Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immunologische Forschergruppe wird gefördert

24.07.2003


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung einer Forschergruppe, die sich mit der Beeinflussung immunologischer Prozesse durch membrannahe Signalmodule beschäftigt, an der Medizinischen Fakultät der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität beschlossen.


Vorausgegangen war dieser Entscheidung eine erfolgreiche Begutachtung des von den Magdeburger Wissenschaftlern vorgelegten Konzeptes im April diesen Jahres. Die Immunologie einschließlich Molekulare Medizin der Entzündung stellt neben den Neurowissenschaften den zweiten Forschungsschwerpunkt an der Medizinischen Fakultät Magdeburg dar.

Die von der DFG geförderte Forschergruppe "Beeinflussung immunologischer Prozesse durch membrannahe Signalmodule" untersucht die molekularen Mechanismen, die der Aktivierung von T- und B-Lymphozyten zu Grunde liegen. Lymphozyten stellen die zentralen Schaltstellen des Immunsystems dar und entscheiden über signalübertragende Rezeptoren, die auf ihrer Oberfläche exprimiert werden, ob und wie der Organismus auf pathogene Einflüsse der Umwelt reagiert. Dazu sind die Rezeptoren der Lymphozyten mit so genannten Adapterproteinen verschaltet. Die Adapterproteine funktionieren wie Relais-Stationen oder molekulare Biochips und verarbeiten die vielen Reize, die von außen auf die Lymphozyten einwirken im Zellinneren. Somit sind die Adapterproteine entscheidend an der Steuerung der Immunantwort beteiligt. Die Untersuchungen der Forschergruppe sollen Aufschluss darüber geben, wie genau diese Steuerung funktioniert und welche Signale von den Adaptermolekülen in die Zelle hinein und wieder zurückgegeben werden. Die Entschlüsselung der zellulären Vorgänge, die durch die Adapterproteine kontrolliert und gesteuert werden, kann in der Zukunft dazu genutzt werden, neue Konzepte für die Therapie von Autoimmunerkrankungen wie z.B. Multiple Sklerose, Schuppenflechte, Asthma, Morbus Crohn, Colitis ulceroa u.a. zu entwickeln.


In der Forschergruppe sind insgesamt 8 verschiedene Projekte angesiedelt und Wissenschaftler des Institutes für Immunologie der Medizinischen Fakultät arbeiten fächerübergreifend mit dem Max-Planck-Institut und dem Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg zusammen. Daneben ist die Universität Bielefeld mit zwei Projekten vertreten. Neben klassischen zellbiologischen und biochemischen Ansätzen sollen in der Forschergruppe auch neue Wege beschritten werden. So sollen in einem Teilprojekt neue mikroskopische Methoden entwickelt werden, mit denen die aktivierungsbedingten Veränderungen einzelner Moleküle in lebenden Lymphozyten sichtbar gemacht werden können.

Professor Burkhart Schraven, Direktor des Institutes für Immunologie der Uni Magdeburg und Sprecher der Forschergruppe: "Offensichtlich hat unser fächerübergreifendes und interdisziplinäres Konzept die Gutachter der DFG überzeugt. Ich denke, das Konzept stellt eine Stärkung des Wissenschaftsstandortes Magdeburg dar und trägt mit den einzelnen Teilprojekten zur Vernetzung der Forschungsstrukturen zwischen der Medizinischen Fakultät, der Universität und den hiesigen An-Instituten bei. Die Vernetzung verschiedener Disziplinen und Forschungsrichtungen sollte in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Dies wird helfen, dem Standort Magdeburg noch mehr internationales Profil zu verleihen und damit die Chancen verbessern, im nationalen und internationalen Konkurrenzkampf um die immer knapper werdenden Ressourcen zu bestehen".

Der DFG-Bewilligungsausschuss für die Allgemeine Forschungsförderung hatte in seiner Sitzung am 1. Juli die Förderung von neun neuen Forschergruppen beschlossen. In diesen Gruppen arbeiten mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einer besonderen wissenschaftlichen Fragestellung interdisziplinär zusammen. Die Förderung von Forschergruppen soll helfen, für eine mittelfristig - meist auf sechs Jahre - angelegte, enge Zusammenarbeit die notwendige personelle und materielle Ausstattung bereitzustellen. Hiermit soll dazu beigetragen werden, neue Arbeitsrichtungen zu etablieren. Die neun Forschergruppen die deutschlandweit gefördert werden, erhalten nach Angaben der DFG in den nächsten zwei Jahren insgesamt etwa 8,7 Millionen Euro mit der Aussicht auf weitere 3,8 Millionen Euro im dritten Jahr. Aus diesem Topf wird die Magdeburger Forschergruppe in den nächsten beiden Jahren mit einem Betrag von ca. 1,1 Millionen Euro gefördert.

Nähere Auskünfte erteilt:

Professor Dr. med. Burkhart Schraven
Institut für Immunologie
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Leipziger Straße 44
39120 Magdeburg
Tel: 0391-67-15800
Fax: 0391-67-15852
e-mail: burkhart.schraven@medizin.uni-magdeburg.de

Kornelia Suske | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-magdeburg.de/fme/institute/iim

Weitere Berichte zu: Adapterprotein DFG Immunologie Lymphozyt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Verleihung GreenTec Awards 2018 – Kategorie »Energie« am 24. April 2018 auf der Hannover Messe
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics