Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftspreis für Jülicher Hirnforscher Prof. Gereon Fink

22.05.2003


Der Hirnforscher Prof. Dr. med. Gereon R. Fink vom Forschungszentrum Jülich und der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Aachen hat den mit 20000 Euro dotierten 1. Wissenschaftspreis 2003 des Wissenschaftszentrums NRW und des Industrie-Clubs Düsseldorf erhalten. Fink untersuchte "Normale und gestörte Aufmerksamkeitsprozesse und deren therapeutische Beeinflussbarkeit". Mit seinen Arbeiten hat er Verfahren verbessert, die die Arbeit des Gehirns sichtbar machen ("Neuroimaging"). So gelang es ihm aufzuklären, wo Aufmerksamkeitsstörungen und andere Ausfallerscheinungen im Gehirn ihren Ursprung haben. Diese Arbeiten können helfen, neue Therapien für Patienten zu entwickeln, deren Gehirn etwa durch einen Schlaganfall geschädigt wurde. Nicht nur gesunde Augen und Ohren sind notwendig, damit der Mensch seine Umwelt wahrnehmen und angemessen darauf reagieren kann. Entscheidend sind auch bestimmte Regionen im Gehirn, die die Aufmerksamkeit steuern. Der Neurologe Gereon Fink konnte zum ersten Mal zeigen, welche Rolle einzelne Areale im Scheitellappen dabei spielen. Der Scheitellappen umfasst ungefähr ein Drittel des gesamten Gehirns. Hier laufen alle wichtigen Fäden zusammen: Die unterschiedlichen Informationskanäle Sehen, Fühlen und Hören werden miteinander verschaltet. Der Scheitellappen integriert so die von den Sinnesorganen eintreffenden Signale und lässt daraus ein zusammenhängendes Bild von der Welt entstehen. Gleichzeitig stellt er diese Informationen den Hirnregionen zur Verfügung, die Bewegungen steuern.


Sichtbar machte Fink diese Vorgänge mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie (fMRT). Das Verfahren misst, wie viel Blut die einzelnen Hirnregionen durchströmt und wie viel Sauerstoff den Hirnzellen damit zur Verfügung steht. Da der Sauerstoffbedarf in den aktiven Regionen des Hirns besonders hoch ist, werden damit die Bereiche identifiziert, die gerade mit Hochdruck arbeiten.

So konnte Fink nachweisen, dass es zu unterschiedlichen neurologischen Ausfällen kommt, je nach dem ob der Scheitellappen in der linken oder rechten Hirnhälfte geschädigt ist: Wenn die linke Hirnhälfte betroffen ist, sind Sprach- und Bewegungsstörungen zu beobachten ("Apraxie"). Bei Schädigung der rechten Hirnhälfte ist oft die Wahrnehmung gestört ("Neglect"). Derartige Ausfallerscheinungen treten bei Patienten mit Hirnschäden, wie etwa nach einem Schlaganfall, häufig auf. Bisher sind sie nur schwer zu behandeln. Finks Arbeiten haben erstmals die Mechanismen sichtbar gemacht, die diesen Aufmerksamkeitsstörungen zugrunde liegen. Damit wird es möglich neue Therapien zu entwickeln. Dazu gehören vor allem die Stimulation mit Medikamenten, Verhaltenstherapie oder spezifische elektrische Stimulationsverfahren.

A. Winkens | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/

Weitere Berichte zu: Hirnforscher Hirnhälfte Wissenschaftspreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Krankheitserreger beim Reis blockieren
10.08.2017 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie