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Paul Gerson Unna Preis 2003 verliehen

14.05.2003


Charité-Forscher zweifach ausgezeichnet



Gleich zweifach ist Privatdozent Dr. Tilman Grune vom "Neurowissenschaftlichen Forschungszentrum" der Charité in diesen Tagen für seine wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet worden.

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Am 9. Mai wurde ihm anteilig der Paul Gerson Unna Preis 2003 verliehen, dessen Preisgeld von insgesamt 25.000 Euro er zur Hälfte erhielt. Am selben Tag wurde er zusätzlich mit dem höchstdotierten Preis für Forschungen zur Hautalterung ("Skin Aging Research Award 2003, Establihed Investigators Award") geehrt, der mit 15.000 Euro dotiert ist. Diese Auszeichnungen gelten seinen Untersuchungen zum Altern menschlicher Zellen.

Als Modell dienten ihm Bindegewebszellen der Haut, Fibroblasten. Diese Zellen altern: Nach einer gewissen Zahl von Teilungen (bzw. Verdoppelungen) sterben sie ab. Grune untersuchte mit seiner Arbeitsgruppe den Stoffwechsel der Eiweiße (Proteine) während der Phasen des Alterns. Dabei richtete er sein Augenmerk auf die beiden wichtigsten Teilbereiche der Zelle: den Kern und den Zellleib. Es zeigte sich, daß es während der Alterung der Zellen zu einer dramatischen Veränderung in der Verstoffwechselung der Proteine - vor allem im Zelleib - kommt:

Typischerweise häufen sich dort mit zunehmendem Alter veränderte Proteine an, die nicht mehr korrekt abgebaut werden. Dazu gehört auch das sogenannte Lipofuscin, das auf der Haut als bräunliches Alterspigment erkennbar ist. Das Lipofuscin selbst , so erkannte die Arbeitsgruppe weiter - hemmt die Aktivität der eiweißabbauenden Enzyme, sodaß es im Zelleib zu weiterer Akkumulation der veränderten Proteine kommt. (Gewissermaßen wird der Müll nicht mehr beseitigt).

Im Kern der Zelle ist die Aktivität der Enzyme, die Proteine abbauen können, stabiler als im Zellleib. Dies wirft wohl auch ein Licht auf die Bedeutung des Kerns für das Wohlergehen der Zelle insgesamt. Die Aktivität der Enzyme nimmt auch mit dem Alter nicht ab, ist also offenbar lebensnotwendig. Der Proteinstoffwechsel ist zwar langsamer als im Zellleib, aber das lasse sich durch die andere Struktur der Kernproteinen gegenüber den Zellproteinen erklären, meint Grune. Die Aktivität des Enymsystems im Kern wird auch nicht durch Lipofuscin bedroht, weil dieses Eiweiß im Kern nicht vorkommt.

Die Zelle reagiert auf giftige Einwirkungen (auf oxidativen Stress), ähnlich wie auf das Altern, mit einer Erhöhung des Proteinabbaus. Aber mit zunehmendem Alter verlieren sowohl der Kern als auch der Zellleib mehr und mehr die Fähigkeit, mit Hilfe ihrer Enzymsystems geschädigtes Protein abzubauen und damit los zu werden.

Die Erkenntnisse dürften im Zeitalter des Anti-Aging, wo Altern sich nicht zuletzt an der Haut ablesen läßt, sowohl die Pharma- als auch die Kosmetikindustrie beflügeln.

Dr. med. Silvia Schattenfroh | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de/mediamed

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