Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnete elektronische Behördengänge

25.03.2003


Auf der CeBIT wurden am 13. März vier Projekte des eGovernment-Wettbewerbs der Unternehmen BearingPoint, Cisco Systems und des Bundesinnenministerium mit Preisen ausgezeichnet.



An dreien davon sind Fraunhofer-Institute maßgeblich beteiligt: Das »Virtuelle Bauamt« der Stadt Esslingen unterstützt alle Beteiligten online bei Bauvorhaben. »Discur« beschleunigt und optimiert die Bearbeitung von Förder- und Vergabevorgängen in der Verwaltung. »MoBüD« baut in Berlin mobile Bürgerdienste auf.

... mehr zu:
»Bauamt »Bauvorhaben


Noch nimmt es der Bürger zähneknirschend hin, wenn er in Behörden und Ämtern ab und an »Nümmerchen« ziehen und auf rot-grüne Ampeln über den Türen reagieren muss. Viel einfacher und schneller ließen sich Anträge und Verwaltungstätigkeiten vom PC aus erledigen - sofern die Infrastruktur vorhanden ist. Bei Unternehmen hingegen, die sich täglich etwa mit Genehmigungsverfahren beschäftigen, ist der effiziente Austausch elektronischer Daten oft eine Frage des wirtschaftlichen Erfolgs. Von Volkswirtschaften gar nicht zu reden - bei der »elektronischen Bürgernähe« rangiert Deutschland im europäischen Vergleich auf den hintersten Plätzen. Um eine möglichst nahtlose und sichere Kommunikation zwischen Staat, Unternehmen und Bürgern zu implementieren, bauen acht Fraunhofer-Institute ein eGovernment Zentrum auf. Drei Projekte, an denen dieses Netzwerk beteiligt ist, wurden auf der CeBIT mit Preisen ausgezeichnet. Insgesamt 93 Verwaltungen und Behörden beteiligten sich an dem Wettbewerb.

Das »Virtuelle Bauamt« der Stadt Esslingen erhielt die Auszeichnung in der Kategorie »Verwaltung - Wirtschaft (Government to Business G2B)«. Diese Plattform unterstützt alle an Bauvorhaben beteiligten Personen bei Planung, Kommunikation, Kooperation und Information. Elektronische Dienste können von Bürgern, Unternehmen und Verwaltungen bereits in der Planungsphase online genutzt werden. Die relevanten Daten werden kooperativ bearbeitet und ständig aktualisiert, wodurch Genehmigungsverfahren schnell abgeschlossen werden können. Digitale Signaturen, die das Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation SIT entwickelt, gewährleisten dabei stets die Rechtsverbindlichkeit. Den Preis nahm Andreas Kraft vom Verein MediaKom in Esslingen entgegen. Am Projekt beteiligt sich das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart.

Als beste Lösung der Kategorie »Verwaltungsmodernisierung und Bürokratieabbau« wurde »Discur« ausgezeichnet. Dieses Projekt unterstützt die systematische Bearbeitung von Förder- und Vergabevorgängen. Auf Basis eines integrierten Managementsystems werden behördenübergreifende Prozesse auf allen Ebenen erleichtert und beschleunigt: Verwaltung von Haushaltsplanung und -überwachung, Projektabwicklung, Führungsinformation, Controlling und Statistik. Dazu werden die Arbeiten öffentlicher Stellen und privatrechtlicher Projektträger auf einer Plattform zusammengeführt. Den Preis nahm der Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen Jörg Bickenbach entgegen. Konzeption, Qualitätssicherung und Teile des Projektmanagments führte das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST in Dortmund durch; implementiert wurde Discur vom Unternehmen i ec GmbH in Köln.

Den ersten Preis in der Kategorie Konzepte für »Wirtschafts- und Bürgerdienste« erhielt »Mobile Bürgerdienste - MoBüD«. Dieses Projekt verfolgt den Aufbau eines mobilen Bürgeramtes mit einem mobilen Bürgerberater. Kern des Systems sind einerseits die Informationssysteme der Bürgerämter, die zentralen und dezentralen Verwaltungsverfahren sowie Daten anderer Verwaltungen. Andererseits gewährleistet ein mobiles Informationssystem den Datenaustausch über generische Schnittstellen einer einheitlichen Oberfläche. Die mobilen Bürgerdienste werden im UMTS-Testbed des Berliner Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS erprobt und entwickelt. Projektpartner sind die Senatsinnenverwaltung von Berlin, die IVU Traffic AG und das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik HHI. Den Preis nahmen der Berliner Innensenator Dr. Ehrhart Körting und Karl-Heinz Löper, Referatsleiter für ressortübergreifendes IT-Management, entgegen.

Solchen und weiteren praktischen Umsetzungen von sicheren Online-Diensten der öffentlichen Verwaltung sollte zum Durchbruch verholfen werden. Dazu kündete Bundeskanzler Schröder bei der Eröffnung der CeBIT ein Bündnis mit den Ländern und Kommunen an und betonte: »eGovernment ist ein zentraler Bestandteil zur Modernisierung unseres Staates

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft

Weitere Berichte zu: Bauamt Bauvorhaben

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Dr. Philipp Schommers erhält Förderpreis für Klinische Infektionsforschung
16.10.2017 | Uniklinik Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise