Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bau der ESS weiterhin Ziel für die Neutronenforschung

06.02.2003


Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, hat heute in Berlin ihr Konzept für Großgeräte in der Grundlagenforschung vorgestellt.



Danach gehört die Europäische Spallations-Neutronenquelle (engl.: "European Spallation Source", ESS) nicht zum Kreis der Großgeräte, die von der Ministerin als derzeit förderungswürdig entschieden wurden. Prof. Dr. Joachim Treusch und Prof. Dr. Richard Wagner nehmen dazu wie folgt Stellung:



Wir bedauern es außerordentlich, dass die ESS nicht zum Kreise der Großgeräte gehört, die heute von Bundesministerin Bulmahn als derzeit förderungswürdig entschieden wurden. Andererseits finden wir es gut, dass die Tür nicht endgültig zugeschlagen ist. Wir sind überzeugt, dass zur Wahrung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit in der Forschung Europa mit einer Spallations-Neutronenquelle nachziehen muss. In dieser Überzeugung sind wir einig mit der Stellungnahme des Bundesforschungsministeriums (BMBF) vor dem Europäischen Strategieforum für wissenschaftliche Infrastruktur vom 16. Januar 2003. Nur so kann Europa seine jahrzehntelang behauptete Vorrangposition in diesem Feld gegenüber Japan und USA sichern. Deren Spallationsquellen stehen - basierend auch auf europäischen und Jülicher Planungen - dicht vor der Vollendung.

Bemerkenswert und ermutigend ist es, dass das Land Nordrhein-Westfalen fest zu seiner Zusage steht, mit 150 Mio. Euro, d.h. 10 % der Investitionssumme, zur Realisierung der ESS am Standort Jülich beizutragen.

Auch bei der erhofften Inbetriebnahme des Münchner Reaktors FRM II wird die Dynamik der Nachfrage nach Neutronen die ESS als Quelle der Zukunft erfordern. Wir hoffen, dass die Finanzsituation nicht nur der Bundesrepublik, sondern auch der großen europäischen Partner dem in absehbarer Zeit Rechnung tragen kann. Wir selbst bleiben als kompetente Partner im europäischen und auch im internationalen Dialog, sowohl was die weitere Planung der ESS als auch was die instrumentelle Optimierung der im Bau befindlichen Spallationsquellen in USA und Japan angeht.

Das Forschungszentrum Jülich, das erhebliche Ressourcen für die Entwicklungsarbeiten an der ESS aufgewendet hat und damit wesentliche Fortschritte erzielen konnte, wird diese Ergebnisse bis zum Jahresende dokumentieren.

Ziel ist nun, den Bau der ESS mittelfristig auf der politischen Tagesordnung zu halten, um die Möglichkeit, die europäische Führung auf dem Gebiet der Neutronenforschung zu behalten, nicht ungenutzt verstreichen zu lassen und die ESS in Zeiten besserer Haushaltslage langfristig doch noch realisieren zu können.

Peter Schäfer | Forschungszentrums Juelich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Spitzenforschung vom Nanodraht bis zur Supernova: Fünf ERC Consolidator Grants für die TU München
14.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Leibniz-Preise 2018: DFG zeichnet vier Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler aus
14.12.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik