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Carus-Medaille für Prof. Dr. Katja Becker-Brandenburg

21.10.2003


Hohe Auszeichnung für Gießener Wissenschaftlerin durch die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina


Prof. Dr. Katja Becker-Brandenburg



Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ehrt die Gießener Wissenschaftlerin Prof. Dr. Katja Becker-Brandenburg (Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Ernährungswissenschaft am Fachbereich 09 der JLU, Professur für Biochemie der Ernährung des Menschen) für ihre naturwissenschaftlichen bzw. medizinischen Forschungsleistungen mit der Carus-Medaille. Mit dieser hohen Auszeichnung sollen insbesondere ihre herausragenden Forschungsarbeiten zur Wirkungsweise von Medikamenten gegen infektiöse Parasiten gewürdigt werden. Die Preisvergabe erfolgte am 17. Oktober 2003 im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung in Halle / Saale.

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Die Carus-Medaille geht auf eine Stiftung aus Anlass des 50. Professorenjubiläums des XIII. Präsidenten der Akademie Leopoldina, Carl Gustav Carus (1789 - 1869), zurück. Sie wurde 1896 erstmals vergeben. Seit 1961 ist sie mit dem von der Stadt Schweinfurt gestifteten Carus-Preis von 5.000 Euro verbunden. Die Carus-Medaille wird in der Regel an jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für bedeutende naturwissenschaftliche oder medizinische Forschungsleistungen vergeben.

Ein weiterer Gießener Wissenschaftler kann auf der Leopoldina-Jahresversammlung eine bedeutende Auszeichnung entgegennehmen: Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Andreas Oksche (ehemaliger Direktor des Instituts für Anatomie und Zellbiologie am Fachbereich 11 der JLU) erhält die Cothenius-Medaille (in Gold), mit der sein wissenschaftliches Lebenswerk geehrt wird.

Prof. Dr. Katja Becker-Brandenburg

Katja Becker-Brandenburg (Jahrgang 1965) studierte in Heidelberg Medizin (1984 - 1991) und wurde mit einer Arbeit über den Energiestoffwechsel des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum promoviert. Nach einer Reihe von Auslandsaufenthalten, die sie nach Sydney, Basel und Oxford führten, wurde sie 1993 Hochschulassistentin für das Fach Biochemie. 1996 habilitierte sie sich für dieses Fach und erwarb 1998 die Facharztanerkennung. Von 1999 bis 2000 war sie Nachwuchsgruppenleiterin am "Zentrum für Infektionsforschung" der Universität Würzburg. Im Jahr 2000 wurde sie mit 35 Jahren als eine der jüngsten Professorinnen auf die Professur für Biochemie der Ernährung des Menschen an die JLU berufen. Für ihre Forschungsarbeiten hat sie bereits mehrere Preise erhalten. Sie ist seit 2000 Mitglied der "Jungen Akademie", die gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Leopoldina ins Leben gerufen wurde.

Wissenschaftliche Verdienste: Bereits in ihrer Dissertation hatte sich Katja Becker-Brandenburg dem Energiestoffwechsel verschiedener Organismen zugewandt, unter anderen der Charakterisierung pathogener Parasiten wie dem Malaria-Erreger Plasmodium falciparum. Ein Problem des Überlebens von Zellen ist ihre Anpassung gegenüber reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffmetaboliten. Um auf diese toxischen Substanzen reagieren zu können, haben Zellen eine Reihe von Antioxidationssystemen entwickelt, die Katja Becker-Brandenburg in ihren verschiedenen Facetten aufklären konnte. Hierbei spielt die biochemische Charakterisierung der beteiligten Enzymsysteme, wie der Glutathionreduktase oder der Thioredoxinreduktase, eine Rolle. Schon früh hat sie die Bedeutung der molekularen Strukturaufklärung für die Charakterisierung der Enzymaktivität dieser Proteine und für die Entwicklung von antiparasitären Hemmstoffen erkannt und konnte bahnbrechende Erfolge bei der Charakterisierung von Hemmstoff-Enzymkomplexen erzielen, die zu Publikationen in hervorragenden Zeitschriften, wie "Science", "Nature Structural Biology" und "Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A." geführt haben. Seit ihrem Wechsel nach Gießen im Jahr 2000 hat Prof. Dr. Becker-Brandenburg ihre Arbeiten auf die Charakterisierung von Enzymsystemen beim Menschen und dem genetischen Modellorganismus Drosophila melanogaster ausgeweitet, um Angriffspunkte für die selektive Ausschaltung entsprechender Systeme bei Parasiten aufzeigen zu können.

Prof. Dr. Katja Becker-Brandenburg hat ein in Deutschland einmaliges Oeuvre zur Charakterisierung von Stoffwechselleistungen parasitärer Mikroorganismen und der Entwicklung von potenziellen Antiinfektiva aufzuweisen. Dieser Ansatz des rationellen Drug-Designs stellt eine hervorragende Möglichkeit dar, die so dringend benötigten antiinfektiven Substanzen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten, wie Malaria oder der Schlafkrankheit, zu entwickeln.

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina schreibt, dass mit Prof. Dr. Becker-Brandenburg eine Wissenschaftlerin mit der Carus-Medaille geehrt wird, "von der auch in Zukunft weitere Aufsehen erregende Beiträge zur Biochemie von Infektionserregern, zur Signaltransduktion von Wirtszellen und zur Chemotherapie von Parasiteninfektionen zu erwarten sind".

Kontakt:

Prof. Dr. Katja Becker-Brandenburg
IFZ für Umweltsicherung
Heinrich-Buff-Ring 26-32
35392 Gießen
Telefon: 0641/99-391-20, Fax: -29
E-Mail: Katja.Becker-Brandenburg@ernaehrung.uni-giessen.de

Charlotte Brückner-Ihl | idw
Weitere Informationen:
http://www-ife.ernaehrung.uni-giessen.de/becker-brandenburg

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