Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Zentrum soll Informationstechnologie in der Medizin fördern

30.04.2003


Computer sind heute allgegenwärtig, im Berufs- und auch im Privatleben. Selbstverständlich auch in Arztpraxen und Krankenhäusern. Doch eine vernetzte elektronische Kommunikation und Kooperation im Gesundheitswesen - in den meisten anderen Branchen längst selbstverständlich - ist im Gesundheitswesen immer noch Zukunftsmusik, so Prof. Dr. Peter Haas vom Studiengang Medizinische Informatik der Fachhochschule Dortmund.



Das soll sich möglichst bald ändern. Mit 385.000 Euro Investitionsmitteln vom Land Nordrhein-Westfalen wird an der FH jetzt eine neue Einrichtung gefördert, die helfen soll, Telematik-Entwicklungen und ?Anwendungen im Gesundheitswesen vom Kopf auf die Füße zu stellen. Wesentliche Unterstützung auch organisatorischer Art kommt dabei auch vom Gesundheitsministerium des Landes. Im "eHealth Presentation and Evaluation Center" (EHPEC) wird zu Test- und Präsentationszwecken eine umfassende IT-technische-Infrastruktur wie für das Gesundheitswesen notwendig aufgebaut. "Wir stellen Selbstverwaltung, Patientenorganisationen, Forschung, Lehre und Industrie eine genaue Abbildung der Realität unter Laborbedingungen zur Verfügung", erklärt Prof. Haas das Projekt. Derzeit existierten in der Gesundheitstelematik verschiedene Systeme und Problemlösungen unverbunden nebeneinander. Unterschiedliche Datenmodelle in den einzelnen Systemen und inkompatible Kommunikationsschnittstellen machten einen elektronischen Austausch meist unmöglich oder zumindest sehr schwer. "Wir wollen diese Inseln zum Nutzen der Patienten zusammenbringen", erläutert Prof. Haas das Ziel.



Bis zum Herbst werden aus den Fördermitteln diverse Komponenten an der FH beschafft und installiert: Server, Datenbanken, Informations- und Dokumentationssysteme für Arztpraxen und Krankenhäuser. Zusätzliches Personal stehe dafür leider zur Zeit nicht zur Verfügung, so Haas: "Eine Menge Arbeit für und Erwartungen an uns". Immerhin arbeiten die Studenten mit: Eine Reihe von bereits vergebenen Projekt- und Diplomarbeiten sollen das neue Zentrum mit voranbringen. Ein erstes konkretes Projekt ist die Versorgung von Brustkrebs-Patientinnen unter Einbindung einer elektronischen Patientenakte.

Elektronische Patientenakte, da liegt die Befürchtung vor dem "gläsernen Patienten" nicht allzu fern. So sei es auch der Datenschutz, so Prof. Haas, der den Ausbau der elektronischen Vernetzung im Gesundheitswesen nicht unbedingt beschleunige. Darüber hinaus ist es natürlich immer eine Geldfrage. Haas: "Wir können für mehr Behandlungsqualität und Transparenz für die Patienten sorgen. Es ist geradezu eine ethische Verpflichtung, den Nutzen der Informationstechnologie für die Medizin zu erschließen." Trotzdem stelle sich immer wieder die Frage, wer das bezahlen soll ? die Kassen, der Staat, die Industrie? Immerhin hat die FH eine Reihe von Partnern mit ins Boot gewinnen können: Firmen aus München, Köln, Krefeld, Bochum und Dortmund sowie Verbände, medizinische Zentren und Gesellschaften haben ihre Mitarbeit zugesagt.

Das Potenzial der Gesundheitstelematik für die Patienten sei riesig, ist Prof. Haas von der Idee des neuen Zentrums überzeugt und stolz, dass die FH Dortmund hierfür einen wesentlichen Beitrag leisten wird: "Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Wie damals - beim Aufbau der Eisenbahn".


Weitere Informationen finden Sie im WWW:


Juergen Andrae | idw
Weitere Informationen:
http://www.inf.fh-dortmund.de/personen/professoren/haas/forschung/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops