Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RP6-Projekte sollen die Spitzenposition Europas in der Krebsforschung ausbauen

14.10.2003


Anlässlich der "Europäischen Woche der Krebsbekämpfung" hat die Europäische Kommission angekündigt, dass sie 19 neue Projekte im Umfang von 100 Millionen Euro auf dem Gebiet der Krebsforschung finanzieren wird.



Die unter dem vorrangigen Themenbereich "Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) geförderten Projekte betreffen die Untersuchung der Verbindung zwischen Genomik und Krebserkrankungen, die Weiterentwicklung bildgebender Diagnoseverfahren und der Strahlentherapie sowie klinische Versuchsreihen bei Brustkrebs und Leukämie. Ferner sollen sie zum Aufbau von Bio-Banken und Krebsregistern beitragen.



Die große Mehrheit der für eine Förderung ausgewählten Projekte setzen die neuen Instrumente des RP6 - integrierte Projekte und Exzellenznetze - ein. EU-Forschungskommissar Philippe Busquin begrüßte diese Entwicklung, merkte jedoch an, es sei sinnlos, in den nächsten vier Jahren 400 Millionen Euro in die Krebsforschung zu investieren, wenn Forscher und Finanzierungsinstitute in ganz Europa nicht bereit seien, an einem Strang ziehen.

"Kein Land kann isoliert Forschung betreiben. Die europäische Krebsforschung leidet zu oft darunter, dass doppelter Aufwand betrieben und keine kritische Masse erreicht wird. Wie in anderen wissenschaftlichen Bereichen wird ein europäischer Forschungsraum auch hier hilfreich sein, um den wissenschaftlichen Vorsprung in brauchbare Früherkennungsdiagnosen und Therapien umzusetzen und den Fortschritt im Labor für die klinische Anwendung zu nutzen - und zwar so schnell wie möglich", fügte er hinzu.

Im Bereich der Genomik werden insgesamt sechs Projekte finanziert. Dazu zählen zwei integrierte Projekte, in denen innovative Techniken der Onkogenomik eingesetzt werden, um weitere Krebsgene zu erkennen und ihren Einfluss auf den Krankheitsverlauf zu untersuchen, sowie vier weitere Projekte, die untersuchen, wie Moleküle als potenzielle molekulare Targets für neue Arzneimittel genutzt werden können, um die Entwicklung des Krebses zu beeinflussen.

Darüber hinaus wurden drei Projekte ausgewählt, die auf die Entwicklung neuer bildgebender Verfahren und die Validierung unterstützender Instrumente für die Diagnose von Gehirntumoren hinarbeiten. Durch Fortschritte bei bildgebenden Diagnoseverfahren und der Strahlentherapie hofft man, Tumore an Lunge, Brust, Prostata sowie andere Tumore frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Was die Entwicklung besserer Therapien anbelangt, wurden zwei Netze ausgewählt, die klinische Versuchsreihen bei Brustkrebs und Leukämie durchführen sollen. Außerdem soll ein Exzellenznetz, das Bio-Banken und Krebsregister miteinander verbindet, zur Entwicklung und Bewertung von Krebsbehandlungen und Vorsorgestrategien beitragen.

Mitte nächsten Jahres werden zwei weitere Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht, bei denen es u.a. um präklinische Tests, neue Therapien, Bevölkerungen mit hohem Krebsrisiko, familiäre Krebserkrankungen und ungewöhnliche Krebsarten, die immunologische Kontrolle von Tumoren und die Erkennung und Behandlung von Kleinstmetastasen auf molekularer Ebene gehen wird.

| Cordis Nachrichten
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:21031&TBL=DE_NEWS

Weitere Berichte zu: Diagnoseverfahren Genomik Krebsforschung RP6

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Innovationspreis für Klima und Umwelt 2017 ausgeschrieben
23.01.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Personal-Trainer zum Anziehen: Intelligente Trainingskleidung gewinnt Fashion Fusion Award
23.01.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie