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Bioanalytiker erhalten Fresenius-Preis

05.09.2003


Auch ihnen hätte der Chemie-Nobelpreis 2002 zuerkannt werden müssen, ging es nach der Bekanntgabe der Preisträger und ihrer Arbeitsgebiete durch die Presse: den deutschen Professoren Michael Karas (Frankfurt) und Franz Hillenkamp (Münster). Sie lieferten entscheidende Beiträge zur Entwicklung der massenspektrometrischen Analyse für biologische Makromoleküle. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) würdigt nun ihre Leistung durch die Vergabe des Fresenius-Preises an die beiden Wissenschaftler in einer Festsitzung anlässlich der GDCh-Jahrestagung Chemie am 9. Oktober an der TU München.



Die von Hillenkamp und Karas entwickelte "Matrix-assistierte Laser-Desorptions-Ionisations-Massenspektrometrie" (MALDI-MS) ist heute weltweit ein Standardverfahren der Bioanalytik. Durch einen kurzen, intensiven Laserimpuls gelingt es, auch Biomakromoleküle intakt ins Vakuum eines Massenspektrometer zu überführen, so dass sie extrem genau "gewogen" werden können.

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Hillenkamp und sein damaliger Assistent Karas hatten die Methode erstmals 1985 der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vorgestellt. Bis 1988 gelang es ihnen dann, auch sehr große Proteine zu analysieren. Viele Erkenntnisse in den modernen Lebenswissenschaften wären ohne MALDI undenkbar, und das Potential ist noch längst nicht ausgeschöpft, man denke nur an die Proteom- und Genom-Forschung.

Der Fresenius-Preis der GDCh, der an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich besondere Verdienste um die wissenschaftliche Entwicklung und um die Förderung der analytischen Chemie erworben haben, geht in diesem Jahr an zwei Wissenschaftler, die zu den meist zitierten auf dem Gebiet der Bioanalyse gehören.

Hillenkamp wurde 1936 in Essen geboren, studierte an der Purdue University (USA) sowie an der TU München Physik, lehrte und forschte an der University of Maryland auf dem Gebiet der Physik, dann an der Universität Frankfurt auf dem Gebiet der Biophysik und wurde 1986 auf den Lehrstuhl für Medizinische Physik und Biophysik an der Universität Münster berufen. Seit 2001 ist er emeritiert.

Karas wurde 1952 in Wesel geboren, studierte an der Universität Bonn Chemie, promovierte dort 1982 im Fach Physikalische Chemie, ging als wissenschaftlicher Angestellter ans Institut für Biophysik nach Frankfurt und wechselte mit Hillenkamp nach Münster. 1992 habilitierte er sich an der dortigen Universität und erhielt 1995 den Ruf auf eine C4-Professur an der Universität Frankfurt.

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

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