Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Förderung von Tandemprogramm zur fachübergreifenden Zusammenarbeit von Postdoktoranden

28.03.2003


VolkswagenStiftung bewilligt insgesamt rund 1,5 Millionen Euro für die ersten drei Gruppen in ihrem neu eingerichteten Tandem-Programm



Das von der VolkswagenStiftung vor kurzem ins Leben gerufene Tandemprogramm zur Förderung der fachübergreifenden Zusammenarbeit von Postdoktoranden trägt der Erkenntnis Rechnung, dass im deutschen Wissenschaftssystem derzeit der Reformbedarf in der Phase nach der Promotion am größten ist. Mit dieser Initiative möchte die Stiftung herausragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit eröffnen, sich unmittelbar nach der Promotion einer neuen, interdisziplinär ausgerichteten Aufgabe zu widmen. Dabei soll ein Team von zwei, gegebenenfalls auch drei Nachwuchsforschern - angesprochen sind alle Fachrichtungen - gemeinschaftlich an einem fachübergreifenden Projekt arbeiten. Gefördert wird die enge Zusammenarbeit zu Fragestellungen, denen bislang in etablierten fachübergreifenden Kooperationen nicht nachgegangen wird. Ziel ist es, jungen promovierten Wissenschaftlern auf diese Weise frühzeitig Gelegenheit zu geben, gemeinsam Erfahrungen in selbstständiger, disziplinenübergreifender Forschung zu sammeln. So können sie sich auch für Leitungsaufgaben in der Wissenschaft qualifizieren - etwa für die Übernahme einer Juniorprofessur. Jetzt hat die VolkswagenStiftung insgesamt rund 1,5 Millionen Euro für die ersten drei Tandems bewilligt, die sich als die besten unter zwanzig eingereichten Vorschlägen durchsetzen konnten, und zwar:



1. 652.700 Euro für das Vorhaben "Teaching Human Rights in Europe: Purposes, Realization and Consequences" von Dr. Claudia Mahler, Menschenrechtszentrum an der Universität Potsdam, Dr. Anja Mihr, Institut für Politikwissenschaft der Universität Magdeburg, und Dr. Reetta Toivanen, Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität Berlin;

2. 387.800 Euro für das Vorhaben "Historische Wahrnehmungsformen in Bild und Text" von Dr. Karin Leonhard vom Institut für Kunstgeschichte der Universität München und Dr. Silke Horstkotte vom Institut für Germanistik der Universität Leipzig;

3. 475.000 Euro für das Vorhaben "Mikro-Landschaften - Studien zu einer dynamisierten Kultur der Landschaft" von Dr. Stefanie Krebs vom Institut für Grünplanung und Gartenarchitektur der Universität Hannover und Dr. Brigitte Franzen vom Institut für Kunstgeschichte der Technischen Universität Graz.

Nähere Informationen zu den Vorhaben wie folgt:

zu 1: 1994 rief die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) die Dekade der Menschenrechtserziehung (1995 bis 2004) aus. Mit einer Resolution verpflichteten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen nicht nur, den relevanten Menschenrechtsverträgen der UN beizutreten, sondern auch, die Bevölkerung darüber zu unterrichten, welche Menschenrechte ihnen als Individuen zustehen. Ziel der Forscherinnen aus Potsdam, Magdeburg und Berlin ist erstens eine kritische Untersuchung der vorhandenen internationalen und nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen für Menschenrechtserziehung am Kriterium des Schutzes von Minderheiten und der Bekämpfung von ethnischer Diskriminierung. Zweitens wollen sie ermitteln, welche Akteure auf nicht-staatlicher wie auf staatlicher Seite Menschenrechtserziehung betreiben beziehungsweise welche Abhängigkeiten und Beziehungen zu internationalen Gremien und internationalen staatlichen Organisationen bestehen. Drittens soll untersucht werden, inwieweit es die einzelnen Rahmenbedingungen und Menschenrechtsinstrumente den Minderheiten auch konkret ermöglichen, ihre Rechte wahrzunehmen. Geplant sind Fallstudien in Armenien, Estland, Finnland, Deutschland, Spanien und der Slowakei.

Kontakt: Dr. Anja Mihr, Tel.: 0175/8162387, E-Mail: anjamihr@aol.com
Dr. Reetta Toivanen, Tel.: 0173/6027624, E-Mail: reetta.toivanen@abo.fi

zu 2: Die Beziehung von "Verbalität" und "Visualität" - also das Spannungsfeld Text zu Bild - ist von zentraler Bedeutung für das Verständnis der modernen Kultur. Dabei haben beispielsweise neuzeitliche "Seh-Technologien" wie das Mikroskop, das Teleskop und der Photoapparat die Bedingungen von Textlichkeit und Bildlichkeit entscheidend geprägt - beziehungsweise umgeprägt. Die Wissenschaftlerinnen aus München und Leipzig gehen nun davon aus, dass Sehen und Wahrnehmen die entscheidenden Größen sind, bei denen sich bildliche und verbale Darstellungsstrategien überkreuzen. Zwei Schlüsselepochen nehmen sie in den Blick: Für das 17. Jahrhundert wollen sie die Funktion des Bildes in einer zunehmend rationalisierten und für das 20. Jahrhundert die Funktion des Erzählens in einer zunehmend visuellen Kultur untersuchen. Grundlage ist dabei die Medientheorie Mitchells, nach der alle Medien gemischt, heterogen und ambivalent wahrgenommen, Bilder insofern auch "gelesen" und Texte "gesehen" werden.

Kontakt: Dr. Karin Leonhard, E-Mail: KaLeonhard@compuserve.de
Dr. Silke Horstkotte, E-Mail: shorstkotte@web.de

zu 3: Das Vorhaben der Wissenschaftlerinnen aus Hannover und Graz zu den "Mikro-Landschaften" orientiert sich an den interdisziplinär angelegten "Cultural Landscape Studies", die in den USA seit den1950er Jahren entwickelt wurden. Hier wird versucht, aus landschaftsarchitektonischer und aus kulturwissenschaftlicher Perspektive einen umfassenden Begriff von Landschaft zu etablieren, der frei ist von Abgrenzungen wie etwa "Stadt zu Land" - ein Ansatz, der bislang im europäischen Forschungskontext nicht verfolgt wurde.

Kontakt: Dr. Stefanie Krebs, Tel.: 0511/762 - 5683, E-Mail: krebs@igg.uni-hannover.de
Dr. Brigitte Franzen, Tel.: 0043 31/68736279, E-Mail: brigitte.franzen@tugraz.at

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de

Weitere Berichte zu: Menschenrechtserziehung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie