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Marcel Beyer mit Tübinger Hölderlin-Preis ausgezeichnet

16.10.2003


Sinneserfahrung, Sprachreflexion und die Geschichte des Dritten Reiches als wichtige Themen

Der Autor Marcel Beyer wird für sein episches und lyrisches Gesamtwerk in diesem Jahr mit dem Hölderlin-Preis der Stadt und der Universität Tübingen ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am Dienstag, 21. 10. 2003, um 19 Uhr im Pfleghofsaal statt. Der Rektor der Universität, Prof. Eberhard Schaich, und Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer werden den Preis überreichen. Die Laudatio hält Prof. Ernst Osterkamp von der Humboldt-Universität Berlin. Das Akademische Orchester und das Collegium musicum werden das Programm musikalisch umrahmen.

Marcel Beyer, 1965 in Tailfingen geboren, wurde vor allem durch seinen Roman "Flughunde" (1995) bekannt. Er verbindet, ebenso wie die zwei weiteren Romane "Das Menschenfleisch" (1991) und "Spione" (2000), auf originelle und subtile Weise Körper- und Sinneserfahrungen mit einer Spurensuche in der Geschichte des Dritten Reiches und einer Selbstreflexion des Erzählens. Die Sprachreflexion und die Auseinandersetzung mit einer fragwürdigen Geschichte bestimmen auch seine Lyrikbände, vor allem "Falsches Futter" (1997) und "Erdkunde" (2002). Diese Themen machen ihn zu einem der wichtigsten Autoren der jüngeren Generation.



Mit dem Tübinger Hölderlin-Preis werden laut Satzung Schriftsteller ausgezeichnet, die "einen neuen dichterischen Beitrag zur deutschen Sprache geleistet haben". Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Zur Jury gehören Prof. Gerhard Fichtner und Prof. Peter Härtling für die Hölderlin-Gesellschaft, Dr. Jochen Meyer und Prof. Ulrich Ott für das Deutsche Literaturarchiv Marbach am Neckar sowie Prof. Jürgen Brummack und Prof. Klaus-Detlef Müller für die Neuphilologische Fakultät der Universität Tübingen. Preisträger waren bisher das Theater Lindenhof in Melchingen, Michael Hamburger, Uwe Kolbe, Dieter Henrich, Philippe Jaccottet, Thomas Rosenlöcher und György Kurtág.

Michael Seifert | idw

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