Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Röntgenpreis des Jahres 2003 an Tübinger Radiologen

04.06.2003


Forschung zur Verhinderung erneuter Gefäßverschlüsse ausgezeichnet

... mehr zu:
»Radiologie »Röntgenpreis »Stent

Die höchste Auszeichnung in der wissenschaftlichen Radiologie, der "Wilhelm Conrad Röntgen Preis" 2003, wurde am 30. Mai beim Deutschen Röntgenkongresses an Privatdozent Dr. Gunnar Tepe aus Tübingen verliehen.

Der Deutsche Röntgenkongress mit über 6.000 Teilnehmern fand vom 28. bis 31. Mai 2003 in Wiesbaden statt. Die Auszeichnung der Deutschen Röntgengesellschaft ist mit 10.000 EURO dotiert. Sie wurde für Forschungsarbeiten vergeben die zeigen, dass durch den Einsatz radioaktiv beschichteter Stents einem neuerlichen Gefäßverschluss vorgebeugt werden kann.


Zum Gedenken an Wilhelm Conrad Röntgen, dem Entdecker der nach ihm benannten X-Strahlen, verleiht die Deutsche Röntgengesellschaft jährlich den nach Wilhelm Conrad Röntgen benannte Preis zur Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der Radiologie. Gewürdigt werden hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die dem Fortschritt der Radiologie dienen. Der diesjährige Preis geht an Privatdozent Dr. Gunnar Tepe, Oberarzt an der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen.

Die ausgezeichnete wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der Prävention der Restenose (Wiedereinengung) nach Ballondilatation (Aufweitung) arterieller Gefäße durch radioaktiv beschichtete Stents. Stents sind Metallgittergeflechte, die über eine Schleuse in Gefäße eingebracht werden, wo zuvor eine Einengung oder Verschluß (Stenose) des Gefäßes durch Ballondilatation wieder durchgängig gemacht wurde. Der Stent soll der Eigenelastizität des Gefäßes entgegenwirken, die teilweise für die Wiedereinengung des Gefäßes verantwortlich ist. Dennoch treten häufig Stenosen auch nach Stent-Implantationen auf. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Reaktion der Gefäßwandmuskulatur durch die Stentimplantation sogar noch verstärkt wird. Dadurch kann es zu einem raschen Wachstum der glatten Muskelzellen der Gefäßwand kommen, die letztendlich zu einer erneuten Einengung des zuvor therapierten Gefäßes führen kann. Gegen diesen Mechanismus sind in den letzten Jahren zahlreiche Medikamente eingesetzt worden, deren Erfolg aber in Studien nicht nachgewiesen werden konnte. Ein neuer Ansatz ist die Nutzung von Gamma- und Beta-Stahlen, um der Restenose entgegenzuwirken. Lokal über einen Katheter in das behandelte Gefäß eingebrachte Strahlenquellen können die Häufigkeit der Wiederverengung des Gefäßes trotz Stentapplikation deutlich reduzieren. Problematisch ist jedoch die recht aufwendige Handhabung.

Privatdozent. Dr. Tepe hat nun gezeigt, dass es auch möglich ist, den Stent mit radioaktiven strahlenden Substanzen zu beschichten und somit einen dauernden Erfolg hinsichtlich einer Restenose-Prophylaxe zu erzielen. Zusammen mit dem Kernforschungszentrum in Rossendorf bei Dresden wurde ein Verfahren zur Beschichtung entwickelt, mit dem diese Stents mit unterschiedlich strahlenden Radioisotopen in nur wenigen Minuten beschichtet werden können. Für seine langjährigen Grundlagenforschungen auf diesem Gebiet wurde ihm der diesjährige Röntgenpreis verliehen.


Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Professor Dr. med. Claus D. Claussen und Privatdozent Dr. Gunnar Tepe
Radiologische Universitätsklinik Tübingen
Tel. 0 70 71/29-8 20 87 (Sekr.) Fax 0 70 71 / 29-58 45

Dr. Ellen Katz | isw

Weitere Berichte zu: Radiologie Röntgenpreis Stent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Kieler Projekt „FucoSan – Gesundheit aus dem Meer“ erhält 2,2 Millionen Euro
27.07.2017 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie