunststoff

"Aus zwei mach eins" könnte man in Abwandlung des Hexeneinmaleins in Goethes Faust diese Verfahrensvereinfachung überschreiben. Bisher wurden Kunststoffoptiken erst gehärtet und dann in einem eigenen Arbeitsschritt entspiegelt. Nun geht beides in einem - ganz ohne Hexerei: "Mit unserem neuen Beschichtungsverfahren erreichen wir an Oberflächen eine neue Qualität", betont Dr. Ulrike Schulz vom Jenaer Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF. "Besonders hervorzuheben ist die ausgezeichnete Entspiegelungswirkung." Gemeinsam mit ihrem Abteilungsleiter Dr. Norbert Kaiser und dem Doktoranden Peter Munzert wird die Chemikerin mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis ausgezeichnet.

"Unsere Idee war einfach", erinnert sich Schulz. "Kunststoffoptiken werden heute als Linsen in Kameras oder CD-Playern eingesetzt. Displays aus Kunststoffen kennt jeder von Autoradios, GPS-Empfängern oder Telefonen. Damit die Oberflächen nicht verkratzen, müssen sie gehärtet werden. Aber wenn ich schon eine dicke Hartschicht aufbringe, dann kann ich die Entspiegelung doch gleich integrieren!"


Um störende Reflexe zu beseitigen, bauen die Fraunhofer-Forscher in eine harte, glasartige Siliziumdioxidschicht dünne Lagen aus Titandioxid ein. Diese reflektieren dank eines hohen Brechungsindex’ einen Teil des einfallenden Lichts genau so, dass die ursprünglich an der Kunststoffoberfläche reflektierten Lichtstrahlen durch Interferenz ausgelöscht werden.

Die Schichtsysteme dieser Art sind unter dem Namen AR-hard® patentiert. Die Ausgründung des IOF msoJena Mikroschichtoptik GmbH benutzt die Technik bereits, um Linsen für optische Geräte und Sensoren zu entspiegeln und zu härten. Seit einem Jahr arbeitet ein Firmenkonsortium gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut daran, die Technik auch zur Beschichtung von Displays zu nutzen.

"Das Verfahren lässt sich gut an die praktischen Bedürfnisse der Anwender anpassen, denn es eignet sich selbst für kompliziert geformte Oberflächen", resümiert Abteilungsleiter Kaiser. "Darüber hinaus können wir einen weiten Spektralbereich abdecken - vom Ultraviolett bei 200 Nanometern Wellenlänge über das Sichtbare bis zum nahen Infrarot."

Joseph-von-Fraunhofer-Preis - Forschen für die Praxis

Seit 1978 verleiht die Fraunhofer-Gesellschaft alljährlich Preise für herausragende wissenschaftliche Leistungen ihrer Mitarbeiter, die anwendungsnahe Probleme lösen. Mehr als 200 Forscherinnen und Forscher haben diesen Preis inzwischen gewonnen. In diesem Jahr werden drei Preise mit jeweils 10 000 Euro vergeben. Eine ebenfalls begehrte Trophäe ist die silberne Anstecknadel mit dem Profil des Namenspatrons.

Ansprechpartner: Dr. Norbert Kaiser, Tel. 03641 / 807-321, norbert.kaiser@iof.fraunhofer.de

Dr. Ulrike Schulz, Tel. 03641 / 807-344, Fax -601, ulrike.schulz@iof.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iof.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/mediendienst

Weitere Berichte zu: Kunststoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz