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Japans Experte für dt. Film erhält Siebold-Preis

16.06.2003


Siebold-Preis 2003 für Yuji Segawa - Japans Experte für den deutschen Film. Verleihung durch den Bundespräsidenten am Freitag, 27. Juni, 10:00, im Rahmen der Jahrestagung zum 50. Jubiläum der Alexander von Humboldt-Stiftung



Um in’s Kino zu gehen, fliegt Professor Yuji Segawa von der Meiji-Universität zweimal im Jahr von Tokio nach Deutschland. Seine Interviews mit Wim Wenders, Volker Schlöndorff, Doris Dörrie, Tom Tykwer, Christoph Schlingensief und anderen bereiteten den Weg für Japans "German Cinema Boom". Jetzt erhält Professor Segawa den Philipp Franz von Siebold-Preis. Der Preis gilt als höchste Auszeichnung für Wissenschaftler aus Japan in Deutschland. Er wird für besondere Verdienste um das bessere Verständnis zwischen beiden Ländern verliehen.

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Neben dem "Neuen deutschen Film" beschäftigt sich Professor Segawa in seiner Dissertation mit dem Unterhaltungsfilm im Dritten Reich. Unter 1100 Werken, die von 1933 bis 1945 in Deutschland hergestellt wurden, hat er mehr als 750 Filme gesehen. Sein jüngstes Buch "Die Zauberkraft der Schönheit. Leni Riefenstahl und ihre Filme" wurde im vergangenen März mit dem "Geijutu Sensho-Preis" ausgezeichnet: Ein staatlicher Preis, mit dem das japanische Kultusministerium das beste Werk des Jahres im Gebiet von Kunst und Kultur ehrt.

Als Stipendiat der internationalen Rotary-Stiftung studierte Segawa 1987 bis 1988 Germanistik und Filmwissenschaft an der FU Berlin. 1985 hatte er sein Studium an der Universität Tokyo mit einer Magisterarbeit zur "Blechtrommel" von Günter Grass abgeschlossen. Seither forschte und lehrte Segawa als Assistenzprofessor bzw. Ordentlicher Professor an den Universitäten Yokohama und an der Meiji-Universität in Tokio. 2002 promovierte er zum Dr. phil. Geboren wurde Segawa 1957 in Hiroshima.

Finanziert durch den Siebold-Preis wird Professor Segawa bis zum 31. Mai 2004 am Institut für Theaterwissenschaft an der FU Berlin forschen.

Die Preisverleihung ist Teil eines Empfangs des Bundespräsidenten Johannes Rau für 500 Gastwissenschaftler der Alexander von Humboldt-Stiftung aus 75 Ländern. Er findet im Rahmen der Jahrestagung zum 50jährigen Jubiläum der Humboldt-Stiftung statt.

Der Philipp Franz von Siebold-Preis
In den über 20 Jahren seines Bestehens ist der jährlich vergebene Siebold-Preis zu einer festen Größe in der kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Japan geworden. Er wird für besondere Verdienste um das gegenseitig bessere Verständnis zwischen Deutschland und Japan verliehen. Der Preisträger ist eingeladen, ein Forschungsvorhaben eigener Wahl in Kooperation mit Fachkollegen in der Bundesrepublik Deutschland durchzuführen. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Die Auswahl der Preisträger liegt in den Händen einer deutsch-japanischen Auswahlkommission in Tokio. Die Betreuung der Preisträger und die Verwaltung des Preises übernimmt die Alexander von Humboldt-Stiftung.

50 Jahre Alexander von Humboldt-Stiftung
Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 1.800 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. 1953 wurde die Stiftung in Bonn wiedererrichtet. Heute verbindet das Humboldt-Netzwerk weltweit rund 23.000 Humboldtianer aller Fachgebiete in 130 Ländern.

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.humboldt-foundation.de/presse/termine
http://www.avh.de/de/aktuelles/presse/pn_archiv_2003/2003_16.htm

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