Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EMBO Gold Medaille 2003 geht an Anthony Hyman vom MPI-CBG, Dresden

31.07.2003


Anthony Hyman, Gruppenleiter und Direktor am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden (MPI-CBG), erhält in diesem Jahr die Gold Medaille der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (EMBO).



EMBO verleiht dem Biologen diese Auszeichnung als Anerkennung seiner hervorragenden wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Zellbiologie. Hymans Arbeiten trugen insbesondere zu einem besseren Verständnis der Mechanismen der Zellteilung bei. Die Medaille wird dem Wissenschaftler am 17. Oktober während der EMBO-Konferenz "Frontiers of Molecular Biology" in Killarney, Irland, überreicht.



Dass ich diesen Preis erhalte, zeigt mir, dass meine Kollegen meine Arbeiten wertschätzen," sagte Hyman kurz nach der Bekanntgabe. "Es gibt mir das Gefühl, eine gute Leistung erbracht zu haben."

EMBO zeichnet jährlich einen/eine junge/n europäische/n Wissenschaftler/in unter 40 Jahren, der/die besondere Leistungen im Bereich Molekularbiologie erbracht hat, mit der Gold Medaille aus. Die Organisation verlieh seit 1986 diesen Preis an 17 herausragende Forscher. Er ist ein Maß für den hohen wissenschaftlichen Standard, den europäische Wissenschaftler erzielen und stellt zugleich ihre Leistungen weltweit ins Rampenlicht. Darüber hinaus dienen Forscher/innen, die die EMBO Gold Medaille erhalten, dem europäischen wissenschaftlichen Nachwuchs als Vorbild.

Kurzer Lebenslauf

Anthony Hyman, geboren 1962 in Haifa/Israel, ist seit 1998 Gruppenleiter und Direktor am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden. Er promovierte 1988 am King’s College in Cambridge. Nach einer Anstellung als Postdoc an der University of California in San Francisco trat er 1993 eine Gruppenleiterposition am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg an. EMBO wählte ihn im Jahr 2000 zum Mitglied.

Der Wechsel nach Dresden an das 1998 neu gegründete Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik brachte für Hyman spannende Herausforderungen mit sich: In einer internationalen Atmosphäre begann er, gemeinsam mit seinen Kollegen, das Profil einer Forschungsinstitution zu formen, die Entwicklungs- und Zellbiologie vereint.

Wissenschaftliche Arbeit

Im Zusammenhang mit den grundlegenden Überlegungen, wie sich der Weg von der Zelle zum Gewebe gestaltet, konzentriert sich das Forschungslabor von Hyman am MPI-CBG auf verschiedene Aspekte der Zellteilung. Dabei fokussiert das Team speziell auf die Funktionsweisen von Mikrotubuli. Mikrotubuli sind winzige aus dem Baustein Tubulin aufgebaute Polymere und ein wesentlicher Bestandteil des Zellskeletts. Sie können wie ein Baugerüst auf- und abgebaut werden und spielen eine wichtige Rolle bei Umformungsprozessen der Zelle. Dazu gehören zum Beispiel Transportbewegungen innerhalb der Zelle und die Zellteilung. Hyman interessiert sich besonders für die Mechanismen, mit denen die Mikrotubuli diese Aufgaben erfüllen und intrazelluläre Strukturen formen. Um diese Vorgänge aufzuklären, arbeitet Hymans Gruppe mit einer ganzen Reihe von genetischen, biochemischen, sowie zell- und molekularbiologischen Methoden an drei Modellorganismen: der leicht kultivierbaren Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae, dem afrikanischen Krallenfrosch Xenopus laevis sowie dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans.

Zum Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik

Um sich den neuen Herausforderungen in den Biowissenschaften zu stellen, wurde 1998 das neue MPI für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden eingerichtet, das sich folgenden Forschungsschwerpunkten widmen wird: Wie werden während der Zellteilung die wichtigsten Zellbestandteile gezielt auf die Tochterzellen verteilt? Wie ist die Struktur von Zellorganellen beschaffen und wie wird der Membrantransport kontrolliert? Wie entstehen asymmetrisch aufgebaute Zellen und wie organisieren sich Zellen zu Geweben?
Die genannten Arbeitsfelder werden ineinander greifend an Modellorganismen untersucht, die dafür genetisch besonders geeigneten sind. Derzeit arbeiten etwa 300 Mitarbeiter am Institut.

EMBO

Die Europäische Organisation für Molekularbiologie fördert Lebenswissenschaften in Europa. Die Organisation wurde 1964 von führenden Wissenschaftlern gegründet. Durch die Errichtung einer europäischen Forschungseinrichtung, dem EMBL in Heidelberg, der gezielten Fortbildung von Wissenschaftlern durch Kurse und Workshops und einem Stipendiatenprogramm zum Austausch von Wissenschaftlern erhöhte EMBO die Maßstäbe in diesem Bereich der Forschung über die Grenzen Europas hinaus. Heute zählt EMBO 1200 Spitzenforscher zu seinen Mitgliedern. Dazu gehören 36 Nobel Preis Träger. Jährlich werden etwa 30 neue Mitglieder gewählt. Die Europäische Konferenz für Molekularbiologie (EMBC finanziert EMBOs Aktivitäten zu einem großen Teil. Zu Ihren Mitgliedsländern zählen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Israel, Italien, Kroatien, Tschechien, Österreich, Ungarn, Die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz und Türkei.

Kontakt: Ellen Peerenboom (PhD), Tel: 06221-8891-108, Fax: -200, pr@embo.org

Dr. Ellen Peerenboom | idw
Weitere Informationen:
http://www.embo.org
http://www.embo.org/press/gm_2003_brief_d.html
http://www.embo.org/press/gold_medal2003.html

Weitere Berichte zu: Genetik MPI-CBG Molekularbiologie Zellbiologie Zellteilung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops