Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftspreis für innovative Ultraschall-Diagnostik

21.07.2003


Für seine langjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der Ultraschall-Diagnostik bei schlaganfallgefährdeten Patienten erhält Professor Dr.-Ing. Rainer Brucher von der Fachhochschule Ulm (FHU) am Schwörmontag aus den Händen des Oberbürgermeisters Ivo Gönner den Wissen-schaftspreis der Stadt Ulm.


Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird dreigeteilt. Die beiden anderen Preisträger sind Privatdozentin Dr. Anita Marchfelder und Dr. Ralf Seemann, Universität Ulm.

Mangelnde Blutversorgung des Gehirns infolge mehr oder weniger verstopfter Arterien ist in 85 Prozent der Fälle die Ursache des akuten oder "stillen" Schlaganfalls. Um das Schlaganfallrisiko von Patienten zu mindern oder eine angezeigte Therapie zu verbessern, setzt man zur Beobachtung des Blutvolumenstroms bzw. der Embolien Ultraschalldoppler-Verfahren ein. Die von Brucher entwickelte Gerätetechnik bringt vielerlei Vorteile sowohl während einer Operation also auch bei der späteren Verlaufskontrolle. Zu den wichtigsen, zum Teil patentierten Innovationen gehören


  • die halbautomatische Sondenfixierung, welche die Langzeitüberwachung des anästhesierten Patienten während der Operation erleichtert
  • breitbandige Ultraschallsonden für die Signalerfassung über die Schädeldecke
  • ein Power-Doppler-Prinzip gepaart mit einem Mutlifrequenzverfahren, mit dem
    man gefährliche Embolien von ungefährlichen unterscheiden kann.

Von diesen technischen Neuerungen, die teilweise auch in internationalen Kooperationen entwickelt und klinisch getestet worden sind, profitieren beispielsweise Patienten mit künstlichen Herzklappen, die im Hinblick auf ein Schlag-anfallrisiko medikamentös besser eingestellt werden können. Bei Bypass-Operationen können Patienten, die über längere Zeit über einen extrakorporalen Kreislauf versorgt werden, besser überwacht werden. Dadurch lassen sich die Operationstechniken besser an den Zustand des Patienten anpassen und der Einsatz von Dialysefiltern zur Blutversorgung optimieren. Patienten mit arteriosklerotischen Veränderungen der hirnversorgenden Gefäße neigen zu Embolien. Mit der Brucherschen Technik lassen sich Anzahl und Typ der Embolien erfassen, auf dieser Basis das Schlaganfallrisiko genauer abschätzen und die Wirkung von Medikamenten dokumentieren.

Rainer Brucher lehrt seit 1990 an der FHU das Gebiet Medizinelektronik. Nach seinem Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universität Karlsruhe forschte er als wissenschaftlicher Angestellter am dortigen Insititut für Biokyberneitk und Biomedizinische Technik. Anschließend wechselte er in die Industrie zu Dornier, Friedrichshafen, und Eden Medizinische Elektronik, Überlingen. Brucher ist derzeit Dekan des Fachbereichs Mechatronik der Fachhochschule Ulm.

Kontakt:

Rainer Brucher
Tel. 0731 - 50285-00
E-Mail: brucher@fh-ulm.de

Dr. Ingrid Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-ulm.de

Weitere Berichte zu: Embolie FHU Ultraschall-Diagnostik Wissenschaftspreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie