Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besserer Infektionsschutz für stammzelltransplantierte Patienten

07.10.2003


Höchste europäische Auszeichnung auf dem Gebiet der Stammzelltransplantation


Prof. Dr. med. Hermann Einsele erhält van Bekkum Award


Prof. Dr. med. Hermann Einsele von der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen wurde in Istanbul mit dem van Bekkum Award ausgezeichnet.


Der van Bekkum Award ist die höchste europäische Auszeichnung auf dem Gebiet der Stammzelltransplantation und wird einmal jährlich im Rahmen der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation vergeben. Gewürdigt werden damit herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Behandlung bösartiger Erkrankungen mit Hilfe der Stammzelltransplantation.

Einsele, der zu der Abteilung von Prof. Lothar Kanz, Ärztlicher Direktor der Hämatologie, Onkologie, Immunologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen gehört, erhielt den Preis für einen vielversprechenden neuartigen Therapieansatz zur Behandlung schwerer Infektionen bei Patienten, deren Immunsystem unterdrückt werden muss.

Professor Kanz: "Patienten, bei denen z.B. nach einer Organ- oder Stammzelltransplantation das Immunsystem unterdrückt werden muss, sind stark abwehrgeschwächt. Infizieren sie sich in dieser Phase mit einem Virus besteht Lebensgefahr. Die Unterdrückung der körpereigenen Abwehr ist jedoch unumgänglich, da das fremde Organ sonst abgestoßen würde." Umgekehrt muss , so Kanz, bei stammzelltransplantierten Leukämie- oder Rheumapatienten das neue, dem Patienten transplantierte Immunabwehrsystem daran gehindert werden, den ihm noch fremden Körper anzugreifen."

Hier setzt die wissenschaftliche Arbeit von Hermann Einsele an: Seine Forschungsergebnisse ermöglichen es, vor der Transplantation durch die Untersuchung des Erbmaterials die Anfälligkeit für bestimmte Infektionen zu erkennen. Parallel kann die Therapie der auftretenden Infektionen durch Stärkung des Abwehrsystems des Patienten weiter verbessert werden.

Dabei werden zum einen die Abwehrzellen angeregt, so dass sie besser gegen Infektionen wirken können, zum anderen werden virusspezifische körpereigene Abwehrzellen außerhalb des Körpers hergestellt, vermehrt und anschließend dem Patienten zurückgegeben, um die Infektionskontrolle zu verbessern. Alle Behandlungsansätze werden derzeit am Tübinger Klinikum im Rahmen von Studien bereits für bestimmte Virusinfektionen eingesetzt und untersucht.

"Wir hoffen", so Einsele, "durch die Weiterentwicklung dieser Methode den stammzell- und organtransplantierten Patienten künftig einen besseren Schutz vor lebensbedrohlichen Infektionen bieten zu können."

Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Klinik, Abteilung Hämatologie, Onkologie, Immunologie und Rheumatologie (Ärztlicher Direktor Prof. Lothar Kanz)
Prof. Dr. med. Hermann Einsele
Tel. 0 70 71 / 29-8 28 08 oder 29-8 44 77, Fax 0 70 71 / 29-36 75
Hermann.einsele@med.uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw

Weitere Berichte zu: Stammzelltransplantation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE