Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Paul Gerson Unna-Forschungspreis für zukunftsweisende Arbeiten über Mechanismen der Hautalterung

26.05.2003


Dermatologen der Universität Jena erhielten bedeutenden Preis für zukunftsweisende Arbeiten

... mehr zu:
»Hautzelle

Die Zellen der Haut sterben zwar wie alle Zellen nach bestimmter Zeit auf natürliche Weise. Die Einwirkung von Licht und Sauerstoff sowie weiterer umweltbedingter Faktoren führt zum so genannten "oxidativen Stress", der gerade die Hautzellen früher altern und sterben lässt. Für ihre zukunftsweisenden Arbeiten über Mechanismen der Hautalterung haben vor kurzem Dr. Jens Thiele und Dr. Christina Sander von der Hautklinik der Universität Jena den mit 25.000 Euro dotierten 9. Paul Gerson Unna-Forschungspreis erhalten. Dritter Preisträger des von der Beiersdorf AG gestifteten und nach dem Nestor der deutschen Dermatologie Paul Gerson Unna benannten Preises, der zu den höchstdotierten Auszeichnungen in der Dermatologie zählt, ist der Berliner Biochemiker Dr. Tilman Grune.

"Ich freue mich sehr über diese bedeutende Auszeichnung, die zeigt, dass wir bei unseren Grundlagenforschungen auf dem richtigen Weg sind", sagte Thiele, der an der Jenaer Hautklinik die Arbeitsgruppe "Experimentelle Photodermatologie" leitet. In der prämierten Arbeit befassen sich Thiele und seine Mitarbeiterin Sander mit dem Nachweis von oxidativem Stress in der natürlich gealterten oder lichtgealterten Haut des Menschen.


Sie untersuchten die Haut junger, gesunder Probanden mit "natürlich" gealterter Haut an lichtgeschützten Körperstellen sowie mit chronisch der Sonne ausgesetzter, "lichtgealterter" Haut. In der lichtgealterten Haut zeigte sich ein signifikanter Rückgang antioxidativ wirksamer Schutzenzyme. Insbesondere vermindert lag die "Katalase" vor, welche das in der Haut unter UV-Einfluss gebildete Wasserstoffperoxid entgiftet und somit aktiven Widerstand gegen den Lichtangriff leistet. Interessanterweise war dieser antioxidative Schutz gerade in derjenigen Hautschicht sehr gering, in welcher Falten entstehen und der altersbedingte Elastizitätsverlust stattfindet. Besonders in dieser dem Licht stark ausgesetzten Hautschicht fanden die Jenaer Wissenschaftler auch den am stärksten ausgeprägten oxidativen Proteinschaden.

"Dies ist ein Beleg für durch Sauerstoffradikale ausgelösten oxidativen Stress", erläutert Thiele. Reaktive Sauerstoffverbindungen, u. a. freie Radikale, reagieren chemisch mit den wesentlichen Komponenten der Hautzellen, schädigen ihre Funktion und sind es, die letztendlich zu deren Absterben führen - auch das Bindegewebe wird durch freie Radikale offenbar geschädigt. Liegt die Sterberate der Hautzellen sehr hoch, kommt es zu bleibenden Schäden, die bis zum Hautkrebs führen können.

Im zweiten Teil der Jenaer Studie wurde die Haut junger Erwachsener zehn Tage lang mit Licht einer künstlichen UV-Quelle bestrahlt, was der Sonneneinstrahlung bei einem Badeurlaub mit geringem Sonnenschutz entspricht. Ein Vergleich der bestrahlten und nicht bestrahlten Haut zeigte ebenfalls ein Absinken der "Katalase" einerseits und einen Anstieg der Proteinoxidation andererseits - und bestätigte damit die vorherigen Ergebnisse.

"Insgesamt belegen diese Studien eindrucksvoll, dass oxidative Prozesse insbesondere bei der Lichtalterung der Haut von Bedeutung sind", begründete die unabhängige Jury die Vergabe des Forschungspreises an die Jenaer Wissenschaftler. "Obwohl die Autoren nachdrücklich darauf hinweisen, dass der beste Sonnenschutz durch Textilien und effektive Lichtschutzfaktoren erzielt wird", so die Juroren weiter, "stellen ihre Arbeiten eine wissenschaftliche Grundlage für die zusätzliche Anwendung Antioxidantien-haltiger Hautschutzprodukte dar."

Kontakt:

Dr. Jens Thiele
Klinik für Hautkrankheiten der Universität Jena
Erfurter Str. 35, 07743 Jena
Tel.: 03641 - 937391
Fax: 03641 - 937430
E-Mail: Jens.Thiele@derma.uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Hautzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie