Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

1. Preis im Businessplan-Wettbewerb nach Tübingen

14.07.2003


Die Retina Implant AG aus Tübingen hat den internationalen Businessplan-Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg, den GeneStart biotech award, gewonnen.



Dieser Preis wurde zum 2. Mal für die besten Geschäftsideen auf dem Gebiet der Biotechnologie vergeben. Das Unternehmen konnte sich unter weiteren 33 Geschäftsideen im Wettbewerb um den besten Businessplan in der Endrunde auf Platz 1 plazieren. Die 14-köpfige Jury bestand aus einem Gremium von renommierten Wissenschaftlern, Kapitalgebern und Unternehmern. Dr. Horst Mehrländer, Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums des Landes Baden-Württemberg, und Prof. Dr. Konrad Beyreuther, Staatsrat für Lebens- und Gesundheitsschutz des Landes Baden-Württemberg, überreichten dem Unternehmerteam vor 150 Gästen in der Heidelberger Print Media Academy die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung.



Die Retina Implant AG aus Tübingen entwickelt Netzhautimplantate, die bei bestimmten Formen von Erblindungen ein begrenztes Sehvermögen wieder herstellen können. Herzstück der Entwicklung ist ein Silizium-Chip mit winzigen Photosensoren, die eine elektronische Schaltung steuern, so daß - je nach Helligkeit - die Nervenzellen der Netzhaut (Retina) mehr oder weniger stimuliert werden. Diese senden Impulse über den Sehnerv an das Gehirn. Das Gehirn kann aus diesen Signalen ein Bild generieren. Der Patienten sollen auf diese Weise wieder sehen können, obwohl die Photorezeptoren im Auge - die eigentlich die Nervenzellen der Netzhaut stimulieren sollten - degeneriert sind. Ziel ist es, das Sehvermögen soweit zu verbessern, dass Blinde sich ohne fremde Hilfe in unbekannter Umgebung orientieren und bewegen können. Die grundsätzliche Funktionalität des Systems konnte in Tierexperimenten nachgewiesen werden.

Das Implantat ist 3 x 3 mm groß und 1/10 mm dünn und besteht aus 1.500 einzelnen Elementen, die jeweils einen winzigen Abschnitt der Netzhaut stimulieren können. Aufgrund von Simulationen erwartet die Firma Retina Implant, dass Blinde grob gerasterte Bilder wahrnehmen können und die Erkennung von Gesichtern möglich sein wird. Die Elektronik ist so ausgelegt, dass das Implantat sowohl in dunkler als auch in sehr heller Umgebung ohne weitere Sehhilfen funktioniert. Das Implantat ist hinter der Netzhaut implantiert und äußerlich nicht sichtbar.

Die notwendige Grundlagenforschung wurde seit 1996 vom Bundesministerium für Forschung und Technologie mit Forschungsmitteln in Millionenhöhe gefördert. An diesem Forschungsprojekt waren das Institut für Mikroelektronik (IMS) Stuttgart, die Universität Stuttgart (IPE) und das NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut in Reutlingen sowie die Universitätsaugenklinik Tübingen und die Universitätsaugenklinik Regensburg beteiligt. Projektleiter und Koordinatoren waren Prof. Dr. Eberhart Zrenner, Geschäftsführender Direktor der Augenklinik Tübingen und Dr. Hugo Hämmerle, NMI, Reutlingen. Für die Entwicklung des chirurgischen Implantationsverfahrens war Prof. Dr. Veit-Peter Gabel aus Regensburg verantwortlich.

Die Retina Implant AG wurde im März 2003 gegründet, um die klinische Prüfung zu koordinieren und die Herstellung und Zulassung des Implantats zu betreiben. Beginnend im nächsten Jahr sollen die ersten acht Patienten behandelt werden, um festzustellen, welches Sehvermögen erreicht werden kann. Im weltweiten Wettbewerb zwischen den verschiedenen technologischen Ansätzen hat sich die Retina
Implant AG eine überlegene technologische Startposition erarbeitet und durch Patente rechtlich absichern lassen. Der Unternehmensvorstand (Dr. Karsten Feil und Reinhard Rubow) rechnet durch diesen 1. Platz im Businessplanwettbewerb mit einer Verbesserung der Bedingungen für die noch abzuschließende Finanzierung.

Sollte die Geschäftsidee erfolgreich sein, wird die Medizintechnik und Biotechnologie in der BioRegio STERN weitere positive Impulse erfahren.

Kontakt und Info:

Retina Implant AG
Calwer Str. 7/1, 72076 Tübingen
Dr. Karsten Feil, Tel. 07071 - 2987431
Reinhard Rubow, Tel 07121 - 5153013
E-Mail: info@retina-implant.de


Dr. Nadja Gugeler | idw
Weitere Informationen:
http://www.retina-implant.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie