Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beckurts-Stiftung verleiht Preise an transferaktive Forscher im Wert von insgesamt 290.000 Euro

09.12.2002


Die Fraunhofer Gesellschaft hat in diesem Jahr den mit 200.000 Euro dotierten Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für Gründungsinitiativen erhalten, der von der Karl Heinz Beckurts-Stiftung verliehen wird.

... mehr zu:
»Ausgründungspolitik »Patent

Mit dem BMBF-Gründerpreis werden erfolgreiche Maßnahmen, Programme und Konzepte zur Förderung von Ausgründungsaktivitäten der außeruniversitären Forschungseinrichtungen gewürdigt. Das Kuratorium der Stiftung hob die aktive Ausgründungspolitik dieser Forschungsorganisation hervor. Die Venture Gruppe der Fraunhofer Gesellschaft bietet Ausgründern/innen sowie ihren jungen Unternehmen eine Vielzahl von Unterstützungsmaßnahmen. Seit Gründung der Venture Gruppe im Jahr 1999 konnten so mit Hilfe der Fraunhofer Gesellschaft 50 Unternehmen ausgegründet werden. Der Staatssekretär im BMBF, Uwe Thomas, erklärte bei der Verleihung des Gründerpreises heute in München: "Eine Erweiterung der Verwertungsstrategie neben Auftragsforschung und Lizensierung durch eine aktive Ausgründungspolitik wie bei der Venture Gruppe der Fraunhofer Gesellschaft ist zukunftsweisend."

Gleichzeitig wurde in München der diesjährige Karl Heinz Beckurts-Preis verliehen. Die Karl Heinz Beckurts-Stiftung würdigt mit diesem vom BMBF mit insgesamt 90.000 Euro dotierten Preis seit 1989 wissenschaftliche Leistungen, die einem hohen Anspruch gerecht werden. Von ihnen sollen erkennbare und von den Preisträgern geförderte Impulse für industrielle Innovationen in Deutschland ausgehen.


Staatssekretär Thomas: "Ergebnisse der öffentlich finanzierten Forschung müssen - über ihre wissenschaftliche Nutzung hinaus - wirtschaftlich-industrielle Relevanz erlangen. Unsere Gesellschaft hat ein elementares Interesse daran, dass möglichst viel neues Wissen aus den Laboren unserer Forschungseinrichtungen die Chance wirtschaftlicher Wertschöpfung erhält. Das ist in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit wie der heutigen wichtiger denn je."

Prof. Dr. Christoph Bräuchle entwickelte mit seinem Team am Lehrstuhl für Physikalische Chemie 1 der Ludwig-Maximilians-Universität München ein revolutionäres bildgebendes Verfahren für die Visualisierung von Virus-Infektionen. Mit diesem Verfahren kann der Infektionsweg einzelner Virusteilchen in lebenden Zellen "live" beobachtet werden. Dieses neue und schnelle Verfahren eröffnet zahlreiche Anwendungen in der Medizin, wie z. B. die effiziente Entwicklung antiviraler Medikamente mit weniger klinischen Tests oder die Entwicklung besserer Genfähren in der Gentherapie. Aus der Forschungsgruppe ist bereits ein Unternehmen hervorgegangen, und es wurde ein internationales Patent angemeldet.

Dr. Stefan Hell hat als Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie wesentlich zur Weiterentwicklung der Mikroskoptechnik beigetragen. So gelang es ihm, die Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen in den Bereich von 30 - 40 Nanometer voranzutreiben. Seine zahlreichen Beiträge zur Entwicklung optischer Verfahren zeichnen sich durch ein großes, bei weitem noch nicht ausgeschöpftes Entwicklungspotenzial aus. Durch bislang sechs Patente wurden seine Erfindungen schutzrechtlich gesichert und so die Basis für eine wirtschaftliche Verwertung gelegt.

Dr.-Ing. Walter Krenkel entwickelte als Leiter der Abteilung "Keramische Verbundstrukturen" des DLR und des DLR-Center of Excellence "Keramische Leichtbaustrukturen" keramische Verbundwerkstoffe für Thermalschutzsysteme künftiger Raumtransporter. Bereits in einer frühen Entwicklungsphase erkannte er das hohe Potenzial dieser Werkstoffe für Bremsscheiben und Reibbeläge. Die von ihm zusammen mit der Automobilindustrie entwickelte Keramikbremse für Kraftfahrzeuge ist seit Ende vergangenen Jahres im Serieneinsatz. Gegenüber Bremsen aus herkömmlichen Werkstoffen zeichnen sich Keramikbremsen durch ca. 50 Prozent Gewichteinsparung, hohe Laufleistung und stabileres Bremsverhalten aus.

"Alle Preisträger haben in unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachbereichen gezeigt, wie erfolgreich Brücken zwischen forscherischer Leistung und industrieller Nutzung geschlagen werden können", erklärte Staatssekretär Thomas abschließend.

Bundesministerium fuer Bildung und Forschung
Tel. 01888-57-5050
Fax: 01888-57-5551
E-mail: Presse@bmbf.bund.de

Christina Stahlberg | Karl Heinz Beckurts-Stiftung
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: Ausgründungspolitik Patent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Spitzenforschung vom Nanodraht bis zur Supernova: Fünf ERC Consolidator Grants für die TU München
14.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Leibniz-Preise 2018: DFG zeichnet vier Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler aus
14.12.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik