Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

115 Millionen Euro für die Wissenschaft

23.06.2003


VolkswagenStiftung legt Jahresabschluss 2002 vor. Förderung konstant auf hohem Niveau. Neustrukturierung des Förderangebots zum Jahreswechsel


Neue Angebote „Zukunftsfragen der Gesellschaft“ und „Lichtenberg-Professuren“ schärfen das Förderprofil der Stiftung mit Blick auf 2003

Exakt 114,8 Millionen Euro hat die VolkswagenStiftung im Jahr 2002, dem Jahr ihres 40. Arbeitsjubiläums, wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland zur Verfügung gestellt – gemäß ihrem Auftrag, Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre zu fördern. Dabei gingen die 60,3 Millionen Euro „Allgemeine Fördermittel“ zu gut 34 Prozent an die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, zu etwa 32 Prozent an die Biowissenschaften einschließlich der Medizin und zu rund 29 Prozent an die Natur- und Ingenieur­wissenschaften einschließlich der Mathematik (S. 146 ff. im Jahresbericht 2002)*. Der Rest entfiel auf Fachgebietskombinationen. Der satzungsgemäß an wissenschaftliche Einrichtungen in Niedersachsen zu vergebende Anteil, das Niedersächsische Vorab, belief sich 2002 auf 54,5 Millionen Euro (S. 125 ff.).


Mit einem Kapital von mittlerweile 2,1 Milliarden Euro und einem – in der Rückschau des vergangenen Jahrzehnts – stabilen Fördervolumen von jährlich etwa 100 Millionen Euro ist die VolkswagenStiftung einer der größten privaten Wissenschaftsförderer in Europa. „Wir sind froh, dass wir trotz der Turbulenzen an den Kapitalmärkten das Fördervolumen in der inzwischen gewohnten Höhe aufrecht erhalten konnten“, erklärte Generalsekretär Dr.
Wilhelm Krull jetzt mit Erscheinen des Jahresberichts 2002.

Von Seiten der Forschung gab es auch im Jahr 2002 wieder eine große Nachfrage nach Fördermitteln. In Zahlen: 905 Anträge über eine Gesamtantragsumme von 240,1 Millionen Euro gingen bei der Stiftung ein. Bei den Allgemeinen Fördermitteln konnten im vergangenen Jahr 44,6 Prozent der eingereichten Anträge und 28,6 Prozent der insgesamt beantragten Summe bewilligt werden. Berücksichtigt man ferner, dass in einigen Förderinitiativen vor einer Antragstellung zunächst Skizzen eingereicht werden müssen, dann unterstreichen diese Zahlen, wie massiv der Wettbewerb um die Mittel der VolkswagenStiftung ist.

Förderangebot neu strukturiert

Zum Jahreswechsel 2002/2003 hat die Stiftung ihr Förderangebot neu strukturiert. „Wir verstehen uns noch stärker als bislang als Impulsgeber, als aktiv mitgestaltender Partner der Wissenschaft“, betont Krull. Das aktuelle Förderspektrum unterteilt sich nunmehr in „thematische Impulse“, „gesellschaftliche Herausforderungen“, „auslandsorientierte Initiativen“ sowie „struktur- und personenbezogene Förderung“. Zudem ist die VolkswagenStiftung immer auch „offen – für Außergewöhnliches“.

Neue Förderinitiativen im Jahr 2002 eingerichtet

Beispielhaft für die neue Akzentsetzung im Förderverständnis der Stiftung ist die im Jubiläumsjahr 2002 eingerichtete Initiative „Zukunftsfragen der Gesellschaft – Analyse, Beratung und Kommunikation zwischen Wissenschaft und Praxis“ (S. 40 f.). In Deutschland ist im Unterschied zu vergleichbaren Ländern der Austausch von Wissen und Personen zwischen den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zu schwach entwickelt. „Diese Mängel wirken sich umso ungünstiger aus, als Lösungen für gesellschaftspolitische Probleme zum einen schwer zu finden sind, zum anderen aber auch die Umsetzung erkennbarer Lösungen angesichts der Vielzahl widerstreitender Interessen nicht immer leicht ist – wie wir es ja derzeit gerade im Bereich etwa der Renten- oder Gesundheitspolitik erleben“, so Krull.

Im Rahmen der neuen Förderinitiative wurde zum Jahresbeginn 2003 ein „Brückenprogramm zwischen Wissenschaft und Praxis in der Transformation des Sozialstaates“ ausgeschrieben. Die ersten sieben Kandi­daten – sie werden sich speziell mit den Problemen der Sozialstaatstransformation beschäftigen – wurden inzwischen aus einer Vielzahl von Bewerbern ausgewählt. Als Zweites folgt in Kürze eine Ausschreibung zu „Studiengruppen zu Migration und Integration in Europa“. Weitere sollen sich anschließen – etwa zur Arbeitsmarkt-, Familien- und Bildungspolitik.

Unterdessen geht die VolkswagenStiftung noch auf einem anderen Gebiet neue Wege in der Verbindung von personenbezogener und institutioneller Förderung: So hat sie mit den „Lichtenberg-Professuren“ (S. 84 f.) eine weitere Initiative gestartet, deren Ziel es ist, exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Verbindung mit innovativen Lehr- und Forschungsfeldern zu fördern und damit zu einer Profilbildung der besten unter den deutschen Hochschulen beizutragen. Krull: „Es geht uns um nicht weniger als die besten Köpfe für Deutschland; darum, dass deutsche Universitäten in ihren leistungsstärksten Bereichen auch künftig mit den weltweit besten Schritt halten können.“ Mit den Lichtenberg-Professuren setzt die Stiftung die konsequente Nachwuchsförderung – wie sie bereits in ihrem erfolgreichen Nachwuchsgruppen- (S. 86 ff.) und dem Tandemprogramm (S. 91) verfolgt wird – mit einem neuen Akzent fort. Besonderes Anliegen der Stiftung ist es auch hier, dass die Forschung fachübergreifend und möglichst in internationaler Kooperation durchgeführt wird.

Grenzüberschreitendes Fördern

Für die unabhängige, in Hannover ansässige Institution – 1961 von der Bundesrepublik und dem Land Niedersachsen errichtet – war auch im Jahr 2002 die grenzüberschreitende Wissenschaftsförderung ein wichtiges Ziel. So wurden an ausländische Einrichtungen, an deutsche Einrichtungen im Ausland sowie zu Gunsten ausländischer Kooperationspartner im Rahmen von Inlandsbewilligungen für 139 Projekte 7,2 Millionen Euro vergeben. Auf das europäische Ausland entfielen 3,0 Millionen Euro, auf das außereuropäische entsprechend 4,2 Millionen Euro (S.146 ff.).

Dazu Generalsekretär Wilhelm Krull: „Mit der Fokussierung ihres Förder­angebots auf bestimmte Regionen im Ausland – die Stiftung bereitet derzeit auch eine Förderinitiative zum subsaharischen Afrika vor –, der bevorzugten Wissenschaftsförderung über fachliche, staatliche wie kulturelle Grenzen hinweg sowie einer Stärkung der personenbezogenen Förderung hat die Stiftung ihr Profil weiter geschärft.“

40. Arbeitsjubiläum und Ausstellung science + fiction

Die VolkswagenStiftung feierte im vergangenen Jahr ihr 40-jähriges Arbeits­jubiläum. Zentrale Veranstaltungen waren im März 2002 ein Festakt und ein Symposium zum Thema „Zukunft stiften – zur Rolle privater Wissenschaftsförderung in Deutschland und im zusammenwachsenden Europa“ in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und – auf Einladung des Bundespräsidenten – im Schloss Bellevue.

Aus Anlass ihres „Geburtstages“ hat sich die VolkswagenStiftung die Ausstellung „science + fiction – zwischen Nanowelt und globaler Kultur“ geschenkt. Sie lud Künstler und Wissenschaftler ein, zu Brennpunkten der gegenwärtigen Forschung gemeinsam zu arbeiten. Mit der Ausstellung science + fiction ist ein neues Format entstanden, das die Grenzen der konventionellen Wissenschaftsvermittlung hinter sich lässt und die kulturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen unseres Wissens ebenso in den Blick rückt wie die wissenschaftliche Basis unserer Lebenswelt. Dabei ist es die Gratwanderung zwischen Wissenschaftsvermittlung, Kunst und der Reflexion unterschiedlicher Wissensformen, die die Ausstellung bewusst sucht.

Nach der Eröffnung im Sprengel Museum Hannover im Dezember 2002 können sich die Besucher derzeit noch bis zum 17. August 2003 im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, danach ab 30. August 2003 in Bonn in der Stiftung CAESAR und ab 2004 in Dresden, Stockholm und München ein Urteil darüber bilden, ob das Experiment gelungen ist.

Zahlen und Fakten aus der Förderstatistik (Jahresbericht 2002)

Im Jahr 2002 wurden 114,8 Millionen Euro Fördermittel bewilligt: 60,3 Millionen Euro für Allgemeine Fördermittel und 54,5 Millionen Euro für das Niedersächsische Vorab.

Allgemeine Fördermittel:

20,7 Millionen Euro für die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften (176 Vorhaben),
19,4 Millionen Euro für die Biowissenschaften einschließlich Medizin (98 Vorhaben),
13,6 Millionen Euro für die Naturwissenschaften und die Mathematik (82 Vorhaben),
3,6 Millionen Euro für die Ingenieurwissenschaften (26 Vorhaben)
3,0 Millionen Euro für Fachgebietskombinationen (16 Vorhaben).

905 Anträge über eine Gesamtantragsumme von 240,1 Millionen Euro gingen bei der Stiftung ein.

Bewilligungsquote bei den Allgemeinen Fördermitteln im Jahr 2002: 44,6 Prozent der eingereichten Anträge und 28,6 Prozent der insgesamt beantragten Summe

Anzahl der bewilligten Vorhaben nach Empfängergruppen: 288 erfolgreiche Anträge kamen von wissenschaftlichen Hochschulen und 77 von anderen wissenschaftlichen Einrichtungen, jeweils in Deutschland; 33 von wissenschaftlichen Einrichtungen im Ausland.

Im Jahr 2002 wurden insgesamt 7,2 Millionen Euro zu Gunsten wissenschaftlicher Einrichtungen im Ausland bewilligt.

Von 1962 bis Ende 2002 wurden 27 071 wissenschaftliche Projekte mit rund 2,95 Milliarden Euro gefördert.

Im Jahr 2002 wurden zwei Förderinitiativen neu eingerichtet: „Zukunftsfragen der Gesellschaft – Analyse, Beratung und Kommunikation zwischen Wissenschaft und Praxis“ und die “Lichtenberg-Professuren“.

Dr. Christian Jung | VolkswagenStiftung
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie
28.07.2017 | Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e. V.

nachricht Kieler Projekt „FucoSan – Gesundheit aus dem Meer“ erhält 2,2 Millionen Euro
27.07.2017 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Firmen räumen bei der IT, Mobilgeräten und Firmen-Hardware am liebsten in der Urlaubsphase auf

28.07.2017 | Unternehmensmeldung

Dunkel war’s, der Mond schien helle: Nachthimmel oft heller als gedacht

28.07.2017 | Geowissenschaften

8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

28.07.2017 | Förderungen Preise