Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsch - russische Forschungskooperation gefördert

04.08.2003


Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert eine weitere internationale Forschungskooperation der Universität Stuttgart

... mehr zu:
»Forschungskooperation »IAG

Prof. Yury Semyonovich Kachanov aus der russischen Föderation forscht gemeinsam mit Professor Siegfried Wagner und seinen Mitarbeitern vom Institut für Aerodynamik und Gasdynamik (IAG) auf dem Gebiet des laminar-turbulenten Umschlags in wandnahen Grenzschichten, insbesondere an Tragflügelprofilen. Dafür hat die Humboldt-Stiftung 50.000 Euro bewilligt. Prof. Kachanov nutzt das Preisgeld für einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt in Stuttgart; er war bereits früher zu Gast bei Prof. Siegfried Wagner, der den Forschungsaufenthalt initiierte.

Uni für globale Elite der Wissenschaft attraktiv


Dies ist bereits der 56. Preisträger, den die Uni Stuttgart in den letzten 30 Jahren innerhalb dieses Programms willkommen heißen kann. Der Humboldt-Forschungspreis ist die finanzielle Grundlage, um international anerkannte ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu einem selbstgewählten Forschungsvorhaben in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen nach Deutschlang einzuladen. Die Preisträger werden von ihren deutschen Fachkollegen vorgeschlagen und von einem Gutachterkollegium der Humboldt-Stiftung nominiert. Insgesamt werden pro Jahr etwa 60 Forschungspreise für alle Fachrichtungen vergeben, wobei dieses Mal lediglich drei Preisträger auf dem Gebiet der Strömungsmechanik ausgezeichnet wurden. Mit dem Preis honoriert die Humboldt-Stiftung auch die internationale Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen der Universität.

Informationen zur Person

Yury Semyonovich Kachanov, Jahrgang 1949, erwarb sein Diplom 1973 an der Novosibirsk State University in Russland und promovierte 1979 am Institute of Theoretical and Applied Mechanics (ITAM) der Russischen Akademie der Wissen-schaften in Novosibirsk. Dort erwarb er 1986 den Titel eines Senior Research Scientist. 1992 schloss er seine Habilitation ab und wurde 1999 zum Professor für Strömungsmechanik und Plasmamechanik am ITAM ernannt.

Führender Wissenschaftler in der Transitionsforschung

Prof. Kachanov gilt als einer der erfahrendsten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Transitionsforschung und insbesondere der entsprechenden Mess- und Windkanaltechnik zum Studium der komplexen Transitionsmechanismen. Bereits bei seiner Promotion setzte er konsequent auf Experimente mit kontrollierten Störbedingungen, ein Vorgehen, das damals vergleichsweise wenig angewandt wurde und sich aber nach Veröffentlichung seiner Ergebnisse weitgehend in der Transitionsforschung durchsetzte. 1977 gelang es ihm als erstem, die so genannte subharmonische Resonanz als Transitionsmechanismus experimentell nachzuweisen. Danach befasste er sich mit Spätstadien der Umschlagsentwicklung und veröffentlichte 1985 detaillierte Messungen zum Auftreten von speziellen Strömungsphänomenen des Umschlags, den so genannten Spike-Stadien. Angeregt durch eine mehrjährige Zusammenarbeit mit der Flugzeugbaufirma Boeing beschäftigt sich Prof. Kachanov seit 1994 mit Fragen der Rezeptivität, also mit Einflüssen von äußeren Störungen auf das Transitionsverhalten einer Grenzschicht. Zusammen mit seinem Team entwickelte Prof. Kachanov Methoden und Messverfahren, die eine Untersuchung dieser komplexen Zusammenhänge erst ermöglichten. Während eines Gastaufenthaltes am IAG im Jahr 2001 führten Prof. Kachanov und IAG-Mitarbeiter erste experimentelle Untersuchungen zur Rezeptivität gegenüber Wirbelstärkestörungen in der Anströmung am Laminarwindkanal des IAG durch. Gleichzeitig setzte Prof. Kachanov seine Zusammenarbeit mit der Transitionsgruppe des IAG, deren Arbeiten zur direkten numerischen Simulation auf dem Transitionsgebiet internationale Anerkennung genießen, bei Untersuchungen zu nichtlinearen Spätstadien der Transition in der Blasiusgrenzschicht fort. Seit 1999 arbeitet Prof. Kachanov an einem neuen, einheitlichen Konzept für die Entstehung und Erhaltung von Turbulenz in Wandscherschichten. Erkenntnis-se auf diesem Gebiet sind eine der Grundlagen für eine Widerstandsminimierung und somit Treibstoffreduktion zukünftiger, schneller Transportsysteme.

Interessantes Forschungsfeld

An der Universität Stuttgart führt Prof. Kachanov zusammen mit Mitgliedern des IAG Experimente zu dominant nichtlinearen Stadien der Transition in einer Profilgrenzschicht durch. Diese Forschungsarbeit ist von großem anwendungstechnischen Interesse, da die Messungen soweit wie möglich an den realistischen Fall der Umschlagsentwicklung an einem Tragflügelprofil angelehnt sind. Der Laminarwindkanal des IAG bietet auf Grund seines extrem niedrigen Turbulenzgrades die idealen Voraussetzungen für die Durchführung der Messungen. Das Ziel ist nicht nur die Gewinnung eines tieferen grundlegenden Einblicks in Transitionsszenarien unter dem Einfluss eines variablen Druckgradienten in Strömungs-richtung, sondern auch eine Erhöhung der Zuverlässigkeit von Transitionsvorhersagen für spezielle Auslegungsfälle von Laminarprofilen.

Kontakt: Prof. Kachanov, Tel. 0711-685-3400, kachanov@iag.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Weitere Berichte zu: Forschungskooperation IAG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten